Schlagwort-Archive: Definition

Die besten 10 Stealth-Marketing Kampagnen – Mercedes-Benz

Lesen Sie in dem aktuellen 10-teiligen Blog-Special von noch weiteren spannenden Kampagnen rund um das Thema Stealth-Marketing.

6. Lucky Star von Mercedes-Benz

Wer im Sommer 2002 in Großbritannien oder in Nordirland im Kino saß, dürfte nach dem Ansehen des Trailers zum neuen Film von Michael Mann (Heat, Collateral, The Aviator) sicherlich überrascht gewesen sein. In seinem vermeintlich neuen Meisterweg „Lucky Star“ mit Benicio del Toro und Ana Cristina, spielt del Toro (Sin City, Traffic, Fear and Loathing in Las Vegas) einen erfolgreichen privaten Börsenanleger und Glückspieler, der in das Zwielicht eines US-Geheimdienstes gelangt. Del Toro wird verdächtigt an seinen Geldgeschäften Manipulationen vorzunehmen, da alle seine Börsengeschäfte und Wetteinsätze zu erfolgreich sind. Der Geheimdienst kann jedoch keine Beweise für sein illegales Verhalten finden. Nichtsdestotrotz jagen sie den Verdächtigen weiterhin und zwingen ihn zur Flucht. Verfolgt von den Behörden, zeigt sich in einer Szene, dass del Toro sein Glück doch in der eigenen Hand hält.

Wer in den kommenden Monaten auf den Start eines neuen Kino-Meisterwerks wartete, musste bei seiner Recherche zum vermeintlichen Kinostart enttäuscht feststellen, dass es sich bei dem Trailer um einen außergewöhnlichen Werbesport von Mercedes-Benz handelte. Im Vergleich zur klassischen Kinowerbung, die vor dem eigentlich Trailerblock und Film läuft, wurde der Werbetrailer in dem eigentlichen Trailerblock platziert. Eine erkennbare Assoziation, dass es sich bei dem Trailer um einen Werbespot handelte, lieferten die zweieinhalb Minuten des Films nicht. Mercedes-Benz musst auch nicht erkennbar zeigen, dass es sich um einen Werbefilm handelte, da es in der Kinowerbung andere Kennzeichnungspflichten als in dem Print- & TV-Bereich gibt.

Wer jedoch ein geschultes Auge im Bezug auf Product-Placement hatte, konnte schon leicht erahnen, dass das private Fahrzeug von dem Protagonisten sehr häufig in Szene gesetzt worden ist und eine überdurchschnittlich hohe Präsenz aufwies.

Mercedes-Benz wollte mit dem Kinospot den neuen SL500 bewerben und heuerte dazu, für ein actionreiches Feuerwerk, den Regisseur Michael Mann und Top-Schauspieler Benicio del Toro an. Im Nachhinein lässt auch der fiktive Filmname „Lucky Star“ Assoziationen zum Mercedes-Benz Stern zu.

Die Medien reagierten auf die Werbekampagne gespalten. Mercedes Werbetrailer wurde als eine neue Art der Produktplatzierung gelobt, andere kritisierten Mercedes für die willentliche Ausnutzung der Gläubigkeit von Kinobesuchern.

Vorheriger Stealth-Marketing Beitrag:

Hier geht es zurück zum Hauptartikel - Stealth-Marketing: Zwischen Erschleichen und Anschleichen

Die besten 10 Stealth-Marketing Kampagnen – Wal-Mart

Lesen Sie in dem aktuellen 10-teiligen Blog-Special von noch weiteren spannenden Kampagnen rund um das Thema Stealth-Marketing.

8. Lauras und Jims Roadtrip von Wal-Mart

Wal-Mart Roadtrip

Roadtrip von Laura und Jim

Am 27. September 2006 erblickte ein Blog Namens „Wal-Marting Across America“ das Tageslicht. Der erste Beitrag begann mit den Zeilen „ We are not bloggers, but since our lives have always been more journey than destination we are explorers at heart…. We figured we'd give it a go” .

Der Blog sollte über die Reise von Laura und Jim von Las Vegas nach Georgia mit Ihrem Wohnmobil berichten. Auf ihrer Reise durch die USA, parkte und campte das Paar immer an Wal-Mart Supermärkten (WMT). Wal-Markt erlaubt es den Besitzern von Wohnmobilen auf den Kundenparkplätzen kostenlos zu übernachten, was nichts besonders war, da dies fast alle langjährigen Wohnmobilbesitzer kannten.

Laura und Jim bloggten über verschiedene Sehenswürdigkeiten, Städte und über Erfahrungen, die sie mit Menschen auf ihrer Reise gemacht hatten. Besonders häufig wurde jedoch von den Mitarbeitern von Wal-Mart gesprochen. Jeden Mitarbeiter, den Laura und Jim getroffen hatten, war anscheint riesig von seinem Unternehmen überzeugt. Ein Blog-Beitrag hatte zum Beispiel den Titel „From Cashier to Manager”.

