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Branding – Wenn ein Unternehmen für seine Philosophie bekannt ist

Unter Branding versteht man den gezielten und aktiven Aufbau einer Marke. Die Zielsetzung, die sich hinter einem erfolgreichen Branding verbirgt, ist einfach: es geht darum, die besagte Marke durch bestimmte Charakteristika von den Mitbewerbern abzuheben und Alleinstellungsmerkmale zu entwickeln. Im besten Fall werden somit mit einem Unternehmen positive Assoziationen verbunden.
Ein Aspekt, der hierbei oft in Vergessenheit gerät, ist die Tatsache, dass es unterschiedliche Möglichkeiten gibt, ein Branding für eine neue (oder eine bereits bestehende Marke) zu realisieren. Zudem sollten einige Tipps berücksichtigt werden, damit auch wirklich sichergestellt ist, dass das betreffende Unternehmen im vollen Umfang profitieren kann.

Welche Arten von Branding gibt es?

Wie bereits in den ersten Abschnitten angedeutet: das „klassische Branding“ gibt es mittlerweile nicht mehr. Vielmehr haben Unternehmen verschiedene Möglichkeiten, wenn es darum geht, sich selbst möglichst positiv „zu branden“.

Die Markenentwicklung

Bei der Markenentwicklung geht es – wie die Bezeichnung schon sagt – tatsächlich darum, eine Marke grundsätzlich zu entwickeln. Gerade Start Up Unternehmen fragen sich häufig, wie sie von ihrer eigenen Zielgruppe gern gesehen werden und welche Botschaften sie vermitteln möchten. Wer hier von Vornherein seinen Fokus richtig setzt, kann in vielfacher Hinsicht profitieren. Je nach Unternehmensgröße hilft oft ein Brainstorming weiter. Fragen wie: „Welches Gefühl wollen wir transportieren?“ oder „Wo stehen wir?“ können schon dabei helfen, eine grobe Strategie zu entwickeln.
Die Bezeichnungen „MarkenENTWICKLUNG“ zeigt jedoch auch auf, dass es sich bei einem einmal aufgebauten Image um kein festes Konstrukt handeln muss. Es gibt viele äußere und interne Einflüsse, die dafür sorgen können, dass eine Marke neu ausgerichtet (und dementsprechend „gebranded“) werden muss.

Ein Impulsgeber für die Markenentwicklung bildet eine Markenworkshop.

Das Digital Branding

Viele Unternehmen bzw. Marken sind mit ihren Angeboten im Internet vertreten. Hieraus ergibt sich, dass ein Branding auch immer in digitaler Hinsicht erfolgen sollte. Besonders unkompliziert gestaltet sich dieses Vorhaben über Aktivitäten in den Sozialen Netzwerken und das Erstellen einer eigenen Homepage. Sobald die Zielgruppe mit der betreffenden Marke im Internet in Berührung kommt, sollte ein klarer Wiedererkennungswert dafür sorgen, dass hier keine Fragen offenbleiben. Auch die Firmenphilosophie, für die das betreffende Unternehmen „im echten Leben“ bekannt ist, sollte in der virtuellen Welt weiter transportiert werden. Ein hoher Qualitätsanspruch ist definitiv hilfreich, wenn es unter anderem darum geht, im www neue Kunden zu akquirieren. Ein klassisches Beispiel: eine Homepage im Responsive Design ist heutzutage so gut wie Pflicht.

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Das Corporate Branding

Beim Corporate Branding handelt es sich – vereinfacht ausgedrückt – um mehr als lediglich produktbezogene Markenführung. Für Unternehmen geht es hier vielmehr darum, Vertrauen bei der betreffenden Zielgruppe zu schaffen. Oder anders: die Marke, die sich mit den Herausforderungen rund um Corporate Branding auseinandersetzt, arbeitet nicht „nur“ an ihrem Image, sondern auch direkt an der Bindung zum Kunden. Die Strategie geht damit über die Produktebene hinaus und hat es sich zum Ziel gesetzt, das Unternehmen als ganzheitliches Konstrukt in den Köpfen der Menschen zu manifestieren.

