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Klassiker statt Trend: Die erstaunliche Langlebigkeit erfolgreicher Marken und Titel

Manche Produkte verschwinden bereits wenige Monate nach ihrer Einführung wieder vom Markt. Andere schaffen etwas, das deutlich schwieriger ist. Sie bleiben über Jahre oder sogar Jahrzehnte hinweg relevant und werden zu festen Bestandteilen ihres jeweiligen Marktes. In einigen Fällen geht die Entwicklung sogar noch weiter. Der Name eines Produkts wird so bekannt, dass er stellvertretend für eine ganze Kategorie verwendet wird.

Eine hohe Bekanntheit bedeutet dabei nicht automatisch, dass sich Verbraucher immer für genau diese Marke entscheiden. Viele Menschen greifen bewusst zu günstigeren Alternativen oder vergleichen verschiedene Angebote miteinander. Trotzdem bleiben bestimmte Namen dauerhaft im Gedächtnis und dienen oft als erster Bezugspunkt, wenn von einem bestimmten Produkt oder einer bestimmten Dienstleistung die Rede ist.

Der Zauber des Originals

Wer als Erster eine erfolgreiche Idee auf den Markt bringt, sichert sich damit oft einen besonderen Platz im Gedächtnis der Menschen. Das bedeutet nicht, dass spätere Alternativen automatisch weniger erfolgreich werden. In vielen Branchen haben Nachfolger sogar höhere Verkaufszahlen erzielt als das ursprüngliche Produkt.

Trotzdem haftet dem Original häufig eine besondere Aura an. Das zeigt sich in zahlreichen Bereichen. Manche Filmreihen werden zwar von späteren Teilen übertroffen, dennoch wird bis heute vor allem über den ersten großen Erfolg gesprochen. Ähnliches lässt sich bei Videospielen, technischen Geräten oder bekannten Marken beobachten.

Das Original gilt als Ausgangspunkt für alles, was danach kam. Ein Beispiel dafür zeigt sich auch in der Spielautomatenbranche. Rund um Book of Ra ist im Laufe der Jahre eine ganze Reihe direkter Nachfolger entstanden. Und daneben gibt es noch unzählige weitere Slots mit ägyptischer Thematik, die ebenfalls erfolgreich sind und teilweise ein eigenes Publikum aufgebaut haben.
Und trotzdem bleibt Book of Ra der Titel, der zuerst mit diesem Themenbereich verbunden wird. Das erste erfolgreiche Produkt einer Kategorie wird also praktisch Teil ihrer ganzen Geschichte. Wer über die Entwicklung eines bestimmten Marktes spricht, landet früher oder später bei diesem Namen.

Neue Varianten kommen hinzu, technische Möglichkeiten verändern sich und Trends wechseln zwar, aber das Original bleibt der Bezugspunkt, von dem aus die weitere Entwicklung betrachtet wird.

Vom Produktnamen zum Alltagswort

Nur wenige Marken erreichen einen Status, von dem die meisten Unternehmen nur träumen können. Irgendwann werden sie nicht mehr nur als Produkt wahrgenommen, sondern halten Einzug in den alltäglichen Sprachgebrauch. Menschen sprechen auf einmal von Tempo, obwohl sie ein beliebiges Taschentuch meinen.

Sie greifen zum Tesa statt zum Klebefilm oder sagen Cola, obwohl sie gar nicht eine bestimmte Marke meinen, sondern im Allgemeinen Lust auf einen viel zu süßen, dunkelfarbigen, koffeinhaltigen Softdrink haben. Tatsächlich gibt es zahlreiche solcher Beispiele in den verschiedensten Produktsparten von klein bis groß.

Uhu wird häufig als allgemeiner Begriff für Klebstoff verwendet. Manche Menschen sprechen von einem Jeep, obwohl sie einen Geländewagen einer ganz anderen Marke meinen. Selbst bei Suchmaschinen hat sich dieser Effekt gezeigt. Wer Informationen im Internet sucht, sagt oft einfach, dass er etwas googelt.

Solche Beispiele zeigen, wie tief sich manche Namen im Alltag verankern können. Der eigentliche Produktname verliert an Bedeutung, während die Marke immer stärker zum Sammelbegriff wird. Viele Menschen verwenden die Begriffe ganz automatisch und machen sich dabei kaum Gedanken darüber, woher die Namen ursprünglich stammen.