Es wurde über Felicia gesprochen, die früher nur eine Kassiererin war und mittlerweile als Projekt-Managerin im Bereich Corporate Strategy / Sustainability arbeitet und ihre Anstrengungen in den Umweltschutz steckte. Sie erzählte, dass Wal-Mart gerade an dem Ziel arbeitete, nur noch 100 % erneuerbare Ressourcen zu verwenden. Bis 2025 sollten die Verpackungen keinen Abfall mehr produzieren.

Nach einiger Zeit fiel jedoch diese Art der lobenden Beiträge über Wal-Mart und seine Mitarbeiter auf, bzw. die Leser des Blogs hatten erste Zweifel. Außerdem sahen alle Mitarbeiter auf den Fotos sehr fotogen aus und hatten alle den Karrieresprung geschafft.

Der Blog genoss jedoch weiter an großer Popularität, bis Wal-Marts Sponsoring von BusinessWeek aufgedeckt worden ist. Das Magazin Advertising Age zitierte den Fauxpas von Wal-Markt mit „One Step Forward, Twenty Steps Back“.

Die komplette Reise von Laura und Jim wurde von der Wal-Marts PR-Firma Edelman inszeniert. Wal-Mart zahlte für Laura und Jim die Flug- & Reisekosten, das Wohnmobil und das Benzin.

Laura und Jim waren auch kein durchschnittliches Paar, das einmal durch die USA reisen wollte. Jim war ein Fotograph der Washington Post und Laura, seine Freundin mit der er seit 8 Jahren zusammen war, eine Text-Freelancerin.

Für Wal-Mart stand die negative PR die nach dem Artikel von BusinessWeek kam, in keinem guten Verhältnis zu dem erhofften Imagegewinn durch den Blog. Es wurden zwar eine Menge an Menschen erreicht und für viele war der Blog auf alle Fälle lesenswert, jedoch fühlten sich einige Mitarbeiter und Kunden von Wal-Mart als betrogen.

Eine Information blieb jedoch weitestgehend unbemerkt. Laura und Jim waren bereits mit einem Wohnmobil auf der Reise durch den Grand Canyon. Als sie an einem Wal-Markt vorbei fuhren, sahen sie auf dem Parkplatz eine Menge anderer Wohnmobile. Sie glauben, es handelte sich hierbei vielleicht um ein Treffen. Damals wusste das Paar noch nicht, das man auf den Parkplätzen kostenlos parken konnte. Laura kam nun die Idee, durch das Land zu fahren, kostenlos an den Wal-Markt Parkplätzen zu halten und Ihre Kinder im Land zu besuchen. Außerdem wollte sie über die RVers (Wohnmobil-Besitzer) bloggen. Bevor sie jedoch damit anfangen wollte, bat sie bei der Organisation Working Families for Wal-Mart um Einverständnis. Dadurch bekam Wal-Mart Wind von der Idee und baute eine PR-Kampagne aus der Geschichte. Hätte Wal-Mart dem Blog mehr Natürlichkeit gegeben, in dem weniger das Unternehmen erwähnt worden wäre, wäre wohl die PR-Reise von Laura und Jim nie aufgeflogen.

Vorherige Stealth-Marketing Beiträge:

Hier geht es zurück zum Hauptartikel - Stealth-Marketing: Zwischen Erschleichen und Anschleichen

Die besten 10 Stealth-Marketing Kampagnen – Blackberry

Lesen Sie in dem aktuellen 10-teiligen Blog-Special von noch weiteren spannenden Kampagnen rund um das Thema Stealth-Marketing.

9. Schauspielerinnen in New York von Blackberry (RIM)

Stealth-marketing: Mann und Frau flirten an einem Tisch

Stealth-Marketing Flirt

Stellen Sie sich vor, Sie gehen abends nach Feierabend in eine Bar. Es ist gerade happy hour und Sie genießen Ihren Cocktail zum halben Preis. Plötzlich werden Sie von einer jungen Dame angesprochen. Sie zeigt deutlich, dass sie an Ihnen interessiert ist und dass sie sich gerne mit Ihnen unterhalten möchte. Nach einer kurzen Annäherungsphase beginnt sie mit Ihnen zu flirten. Alles scheint normal zu sein und nichts verwunderlich oder künstlich. Nach einer Zeit muss sich die Dame leider wieder verabschieden. Damit sie sich bei Ihnen melden kann, fragt sie nach Ihrer Handynummer. Natürlich sind Sie bereit, einer jungen attraktiven Frau, Ihre Handynummer zu geben. Sie willigen ein und die Dame holt ihr Handy aus ihrer Tasche. Sie dürfen Ihre Nummer in ihr Handy tippen.

