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Schriftliche Befragung

Schriftliche Befragung
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In unserem heutigen Blogbeitrag aus der Reihe „Methoden der Markforschung“ möchten wir Ihnen die Methode schriftliche Befragung einmal näher vorstellen. In Zeiten der Online-Forschung verliert die schriftliche Befragung als Befragungsmethode zunehmend an Bedeutung. Trotzdem ist dieses Befragungsinstrumentarium in der Marktforschung für zahlreiche Zwecke weiterhin unverzichtbar.

schriftliche Befragung

 

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Was ist eine schriftliche Befragung?

Im Rahmen von schriftlichen Befragungen wird ein Fragebogen erarbeitet, der von den Probanden selbst ausgefüllt wird. Im Vergleich zu telefonischen oder persönlichen Befragungen ist kein Interviewer anwesend, der die Fragen vorliest und die Antworten notiert. Im Normalfall ist diese Marktforschungsmethode durch einen hohen Standardisierungsgrad geprägt.

 

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Bastian Foerster

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Schriftliche Befragungen sind insbesondere bei Themen mit geringem Erklärungsbedarf ein probates Instrumentarium der Datengewinnung. Klassisch erfolgt die schriftliche Befragung auf dem Postweg, über den die Probanden den Papierfragebogen erhalten. Unter schriftlichen Befragungen werden aber auch beispielsweise Fragebögen in Zeitungen oder Zeitschriften verstanden. Daneben unterscheidet man auch schriftliche Befragungen, die mit persönlicher Unterstützung stattfinden, wie z.B. das Klassenzimmerinterview. Die anwesende Person fungiert dabei meist als Informationsquelle für Rückfragen sowie als Organisator der Befragung. Die verschiedenen Typen der schriftlichen Befragung lassen sich insgesamt folgendermaßen kategorisieren:

Typen der schriftlichen Befragung

Die Vorteile der schriftlichen Befragung

Das Instrument bietet im Vergleich zu den alternativen Befragungsformen einige Vorteile:

  • Abdeckung eines großen räumlichen Gebietes: Durch eine postalische Zustellung der Fragebögen lassen sich genau definierte Gebiete abdecken, die fast beliebig groß sein können.
  • Keine Beeinflussung durch einen Interviewer (Interviewer-Effekt): Beeinflussungen, die auf die Anwesenheit eines Interviewers zurückzuführen sind, sind bei dieser Befragungsform ausgeschlossen.
  • Vergleichsweise niedrige Kosten: Da die Befragungen nicht durch einen Interviewer durchgeführt werden, sondern der Proband selbst die Fragen liest und beantwortet, sind schriftliche Befragungen vergleichsweise günstiger als z.B. telefonische Befragungen oder Face-to-Face-Befragungen.

 

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Die Nachteile der schriftlichen Befragung

Auf der anderen Seite weist diese Erhebungsmethode auch etwaige Nachteile auf, die im Vorfeld eines Projektes berücksichtigt werden müssen:

  • Nur Personen mit bekannter Adresse erreichbar: Voraussetzung für eine postalische Befragung ist, dass die Adressen der Zielgruppe vorliegen.
  • Teilweise geringe Rücklaufquoten: Schriftliche Befragungen, die auf dem Postweg an die Probanden versendet werden, haben meist nur Rücklaufquoten von fünf bis 30 Prozent zu verzeichnen. Telefonische Befragungen und Face-to-Face-Befragungen können deutlich bessere Rücklaufquoten erzeugen.
  • Limitierter Fragebogenumfang: Durch die unverbindliche Befragungssituation ohne Interviewer ist die Fragebogenlänge von vornherein limitiert, denn nur die Wenigsten werden in der Regel eine Vielzahl von Fragen freiwillig ohne Anwesenheit eines Interviewers beantworten. Natürlich gibt es hierbei auch Ausnahmen. Insbesondere wenn ein hohes Themeninvolvement seitens der Stichprobe zu erwarten ist, können auch mit diesem Befragungsinstrumentarium längere Fragebögen zum Einsatz kommen.
  • Limitierte Komplexität: Neben der Fragebogenlänge ist bei schriftlichen Befragungen auch die Komplexität der Fragen limitiert, denn bei postalischen Befragungen steht kein Interviewer zur Verfügung, der den Probanden bei Verständnisschwierigkeiten zur Seite steht. Somit müssen die Fragen möglichst selbsterklärend und unkompliziert formuliert sein.
  • Keine Kontrolle der Ausfüllsituation: Die Abwesenheit eines Interviewers bringt ebenfalls das Problem mit sich, dass man nicht mit absoluter Sicherheit sagen kann, wer die Fragen letztlich beantwortet hat.