Preis vs. Marke

Bekanntheit und Kaufentscheidung sind dennoch zwei völlig unterschiedliche Dinge. Nur weil ein Produkt fast jeder kennt, bedeutet das noch lange nicht, dass es auch automatisch gekauft wird. Im Alltag spielen viele weitere Faktoren eine Rolle, ob wir etwas kaufen oder im Regal liegen lassen und zu einer Alternative greifen.

Der Preis, persönliche Vorlieben, Erfahrungen aus der Vergangenheit oder einfach die Frage, welches Produkt gerade verfügbar ist, sind die wichtigsten Faktoren bei der finalen Kaufentscheidung. Auch Gewohnheiten innerhalb der Familie oder Empfehlungen von Freunden können eine Kaufentscheidung beeinflussen.

Viele Verbraucher treffen ihre Entscheidungen auch deutlich pragmatischer, als es manche Marketingstrategen vermutlich gerne hätten. Im Regal wird verglichen, gerechnet und abgewogen. Vielleicht gibt es auch gerade besondere Rabatte oder Coupons in einer Supermarkt-App, die den entscheidenden Ausschlag geben.

Wer regelmäßig einkauft, achtet auf das Preis-Leistungs-Verhältnis, auf Angebote oder auf Erfahrungen, die man mit einem Produkt bereits gemacht hat. Das ändert aber insgesamt nichts daran, wie wertvoll eine starke Marke sein kann.

Wer dauerhaft im Gedächtnis bleibt, besitzt einen Vorteil, den sich neue Wettbewerber oft erst über viele Jahre erarbeiten müssen. Menschen erinnern sich an bekannte Namen, erkennen sie sofort wieder und verbinden bestimmte Erwartungen damit.
Aufmerksamkeit lässt sich kaufen. Eine dauerhafte Verankerung in den Köpfen der Menschen entsteht dagegen über viele Jahre hinweg. Darin unterscheiden sich kurzfristige Trends von Marken und Titeln, die auch nach langer Zeit noch bekannt sind und geradezu automatisch von Mensch zu Mensch überliefert werden.

Trends leben von Neuheit

Eine der größten Herausforderungen für etablierte Marken sind neue Trends. Immer wieder erscheinen Produkte, Apps oder Dienstleistungen, die plötzlich enorme Aufmerksamkeit erhalten und für kurze Zeit überall präsent sind. Aus Sicht der etablierten Anbieter kann das durchaus problematisch werden, schließlich konkurrieren beide um dieselbe Aufmerksamkeit der Verbraucher.
Der große Vorteil eines Trends liegt dabei in seiner Neuheit. Menschen probieren gerne neue Dinge aus und interessieren sich für Entwicklungen, über die gerade viel gesprochen wird. Nicht selten reicht schon ein virales Video oder die Empfehlung eines bekannten Influencers aus, um einem Produkt innerhalb kürzester Zeit enorme Aufmerksamkeit zu verschaffen.

Entsprechend schnell können neue Produkte eine beachtliche Reichweite aufbauen und bestehende Anbieter unter Druck setzen. Viele Trends haben jedoch ein Problem. Sie leben von ihrer Aktualität. Sobald die anfängliche Begeisterung nachlässt, richtet sich die Aufmerksamkeit oft schon auf die nächste Neuheit.

Was dann vor wenigen Monaten noch als großer Durchbruch gefeiert wurde, spielt kurze Zeit später plötzlich kaum noch eine Rolle. Das bedeutet natürlich nicht, dass jeder Trend wieder verschwindet.

Manche Entwicklungen schaffen den Sprung in den Alltag der Menschen und bleiben dort über viele Jahre bestehen. Die meisten Trends erreichen diesen Status jedoch nie. Sie sorgen für Aufmerksamkeit, werden ausgiebig diskutiert und machen schließlich Platz für den nächsten Hype.

Etablierte Marken hingegen können ihrerseits auf Trendwellen mitsurfen, aber sie können es sich auch meistens genauso gut erlauben, einen Hype gänzlich zu ignorieren und praktisch auszusitzen, ohne am eigenen Marketing oder der Produktriege zu schrauben.

Autor

DIM-Team