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Amazon Advertising 2026: Sponsored Products, Brands, Display und DSP im Überblick

Amazon ist längst nicht mehr nur ein Marktplatz. Es ist eine der größten Werbeplattformen weltweit. Allein im letzten Jahr hat Amazon über 50 Milliarden US-Dollar mit Werbeeinnahmen erzielt. Für Marken und Händler, die auf Amazon verkaufen, ist Advertising kein optionaler Wachstumshebel mehr, sondern eine operative Notwendigkeit. Wer nicht wirbt, wird nicht gesehen.

Doch das Amazon-Werbeökosystem ist 2026 deutlich komplexer als noch vor wenigen Jahren. Vier Formate stehen im Zentrum: Sponsored Products, Sponsored Brands, Sponsored Display und die Demand-Side Platform (DSP). Jedes Format hat eigene Stärken, eigene Mechaniken und eigene Einsatzbereiche. Wer sie versteht und strategisch kombiniert, kann Werbebudgets hochprofitabel einsetzen. Die Herausforderung: Jedes Format folgt eigenen Regeln. Sponsored Products funktioniert anders als DSP, und die Budgetverteilung zwischen den Formaten ist eine strategische Entscheidung, die eine erfahrene Amazon Advertising Agentur anders löst als ein Seller, der nur Sponsored Products kennt.

Dieser Artikel gibt einen kompakten Überblick über die vier Formate und zeigt, wann welches zum Einsatz kommt.

Sponsored Products: Das Fundament

Sponsored Products sind das meistgenutzte Werbeformat auf Amazon und für die meisten Seller der Einstieg in Amazon Advertising. Die Anzeigen erscheinen direkt in den Suchergebnissen und auf Produktdetailseiten, visuell kaum von organischen Ergebnissen zu unterscheiden. Abgerechnet wird per Klick (CPC).

Die Stärke von Sponsored Products liegt in der direkten Kaufnähe. Ein Kunde sucht ein Produkt, sieht die Anzeige, klickt und kauft. Der Weg von der Impression zum Verkauf ist kurz, die Conversion-Raten entsprechend hoch. Für Seller ist dieses Format der effizienteste Weg, Sichtbarkeit auf relevante Suchbegriffe zu gewinnen und organische Rankings durch zusätzliche Verkäufe zu stärken.

Die Herausforderung: Bei steigendem Wettbewerb steigen auch die Klickpreise. Ohne saubere Kampagnenstruktur, regelmäßige Keyword-Optimierung und strategisches Bid-Management werden Sponsored Products schnell teuer. Besonders bei hart umkämpften Keywords in Kategorien wie Supplements, Elektronik oder Haushalt können CPCs deutlich über einem Euro liegen.

Sponsored Brands: Markenaufbau in der Suche

Sponsored Brands (früher Headline Search Ads) sind Markeninhabern vorbehalten und erscheinen prominent oberhalb der Suchergebnisse. Sie zeigen das Markenlogo, eine individuelle Überschrift und bis zu drei Produkte. Klickt der Kunde auf das Logo, landet er im Brand Store. Klickt er auf ein Produkt, geht es direkt zur Produktseite.

Dieses Format hat zwei Funktionen: kurzfristig Klicks und Verkäufe generieren, langfristig Markenbekanntheit aufbauen. Sponsored Brands sind der einzige Ort in den Suchergebnissen, an dem eine Marke sich mit Logo und eigenem Messaging präsentieren kann. Für Marken, die sich von generischen Wettbewerbern abheben wollen, ist das ein wichtiger Hebel.

Seit 2024 bietet Amazon zudem Sponsored Brands Video an. Kurze Produktvideos, die direkt in den Suchergebnissen autoplay abspielen und deutlich höhere Aufmerksamkeit erzeugen als statische Formate. Die Klickraten liegen erfahrungsgemäß spürbar über denen klassischer Sponsored Brands Anzeigen.

Sponsored Display: Retargeting und Zielgruppen

Sponsored Display unterscheidet sich fundamental von den ersten beiden Formaten. Statt auf Keyword-Targeting basiert es auf Zielgruppen und Verhaltensmustern. Seller können Nutzer ansprechen, die ihr Produkt angesehen aber nicht gekauft haben (Retargeting), die Produkte der Konkurrenz betrachten (Conquesting) oder die bestimmte Interessen und Kaufverhalten zeigen.

Die Anzeigen erscheinen nicht nur auf Amazon selbst, sondern auch auf externen Websites und Apps im Amazon-Werbenetzwerk. Damit erweitert Sponsored Display die Reichweite über den Marktplatz hinaus, bleibt aber innerhalb des Amazon-Ökosystems steuerbar und messbar.

Für Seller ist Sponsored Display besonders wertvoll in zwei Szenarien: Erstens, um Kaufabbrecher zurückzuholen, die ein Produkt angesehen, aber nicht konvertiert haben. Zweitens, um gezielt auf Detailseiten von Wettbewerbern präsent zu sein und Kunden abzufangen, die noch keine finale Kaufentscheidung getroffen haben.

Amazon DSP: Programmatic Advertising im Amazon-Universum

Die Demand-Side Platform (DSP) ist Amazons Antwort auf programmatische Werbung und das mächtigste, aber auch komplexeste Format. Über die DSP können Werbetreibende Display-, Video- und Audio-Anzeigen programmatisch ausspielen, sowohl auf Amazon als auch auf tausenden externen Websites und Streaming-Diensten wie Twitch, IMDb und Fire TV.

Der entscheidende Vorteil der DSP gegenüber Sponsored Display: Zugang zu Amazons First-Party-Daten in voller Tiefe. Werbetreibende können Zielgruppen auf Basis von tatsächlichem Kaufverhalten, Suchhistorie und Lifestyle-Segmenten ansprechen. Das geht weit über das hinaus, was Cookie-basiertes Targeting auf anderen Plattformen leisten kann.

Die DSP war lange nur über Managed-Service-Accounts mit hohen Mindestbudgets zugänglich. Inzwischen hat Amazon den Zugang erweitert, aber die Komplexität der Plattform erfordert nach wie vor spezialisiertes Know-how. Für Seller unter 500.000 Euro Monatsumsatz ist die DSP selten der erste Schritt, kann aber für etablierte Marken ein entscheidender Skalierungshebel sein.

Wie die Formate zusammenspielen

Die vier Formate sind keine isolierten Kanäle, sondern Teile eines Funnels. Sponsored Products fangen kaufbereite Kunden in der Suche ab. Sponsored Brands bauen parallel Markenbekanntheit auf und leiten Traffic in den Brand Store. Sponsored Display holt Kaufabbrecher zurück und greift Wettbewerbskunden ab. Die DSP erweitert die Reichweite auf Nutzer, die Amazon noch gar nicht aktiv nutzen, aber zur Zielgruppe gehören.

In der Praxis bedeutet das: Seller, die nur Sponsored Products nutzen, schöpfen das Amazon-Werbeökosystem nicht aus. Die profitabelsten Accounts arbeiten mit einer Kombination aller Formate, abgestimmt auf Produktlebenszyklus, Marge und Wachstumsziel. Ein Produktlaunch erfordert andere Formate als die Verteidigung eines Bestseller-Rankings.

Fazit: Ein Werbesystem, kein einzelnes Tool

Amazon Advertising 2026 ist ein vollständiges Werbesystem mit Formaten für jede Phase der Customer Journey. Wer die einzelnen Formate versteht und strategisch kombiniert, kann Werbebudgets präzise und profitabel einsetzen. Wer nur auf ein Format setzt, verschenkt Potenzial.

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