Vor- und Nachteile schriftliche Befragung

Einsatzgebiete der schriftlichen Befragung

Schriftliche Befragungen werden heutzutage oftmals im Rahmen von Studien angewandt, bei denen die Zielgruppe wenig internetaffin oder schwierig über das Telefon zu erreichen ist. So versprechen sie z.B. bei älteren Zielpersonen große Erfolge. Teilweise werden schriftliche Befragungen auch als zusätzliche Methode genutzt, um, z.B. in Kombination mit einer Online-Befragung, möglichst viele Zielpersonen zu erreichen. Dadurch, dass es keinen Interviewer gibt, der auf einer persönlichen Ebene Vertrauen zum Probanden aufbauen und diesen zur Teilnahme bewegen kann, sollten einige Faktoren beachtet werden, damit der Rücklauf erfolgreich ausfällt. Hierzu gehören zum Beispiel die folgenden Faktoren:

  • Ankündigung der Studie im Vorfeld (z.B. telefonisch)
  • Verdeutlichung des Zwecks / Nutzens der Umfrage
  • Nutzerfreundliche Gestaltung des Fragebogens
  • Relevante Informationen im Anschreiben
    • Offizieller Briefkopf der durchführenden Institution
    • Untersuchungsthema und Untersuchungszweck
    • Begründung der Auswahl der Probanden
    • Genaue Anleitung zur Durchführung der Befragung
    • Zeitliche Daten, wie Dauer der Beantwortung und Frist zur Rücksendung
    • Ansprechpartner und Kontaktdaten bei Rückfragen
    • Zusicherung der Vertraulichkeit

  • Adressierter und frankierter Rückumschlag

 

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Schriftliche Befragungen beim Deutschen Institut für Marketing

Das Deutsche Institut für Marketing führt bereits seit Jahren erfolgreich verschiedenste Projekte mit Kunden aus unterschiedlichen Branchen mithilfe schriftlicher Befragungen durch. In enger Abstimmung mit dem Kunden wird ein Konzept erarbeitet, das zu einem maximalen Rücklauf führt. Die ausgefüllten Fragebögen werden im Deutschen Institut für Marketing gesammelt, nummeriert und in einer Datenbank erfasst. Auf Wunsch werden die potenziellen Probanden im Rahmen einer Nachfassaktion noch einmal telefonisch kontaktiert und zur Teilnahme motiviert. So lässt sich die Rücklaufquote in vielen Fällen signifikant steigern.

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Face-to-Face-Befragung

Face-to-Face-Befragung
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In unserer Blogreihe „Methoden der Marktforschung“ möchten wir Ihnen die gängigsten Marktforschungsmethoden näher erläutern. Hierbei stehen den Marktforschern eine Reihe von quantitativen und qualitativen Methoden zur Auswahl, die je nach Untersuchungsziel ausgewählt werden können. Eine Methode der Marktforschung stellt die Face-to-Face-Befragung dar, über die wir für Sie im Folgenden alle wichtigen Informationen zusammengefasst haben.

 

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Die Face-to-Face-Befragung bildet den ersten Beitrag unserer fünfteiligen Blogreihe. Die persönliche bzw. Face-to-Face-Befragung findet häufig in einem Umfeld statt, das in einem direkten Bezug zur Fragestellung der Studie steht. Diese Form der Erhebung kommt heutzutage eher seltener zum Einsatz, jedoch ist sie für manche Zwecke unumgänglich.

Face-to-Face-Befragung

Was ist eine Face-to-Face-Befragung?

Der Begriff Face-to-Face-Befragung beschreibt Interviews, bei denen ein Interviewer den Probanden persönlich zu unterschiedlichen Themenstellungen befragt. Es besteht dementsprechend ein unmittelbarer persönlicher Kontakt zwischen Interviewer und Proband. Der Standardisierungsgrad bei dieser Erhebungsmethode kann von vollständig standardisiert bis hin zu nicht-standardisiert reichen. Der erste Fall beschreibt einen klassischen Fragebogen, der in der Regel alle Antwortmöglichkeiten vorgibt und keinen Spielraum für eigene Fragen / Interpretationen zulässt. Eine Nicht-standardisierte Befragung ist demgegenüber eher als Leitfaden zu verstehen. Die Fragen sind offen gestellt und der Interviewer kann den Gesprächsverlauf gezielt lenken, um die gewünschten Informationen einzuholen.

Face-to-Face-Befragungen finden häufig auf der Straße, in Einkaufszentren oder im Rahmen von Freizeitangeboten (Freizeitparks, Zoos etc.) statt. Die klassische Form dieser persönlichen Befragungen ist das sogenannte Paper-and-Pencil-Interview (PAPI), bei dem der Interviewer die Antworten des Probanden handschriftlich notiert. Heutzutage werden persönliche Befragungen jedoch zunehmend computergestützt durchgeführt, sodass sich diesbezüglich der Begriff CAPI (Computer Assisted Personal Interview) etabliert hat. Der Vorteil der letzten Methodik liegt darin, dass die Antworten sofort digital erfasst werden.