Das Local Branding

Local Branding arbeitet auf lokaler Ebene. Es geht darum, Produkte und Dienstleistungen in einem vergleichsweise regionalen Rahmen an den Kunden weiterzugeben. Ein Bestandteil, der in diesem Zusammenhang eine wichtige Rolle spielt, sind die Absatzpartner vor Ort. Bei ihnen handelt es sich um wichtige Schnittstellen, mit denen unter anderem auch große Unternehmen ihre Verbundenheit zu einer bestimmten Region betonen und so ihre Zielgruppe noch weiter ausbauen können.

Das Personal Branding

Im Zeitalter von Influencern und Co. sollte auch der Bereich des Personal Brandings nicht vernachlässigt werden. Hierbei macht sich eine Person, zum Beispiel ein Prominenter, selbst zu einer Marke. Der Vorteil: Fans haben ohnehin bereits ein gewisses „Grundinteresse“ an dem betreffenden Menschen und interessieren sich dementsprechend wahrscheinlich auch für dessen Produkte. Eine Erfolgsgarantie gibt es hier – wie auch in anderen Bereichen – jedoch nicht. Wenn die Artikel nicht überzeugen, kann sich dies auch negativ auf das Image der jeweiligen Person auswirken.

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Was macht erfolgreiches Branding aus?

Damit ein Branding funktionieren kann, ist es wichtig, dass mehrere Voraussetzungen erfüllt werden. Doch was bedeutet dies eigentlich im Detail?
Im ersten Schritt sollte das Selbstbild der Marke mit dem jeweiligen Fremdbild übereinstimmen. Vor allem der Faktor der Authentizität spielt in diesem Zusammenhang eine wichtige Rolle. Ein Beispiel: es bringt nicht viel, wenn ein Unternehmen nicht müde wird, sich selbst als positiv und vertrauenswürdig darzustellen, diese Botschaft von der Zielgruppe jedoch nicht angenommen wird.
Die folgenden Punkte können dabei helfen, erfolgreiches Branding zu unterstützen:

  1. Kontinuität
    Selbstverständlich kann es sein, dass es nötig wird, sich als Marke neu zu erfinden. Dennoch sollte nach Möglichkeit ein möglichst einheitlicher Kurs gehalten werden. Werden Produktbezeichnungen, Logos usw. immer wieder neu kreiert, wirkt dies verwirrend auf die Zielgruppe. Der Wiedererkennungswert ist so nicht mehr gegeben.
  2. Stimmigkeit
    Logo, Slogan, Homepage, Außendarstellung und Co. sollten zum Unternehmen passen und ineinander greifen. Nur dann, wenn alle Details zusammenpassen, ergibt sich ein stimmiges Bild.
  3. Unverwechselbarkeit
    Ein erfolgreiches Branding sollte keine Zweifel offenlassen. Ein Logo, das an das Logo eines anderen Unternehmens erinnert, kann nicht nur verwirren, sondern auch strafbar sein. Wer hier auf der sicheren Seite sein möchte, sollte sich bei Fragen und Unsicherheiten mit den Vorgaben des Marken- und Patentamtes auseinandersetzen und/ oder einen Marken- und Patentanwalt zu Rate ziehen.
  4. Flexibilität
    Auch das beste Branding ist nicht in Stein gemeißelt. Wer bemerkt, dass ein ehemaliges Branding nicht mehr zur aktuellen Marke passt, sollte nicht zögern, entsprechend nachzujustieren.
Erfolgreiches Branding

Welche Branding Merkmale gibt es?

Spätestens dann, wenn es darum geht, ein Branding zu kreieren, fällt auf, auf wie vielen Ebenen hier gearbeitet werden muss. Die folgende Liste verschafft einen kleinen Überblick darüber, welche Details hier festgelegt werden müssen.

  • Markenwert
    Die Frage „Wie viel ist meine Marke wert?“ ist auf unterschiedlichen Ebenen interessant. Soll das betreffende Unternehmen beispielsweise besonders exklusiv sein oder sich an eine breite Zielgruppe richten? Antworten auf diese Fragen sind auch mit weiteren Überlegungen, zum Beispiel rund um die Preisgestaltung, verbunden.
  • Markenimage
    „Mit welchen Attributen soll meine Marke verbunden werden?“ – Auch hierbei handelt es sich um eine Überlegung, die mit Hinblick auf den schlussendlichen Unternehmenserfolg eine Rolle spielen kann. Denn: aus der Antwort auf diese Frage ergibt sich – zumindest zu einem großen Teil – die Zielgruppe.
  • Logo, Farben, Slogan
    Ein weiterer Bestandteil, der direkt mit dem Branding einer Marke verbunden wird, ist der Mix aus Logo, Farben und Slogan. Bei diesen Bestandteilen handelt es sich um die Details, die oft als erstes in den Fokus rücken und anhand derer entschieden wird, ob überhaupt ein grundlegendes Interesse daran besteht, sich weiter mit den betreffenden Produkten oder Dienstleistungen zu befassen. Daher erklärt es sich von selbst, weshalb das Motto „Der erste Eindruck zählt!“ gerade in diesem Bereich nicht vernachlässigt werden sollte.

