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Open Innovation – Die Kreativität der Kunden für neue Produkte nutzen

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Innovationen sind der Wachstumsmotor unserer Wirtschaft. Für Unternehmen bildet dieser Bereich eine entscheidende Rolle, wenn es um den Erfolg und die Wettbewerbsfähigkeit geht. In den letzten Jahren ist immer häufiger zu beobachten, dass die Forschung und Entwicklung nicht ausschließlich in den Abteilungen der Unternehmen stattfindet, sondern dass ein Trend besteht, externes Wissen und somit externe Ideen zu nutzen und in den Innovationsprozess mit einzubeziehen. Dieses Phänomen wird unter dem Begriff Open Innovation verstanden. Auch Begriffe wie Crowdsourcing oder Co-Creation werden genutzt, um diesen Ansatz begrifflich abzubilden.

Unternehmen haben, ausgehend von dieser Grundidee, die Möglichkeit, im Rahmen eigener Communities mit Nutzern und Konsumenten zu interagieren und deren Kreativität für die eigene Produktentwicklung zu nutzen. Der Aufbau einer solchen Community unter dem Dach der interessierenden Marke bzw. des interessierenden Unternehmens wird als Branded Community bezeichnet.

Weiterblidung Produktmanager

Open Innovation Beispiele

Erfolgreiche Beispiele für Open Innovation im Rahmen von Branded Communities finden sich zahlreich. So startete beispielsweise Tchibo im Jahr 2008 eine Crowdsourcing-Community auf www.tchibo-ideas.de. Hier können Konsumenten des berühmten Kaffeerösters Produktideen entwickeln, diskutieren und bewerten. Im Falle einer sehr hohen Bewertung wird das Produkt auf seine Markttauglichkeit hin überprüft. Ein weiteres Beispiel ist der italienische Automobilhersteller Fiat, der vor der Markteinführung des Fiat 500 die kreativen Ideen der Konsumenten für die Entwicklung nutzte. Dass solche Aktionen für die Konsumenten interessant sind, zeigen die Resultate eindeutig: Insgesamt wurden über 170.000 Vorschläge eingereicht.

Vor- und Nachteile von Open Innovation

Generell bietet der Open Innovation Ansatz einige Vorteile:

  • Zum einen entsteht eine Verkürzung der Time-to-Market (Zeit der Entwicklung eines Produktes von den ersten Schritten bis zur Markteinführung).
  • Des Weiteren sind die Cost-to-Market (Kosten von Beginn der Planung bis zur Markteinführung) in der Regel auf einem geringeren Niveau als bei Closed Innovations, da an dieser Stelle Personal eingespart werden kann.
  • Als letzten zentralen Vorteil kann der Faktor New-to-Market (der durch die Nachfrager wahrgenommene Neuigkeitsgrad einer Innovation) genannt werden.

Demgegenüber können aber auch Nachteile von Open Innovation ausgemacht werden, die nicht unterschätzt werden dürfen:

  • Zentral hierbei ist die Koordination der Prozesse, die im Rahmen der Innovationstätigkeiten ablaufen. Hier gilt es, die Ideen der Kunden zu sortieren und mit der Forschungsabteilung abzustimmen.
  • Weiterhin dürfen die internen Kosten nicht unterschätzt werden, die im Rahmen der Open Innovations entstehen. Hier sei besonders auf die Schaffung der Kommunikationsnetzwerke verwiesen, durch die die Kunden mit der Forschungsabteilung verknüpft werden.

Weitergehende Informationen zum Thema „Open Innovation“ finden Sie in unseren Seminaren Marktforschung und Produktmanagement.

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Crowdsourcing- die Weisheit der Massen!

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Jeder kennt die Situation eines Brain-Stormings unter Kollegen sowie das Nutzen solcher Techniken zur Ideenfindung. Aber weshalb sollte man solche Tools nicht ausweiten und beispielsweise für die Konzeption ganzer Kampagnen nutzen?

Mturk.com macht es möglich Ideen für wenig Geld einzukaufen. Sie können sich registrieren und einen HIT (Human Intelligence Task) anlegen und die Nutzer auffordern ihnen zu helfen. Hierzu gehören Aufgaben, wie das finden von Produkten, das Einsammeln von Bookmark-Listen, die Überprüfung einer Übersetzung, etc. In dem Großteil der Welt bekommen die Nutzer das Geld auf ihrem Amazon-Konto gutgeschrieben, denn Amazon ist der Betreiber der Plattform.

Während klassische Design-Contests nur kleine Zielgruppen ansprechen, sollen Crowdsourcing-Projekte möglichst viele Nutzer erreichen. Auf diesem Wege sollen auch Personen erreicht werden, die sich im Normalfall weder mit dem Unternehmen noch mit der Kampagne auseinandergesetzt hätten.

Im Bereich der digitalen Fotografie wird dieses Tool schon seit längerer Zeit sehr erfolgreich verwendet. Die Plattform iStockphoto beispielsweise bietet die Möglichkeit, dass Hobbyfotografen ihre Bilder anbieten. Diese Bilder können dann von professionellen Gestaltern gekauft und für kommerzielle Zwecke genutzt werden.

Die Sammlung interessanter Inhalte kann eine Erscheinnungsform von Croedsourcing im Marketing sein. Starbucks betreibt beispielsweise eine stark genutzte Kommunikationsplattform. Ein Highlight dieser Plattform stellt die Tell-a-Friend Funktion dar. Mit dieser kann der Nutzer einen „realen“ Kaffee via E-Mail an einen Freund schicken, den dieser in der nächsten Starbucksfiliale einlösen kann. Auch Tchibo sucht auf diesem Wege nach ganz neuen Produktideen und treibt, mangels Fangemeinde, die Erfinder-Community mit Preisgeldern an.

Die Offenheit in der Projektarbeit kann eine positive Wirkung auf das Markenbild haben, da sich Interessenten intensiv mit der Marke und dem Produkt auseinandersetzen. Trotzdem ist das Crowdsourcing ein zweischneidiges Schwert. Jede geplante Maßnahme sollte einer kritischen Kosten-Nutzen-Bewertung unterzogen werden. Auch mit eventuellen negativen oder unerwünschten Ergebnissen muss gerechnet werden.

Quelle: Internet World Business