 

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Die Vorteile von Face-to-Face-Befragungen

Face-to-Face-Befragungen haben gegenüber anderen Erhebungsformen die folgenden Vorteile:

  • Hohe Erfolgs- bzw. Rücklaufquote: Durch die persönliche Anwesenheit / Akquise eines Interviewers ist diese Befragungsform in der Regel die Methodik mit der erfolgversprechendsten Rücklaufquote.
  • Unmittelbare Hilfestellungen sind möglich: Der Interviewer hat die Möglichkeit, Sachverhalte zu erklären, falls der Proband Verständnisschwierigkeiten hat.
  • Nachfragen sind möglich: Durch die Gesprächssituation zwischen Interviewer und Proband ergibt sich die Möglichkeit, dass der Interviewer gezielte Nachfragen stellen kann, wenn interessierende Sachverhalte aufkommen. Dadurch erhält man üblicherweise mehr Informationen als z.B. bei einer standardisierten Online Befragung.
  • Erhebung zusätzlicher Informationen: Der Interviewer hat die Möglichkeit, weitere Informationen zu erheben, die über die eigentlichen Antworten auf die Fragen hinausgehen. Zum Beispiel kann er spontane Reaktionen oder Emotionalitäten des Probanden erfassen.
  • Befragungstaktisches Instrumentarium bestmöglich einsetzbar: Durch die Tatsache, dass der Interviewer die Fragen vorliest, wird die Reihenfolge der Fragen so eingehalten, wie es im Vorfeld geplant war. Auch die Gefahr, dass Fragen bzw. Frageblöcke übersprungen werden (müssen), wird minimiert.

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Die Nachteile von Face-to-Face-Befragungen

Obwohl die Face-to-Face-Befragung gewisse Vorteile gegenüber alternativen Methoden bieten, sind mit dieser Methode auch Nachteile verknüpft, die in vielen Fällen das K.O.-Kriterium bilden:

  • Hohe Kosten: Der Nachteil, der in den meisten Fällen dazu führt, sich für eine andere Methode zu entscheiden, sind die mit Face-to-Face-Befragungen verbundenen hohen Kosten. Denn um eine repräsentative Anzahl an Interviews zu realisieren, bedarf es in der Regel mehrerer Interviewer, die geschult werden müssen. Weitere Kostenfaktoren, wie z.B. der Reiseaufwand, kommen ebenfalls hinzu.
  • Hoher Durchführungsaufwand: Im Vergleich zu anderen Marktforschungsmethoden ist der Durchführungsaufwand persönlicher Befragungen vergleichsweise hoch, da jedes Interview einzeln von einem Interviewer durchgeführt wird.
  • Interviewereffekt: Durch die Anwesenheit eines Interviewers, der dem Probanden die Fragen stellt, kann es zu Verzerrungen im Antwortverhalten kommen. Dies kann einerseits durch die Situation oder auch den Einfluss des Interviewers bedingt sein. Typische Verzerrungen im Rahmen einer persönlichen Befragung sind z.B. sozial erwünschte Antworten des Probanden, um vor dem Interviewer in möglichst gutem Licht zu stehen.

Vor- und Nachteile persönliche Befragung

 

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Einsatzgebiete von Face-to-Face-Befragungen

Im Rahmen der qualitativen Marktforschung ist diese Befragungsart die bewährteste Methode der Datenerhebung, da sich hierüber die meisten Informationen einholen lassen und gezielte Nachfragen gestellt werden können. Beispiele sind Tiefeninterviews, Gruppendiskussionen oder Experteninterviews. In der quantitativen Marktforschung hat die Methode demgegenüber in den letzten Jahren an Bedeutung verloren. Trotzdem ist sie für einige Zwecke die einzige sinnvolle Methode. Hierzu gehören z.B. POS-Befragungen, Befragungen in Freizeitparks / Zoos oder auf Messen. Hier lassen sich gerade erlebte Eindrücke / Erfahrungen am besten mithilfe einer persönlichen Befragung erfassen. In anderen Fällen erscheinen die alternativen Methoden, wie z.B. Online-Befragungen, als kostengünstigeres und effizienteres Instrument.

Face-to-Face-Befragungen beim Deutschen Institut für Marketing

Das Deutsche Institut für Marketing blickt auf eine langjährige Erfahrung im Bereich persönlicher Befragungen zurück. Mit einem festen Stamm an Interviewern haben wir bereits mehr als 50 Studien mithilfe von persönlichen Interviews durchgeführt. Um eine maximale Datenqualität zu erreichen, werden die Interviewer im Vorfeld jedes Projektes geschult und über die Besonderheiten aufgeklärt. Bei der Befragung mit den Probanden werden die Interviewer kontrolliert und ggf. auf Unstimmigkeiten aufmerksam gemacht. Dadurch stellen wir eine valide Datenbasis sicher. So erhalten Sie genau die Informationen, die für Ihre unternehmerischen Fragestellungen entscheidend sind.

 

Hier gelangen Sie zu Teil 2 der Blogreihe "Methoden der Marktforschung"

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