Neben den erwähnten Merkmalen gibt es noch weitere Details, aus denen sich ein Branding zusammensetzt. Wer hier auf der sicheren Seite sein möchte, sollte sich in jedem Fall von einer professionellen Marketingagentur beraten lassen. Somit kann sichergestellt werden, dass alle wichtigen Punkte auf dem Weg ins Geschäftsleben und bei der Durchsetzung gegen Mitbewerber berücksichtigt werden.

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Wie kommuniziert man das Branding an die Zielgruppe?

Gerade im Zeitalter des Internets ist es nicht schwer, ein kreiertes Branding an die jeweilige Zielgruppe zu kommunizieren. Wichtig ist jedoch, dass genau diese Kommunikation – beispielsweise über die Sozialen Netzwerke oder über die Homepage – einheitlich verläuft. Wer es hier schafft, kontinuierlich zu arbeiten, stellt sicher, dass seitens der Kunden in spe keine Fragen zu Image, Markenbotschaft und Co. offenbleiben.

Bei allen Vorteilen, die das Internet jedoch mit sich bringt, ist es auch wichtig, das Branding auch „im echten Leben“ an die Zielgruppe zu transportieren. Bereiche, in denen genau das besonders unkompliziert möglich ist, sind Messen, Firmenfeiern, Umfragen in Fußgängerzonen, besondere Aktionen für Neu- und Bestandskunden usw. .

Eine Marke hat sich als „besonders hip“ gebrandet? In diesem Fall sollten Mitarbeiter, die mit der Zielgruppe in Kontakt kommen, entsprechend locker auftreten, Kunden gegebenenfalls duzen usw. Wer es hier schafft, sich ein Alleinstellungsmerkmal aufzubauen, wird oft nicht nur für seine Produkte und Dienstleistungen, sondern auch für sein allgemeines Image bekannt. Ein Aspekt, der in einer Branche voller Mitbewerber nur von Vorteil sein kann.

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Corporate Branding – Das ganze Unternehmen als Marke positionieren

Corporate Branding stellt eine besondere Art der Markenführung dar. Das Branding kennzeichnet die Geschäftswelt in zunehmender Weise immer breiter. Ob YouTuber oder C-Prominente – bei allen, die eine Leistung am Markt erfolgreich anbieten wollen, scheint der Aufbau einer Marke ein wichtiger Baustein des Erfolgs zu sein. Aus der Masse herausstechen, unverwechselbar und authentisch sein, eine starke – auch emotionale – Bindung zu den Kunden, Anhängern, Followern oder Fans erschaffen – das alles sind Ziele, die eben nicht nur klassische Herstellermarken oder Handelsmarken verfolgen, sondern ganz besonders auch Dienstleister, Einzelpersonen, Ideen oder auch gesamte Unternehmen. Letzteres wird mit dem Begriff Corporate Branding zusammengefasst und verspricht eine spezielle Profilierung des gesamten Unternehmens, die vor dem Hintergrund immer komplexer werdender Herausforderungen zum differenzierenden Erfolgsfaktor werden kann.

Die Rolle des Corporate Branding für die Markenarchitektur

Marken lassen sich nach unterschiedlichen Merkmalen klassifizieren, wie z.B. nach dem Träger der Marke (Hersteller oder Handel), nach der Reichweite der Marke (regional oder international) oder nach Ausdehnung hinsichtlich Breite und Tiefe der Markenarchitektur. Anders als bei einer reinen Mehrmarkenstrategie, bei welcher die klare und scharfe Trennung einzelner Marken eines Unternehmens angestrebt wird, stehen bei der Betrachtung der Markenarchitektur die Beziehungen der Marken eines Unternehmens zueinander im Vordergrund. Dies gestaltet sich bis hin zu einer alles umfassenden Unternehmensmarke, die als Dach über allen angebotenen Leistungen steht.