Aber etwas ist anders. Sie kennen das Smartphone nicht, auf dem sie Ihre Nummer hinterlassen sollen. Sie erkennen zwar, dass es sich wahrscheinlich um ein Blackberry handelt, aber Sie sind sich nicht ganz sicher. Das Handy muss gerade erst erschienen sein, aber an so ein neues Modell können Sie sich nicht erinnern. Sie fangen an, die Dame nach dem Handy zu fragen. Die junge Dame erzählt Ihnen jetzt was sie eigentlich den ganzen Abend schon vor hatte zu sagen: Dass das neue Blackberry, das beste Handy ist, das sie je hatte. Sie drehen das Handy um, begutachten es und stimmen höchstwahrscheinlich damit überein, dass das Handy „sehr schick“ ist.

Das war es auch schon. Das Schauspiel ist vorbei. Nur wissen Sie das nicht. Sie hoffen die nächsten Tage immer noch eine Nachricht oder einen Anruf von der hübschen Damen zu erhalten. Aber sie wird nie anrufen.

So oder so ähnlich lief eine geheime Werbekampagne von Blackberry in New York ab. Blackberry hatte die Absicht, das neue Smartphone in die Hände einer gutaussehenden, geselligen jungen Frau zu geben, die das Handy bewirbt ohne das die Öffentlichkeit bzw. der potenzielle Kunde etwas davon erfährt.

Die bezahlten Schauspielerinnen hatten den Auftrag in angesagte Bars zu gehen und über das Flirten in Kontakt mit anderen Männern zu treten, um das Smartphone zu bewerben. Eine Stellungnahme von Blackberry zu dieser Kampagne, auf Anfrage der New York DailyNews, gab es nicht.

Blackberry war jedoch nicht der erste Handy-Hersteller, der sich solch einer Kampagne verschrieben hatte. Bereits einige Jahre zuvor gab es eine ähnliche Kampagne, die als eine der berühmtesten Stealth-Marketing Kampagnen angesehen werden kann. Wer sich dahinter versteckt und welches Ziel diese Kampagne hatte, erfahren Sie in einem der nächsten Beiträge zum Blog-Special Stealth-Marketing.

Vorheriger Stealth-Marketing Beitrag:

Hier geht es zurück zum Hauptartikel - Stealth-Marketing: Zwischen Erschleichen und Anschleichen

Die besten 10 Stealth-Marketing Kampagnen – Megawoosh

Lesen Sie in dem kommenden 10-teiligen Blog-Special von noch weiteren spannenden Kampagnen rund um das Thema Stealth-Marketing.10. Megawoosh.com von Microsoft Deutschland

 

Ende 2009 wurde ein Video veröffentlicht, welches eine Person Namens Bruno Kammerl zeigte, die über eine große Wasserrutsche sprang und anschließend in einem entfernen Plantschbecken landete und unversehrt die Sache überstand. In der Videobeschreibung befand sich ein Link zur Seite www.megawoosh.com. Suchte man im Internet weiter nach dem Namen Bruno Kammerl, so fand man ein öffentliches Xing-Profil, ein Facebook-Account und zwei weitere Seiten (www.mach-es-machbar.de & www.projektbuero-kammerl.com) die über das Wasserrutschen-Projekt berichteten.

Stealth-Marketing von Microsoft Deutschland

Allem Augenschein nach handelte es sich bei Bruno Kammerl um eine echte Person, die dabei war, eine abriebfreie Oberflächenbeschichtung zu entwickeln. Auf megawoosh.com und mach-es-machbar.de wurde das Projekt von Bruno Kammerl in einem Blog-Schema vorgestellt und dabei wurde häufig der Projektfortschritt in Form von Screenshots präsentiert. Diese Screenshots entstammten aus dem Programm Microsoft Project 2010. Schaute man sich anschließend das Impressum an, so war der Inhaber der Seite nicht Bruno Kammerl oder sein Projektbüro, sondern die Microsoft Deutschland GmbH.

Microsoft versuchte mit einem viralen Video, das aktuell etwa 6.7 Millionen Aufrufe auf Youtube hat, ihre neue Projekt-Software zu bewerben, ohne erkennbar zu zeigen, dass es sich bei der Kampagne um ein gefaktes Video und eine fiktive Person handelte. Erst das Impressum lies Spekulationen über das Video und das vorgestellte Projekt aufkommen.

Hier geht es zurück zum Hauptartikel - Stealth-Marketing: Zwischen Erschleichen und Anschleichen

 

 

Was verstehen Sie unter Enterprise Marketing Management (EMM)?

Lieber Leser des Blogs,

wir, das Team vom Deutschen Institut für Marketing, möchten gerne mit ihnen über einen aktuellen Modebegriff diskutieren. Unser Institutsleiter Prof. Dr. Bernecker defniert den Begriff Enterprise Marketing Management (EMM) wie folgt:

„Enterprise Marketing Management (EMM) steht für die ganzheitliche Planung, Organisation und Steuerung alle Marketing- und Vertriebsaktivitäten innerhalb eines Unternehmens mit Hilfe einer Softwarelösung.”

Was ist Ihre Meinung dazu?