Markenarchitekturen-und-Corporate-Branding

Die Relevanz des Corporate Branding steigt bzw. fällt mit der Dominanz der Unternehmensmarke (Branded House) bzw. Produktmarke (House of Brands).

Eine Einzelmarkenstrategie im Sinne einer House of Brands Architektur entspricht dem klassischen Ansatz eines Markenartikels: Eine Marke - Ein Produkt - Ein Produktversprechen. Jede einzelne Produktmarke eines Unternehmens positioniert sich jeweils eigenständig im Wettbewerbsumfeld. Eine solche Einzelmarkenstrategie ist insbesondere dann sinnvoll, wenn die Produkte sehr heterogen und auch die Zielgruppen sehr unterschiedlich sind, eine Kannibalisierung mit bestehenden Marken befürchtet wird, oder neue Märkte mit innovativen Produkten erschlossen werden sollen. Einzelmarkenstrategien finden sich überwiegend bei Konsumgütern bzw. Verbrauchsprodukten.

Bei einer Dachmarkenstrategie – bis hin zum Branded House – wird für alle Produkte ein gemeinsamer Markenname gewählt und damit eine gemeinsame Kernkompetenz hervorgehoben. Dachmarken finden sich häufiger im Dienstleistungs- und Industriesektor sowie im produzierenden Gewerbe wieder. Chancen ergeben sich aus einer gemeinsamen Nutzung von Grundpositionierung und Kernkompetenz des Unternehmens, der Realisierung von Synergien und damit verbundener Kostenreduktion in der Markenführung bzw. der Kapitalisierung des bestehenden Markenwertes durch Markendehnung. Besonders in Märkten mit kurzen Produktlebenszyklen oder hohen Flopraten von Innovationen kommen die Vorteile zum Tragen. Problematisch sind hingegen insbesondere bei heterogenen Produktprogrammen, dass eine Positionierung sehr unscharf und schwammig wird bzw. die Marke stark verwässert wird, oder Vertrauen und Sympathie zur Marke sinken.

Corporate Branding als konsequente Weiterentwicklung des Corporate Image

Die Grundidee des Corporate Branding geht über die produktbezogene Markenführung hinaus. Dabei ist der Ansatz des Branding eng verwandt. Als Synonym für Corporate Brand werden häufig auch die Begriffe Unternehmensmarke, Herstellermarke, Firmenmarke, Konzernmarke, Absendermarke oder Anbietermarke verwendet.

Michael Bernecker

"Corporate Branding hat zum Ziel, das ganze Unternehmen als Marke in den Köpfen von Kunden, Öffentlichkeit, Geschäftspartnern, Anteilseigner und Kunden zu verankern."

– Prof. Dr. Michael Bernecker, GF Deutsches Institut für Marketing

 

Die Heterogenität der Adressaten bedingt im Corporate Branding das Spannungsfeld zwischen zielgruppenbezogener Berücksichtigung deren Interessen und einer notwendigen Konsistenz und Kohärenz im Bild nach innen und außen. Allen Zielgruppen soll ein einheitliches Bild des Unternehmens kommuniziert werden. Dem folgend wird Corporate Branding gerne als konsequente Weiterentwicklung des Ansatzes der Corporate Identity aus den 70er Jahren angesehen.

Corporate Branding Zielgruppen

Markenführung für das gesamte Unternehmen ist dabei nicht darauf beschränkt, die Identität zu definieren und mittels ikonographischer Elemente sowie kommunikativer Instrumente intern und extern zu transportieren. Corporate Brand geht somit über die Corporate Identity hinaus. Zwar sind die Informationsbedürfnisse der unterschiedlichen Zielgruppen sehr divers, aber sie vermischen sich auch. Nicht selten besitzen beispielsweise Mitarbeiter eines Unternehmens oder aktuelle Kunden auch Aktienanteile. Die Ansprüche dieser Anspruchsgruppen müssen mit den Elementen der Markenpolitik harmonisiert werden. Die Corporate Brand adressiert also alle Anspruchs- und Einflussgruppen, die klassische Produkt- oder Dienstleistungsmarke hat den Käufer oder Anwender im Fokus.

Innerhalb des Unternehmens wird die Corporate Brand durch verbindliche Werte manifestiert und dient als Orientierung für die Mitarbeiter. Diese wiederum fungieren aufgrund ihrer starken Identifikation mit den Werten des Unternehmens und ihrer markenkonformen Verhaltensweisen als wichtige Markenbotschafter gegenüber aktuellen und zukünftigen Kunden und Partnern des Unternehmens. Extern sind die Adressatengruppen deutlich diverser. Hier sind Geschäftspartner im B2B-Bereich, aber auch Medien und öffentliche oder administrative Organisationen zu nennen.

In diesem Zusammenhang sind auch die Auswirkungen der Corporate Brand auf das Personalmanagement zu betrachten. Deutlich kommt dies unter dem Begriff der Employer Brand, welche auf den gleichen Werten wie die Unternehmensmarke basieren sollte, zum Ausdruck. So ist eine positive Corporate Brand beispielsweise auch bei der Personalbeschaffung von Vorteil, denn schließlich sind Authentizität und Glaubwürdigkeit wichtige Faktoren aus Sicht von Mitarbeitern und Bewerbern.

Umsetzung des Corporate Branding

Um erfolgreich eine Corporate Brand im Unternehmen umzusetzen und zu steuern, erfordert es eine Koordination auf oberster Leitungsebene. D.h. aber nicht, dass es einer Organisation quasi von oben „übergestülpt“ werden kann oder darf. Corporate Branding besteht de facto aus einer Summe unterschiedlicher Tätigkeiten und Maßnahmen, welche aufeinander abgestimmt sind. Wird beispielsweise die Corporate Brand merklich verändert oder grundlegend erneuert, bedingt das nicht selten einen deutlichen Strategiewechsel des Unternehmens und neue Geschäftstätigkeiten.

Um die Stimmigkeit aller Aktivitäten zur Steuerung der Corporate Brand zu prüfen, sind Unternehmensvision, Unternehmenskultur und das extern wahrgenommene Unternehmensimage zu betrachten. U.a. ist zu klären, ob die vom Management verfolgte Vision übereinstimmt mit der Erwartungshaltung der Kunden. Beispielsweise erfuhr der Sportartikelhersteller Nike in den 80er Jahren, wie wichtig das ist. Nike verstand sich als Produzent von Sportschuhen für Topathleten, bemerkte jedoch, dass von den meisten Kunden die Schuhe im alltäglichen Leben und auf der Straße genutzt wurden. Die daraufhin erfolgte Fertigung und Vermarktung von Straßenschuhen wurde ein großer Flop. Aus Sicht der Kunden war der Sportartikelhersteller ein Anbieter, der es seinen Kunden ermöglicht, die Sportschuhe ihrer Idole zu tragen.

Ist Corporate Branding heute unverzichtbar?

Gerade in Zeiten und auf Märkten mit enormen gesellschaftlichen Unsicherheiten und des Angebotsüberflusses erscheint das Corporate Branding stark an Bedeutung zu gewinnen. Aktuell brennende Themen zur ökologischen und gesellschaftlichen Nachhaltigkeit sind auch auf oberster Unternehmensebene zu behandeln und müssen in der Öffentlichkeit ein Vertrauenskapital schaffen. Dies kann bis zu einem gewissen Grad auch unabhängig von dem tatsächlichen Leistungsangebot des Unternehmens geschehen. Durch Corporate Branding wird so ein Mehrwert trotz oft austauschbarer Produkte geschaffen.

Corporate Banding birgt aber auch Nachteile in sich. Je enger die Unternehmensmarke und das damit verbundene Image an ein bestimmtes Produkt geknüpft ist, umso geringer ist die Flexibilität bei der Einführung neuer Leistungen am Markt. Hat sich die Corporate Brand erst einmal in den Köpfen der Kunden fest verankert, lassen sich kurz und mittelfristig Änderungen nur sehr schwierig herbeiführen. Passen neue Produkte nicht in das Bild, droht dem Unternehmen im Extremen der Verlust der eigenen Identität. Corporate Branding sollte vor diesem Hintergrund mit äußerstem Bedacht betrieben werden und Luft schaffen für unterscheidbare Positionierungen einzelner Leistungen oder Produktlinien.

Um umwälzende Veränderungen in den Märkten, wie z.B. die Elektromobilität im Automobilmarkt oder aktuelle Modeströme oder Trends, erfolgreich mitgestalten zu können, muss das Corporate Branding hinreichenden Gestaltungsspielraum und Flexibilität ermöglichen, ohne einen Gesichtsverlust gegenüber den Zielgruppen zu erleiden.

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