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Wie Corona Public Relations beeinflusst

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Die Pandemie, die unter dem Namen COVID-19 oder Corona in Deutschland und der Welt grassiert, hat massive Auswirkungen – in erster Linie auf die Gesundheit der Menschen und auf die medizinische Versorgung, aber auch auf das alltägliche Leben und auf die Jobs vieler. Wer die Schlagzeilen studiert, die durch die Presse jagen, hört nicht nur von Ge- und Verboten und der Not der Erkrankten, sondern immer öfter auch von Firmen, die Kurzarbeit anmelden, ihre Produktionen schließen und nicht wissen, wie sie langfristig in der Corona-Krise bestehen können. Welche Auswirkungen der Virus auf Public Relations hat, soll dieser Beitrag zeigen.

Public Relations Coronavirus

Blitz-Umfrage der GPRA zeigt: Es gab bereits Kürzungen

Die Gesellschaft Public Relations Agenturen (GPRA) hat direkt reagiert und eine Umfrage gestartet, an der insgesamt 25 Agenturen teilgenommen haben. Im Zuge der Umfrage wurde unter anderem danach gefragt, wie sich die Corona-Krise auf die Agenturen auswirkt.

Das waren die Ergebnisse in der Kurzform:

  • Über 70 Prozent der befragten Agenturen müssen bereits heute mit Budgetkürzungen jonglieren. In den meisten Fällen fallen diese allerdings in geringem Maße aus, was bedeute, dass die Budgetkürzung sich unter 50.000 Euro beläuft.
  • Neue Umsatzmärkte bringt die Krise dennoch mit sich: Rund 65 Prozent der befragten Agenturen gaben an, bei der internen Kommunikation einzuspringen. Auch die Krisenberatung und die Um-Orientierung auf Online-Angebote wie beispielsweise das Live-Streaming seien neue Geschäftsfelder für die PR.

Die GPRA-Chefin, Christiane Schulz, erklärte ihrerseits, dass die weiteren Entwicklungen noch unklar seien, schließlich sei die Lage dynamischer denn je und dementsprechend unklar sei auch die Richtung, in die sich die PR-Branche im Zeichen von Corona entwickle. Den Umsatzanstieg von 44 Prozent, den viele PR-Agenturen bis zur Corona-Krise für 2020 prognostiziert hatten, habe sich bereits umgekehrt. Mittlerweile geht die Hälfte der PR-Agenturen davon aus, dass mit der Krise ein negativer Umsatzeffekt einhergehen wird. Erste Anzeichen dafür seien bereits bei 58 Prozent der befragten PR-Agenturen spürbar. Aus den Kundenterminen vor Ort werden Online-Meetings, Mitarbeiter arbeiten vornehmlich im Homeoffice, auch Kurzarbeit sei bereits in einigen Agenturen ein Thema. Von abgesagten und verschobenen Projekten sprachen bereits 81 Prozent der befragten Agenturen. Auch zeigt ein Blick in die PR-Welt, dass zahlreiche Konferenzen und Messen abgesagt wurden und der Austausch vornehmlich online erfolgt.

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So reagiert die PR-Branche auf die Corona-Krise

Wenn sich Umstände ändern und Altbewährtes plötzlich nicht mehr funktioniert, gibt es zwei Möglichkeiten, damit umzugehen: Abzuwarten, den Kopf in den Sand zu stecken, wie es der Strauß sprichwörtlich tut, oder umzudenken und alternative Routen zu gehen.

Doch was bedeutet das für die PR-Branche?

Mit Blick auf die Informationsflut, die aktuell durch die digitalen Kanäle schießt, ist es nicht nötig, auf Masse zu setzen, sondern auf Qualität. Es geht also nicht darum, Content-Marketing zu nutzen, um stündlich neue Inhalte für Kunden vorzuhalten, sondern darum von Profis des Content-Marketings Inhalte kreieren zu lassen, die trotz oder gerade in der aktuellen Datenflut ankommen. Darüber hinaus setzen viele Anbieter auf Information und Marketing in einem. So erklärt der Wechselpilot beispielsweise, wie Corona den Strompreis drückt – und was das für Wechselwillige bedeutet. Hier verquickt die Marketingabteilung nützliche Informationen in der Corona-Krise mit dem eigenen Produkt:

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Quelle: www.wechselpilot.com/strompreisvergleich

Ein weiteres Beispiel vom Vergleichsportal Idealo geht in eine ähnliche Richtung: Auch mit dieser Grafik wird Information und Marketing verquickt. Natürlich hat die Bevölkerung ein großes Interesse an Corona-News. Die „hard facts“ gibt’s aus den Nachrichten. Das, was die Menschen aus den Vorgaben der Politik machen, die sogenannten „soft facts“ also, gibt’s in sozialen Medien oder in dieser Idealo-Grafik zu sehen. Sie zeigt, dass sich die Bevölkerung mit Hanteln, Gesellschafts- und Nintendo-Switch-Spielen auf die Zeit ohne physische soziale Kontakte einstellt. Headsets sollen komfortable, lange Telefonate ermöglichen, die die physische Distanz vergessen machen, und Fieberthermometer sowie Erkältungsmittel sollen den Weg zur Apotheke verringern – schließlich könnten dort auch Viren lauern.

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Quelle: www.idealo.de

Um den Kontakt zum Kunden zu erhalten, gilt es nun mehr denn je, Online-Kanäle zu nutzen. Das bedeutet abermals viel Arbeit für die IT, um stabile Netzwerke zu schaffen, in der die Kunden auch zuverlässig bedient werden können. Doch auch die Inhalte müssen zielgruppenspezifisch, unterhaltend, informativ und im besten Fall kaufinspirierend sein.

Event-Marketing können die Verantwortlichen aktuell getrost von ihrer To-do-Liste streichen – zumindest, wenn es darum geht „reale“ Events zu organisieren. Diese sind aktuell weder erlaubt noch sinnvoll, um die Ansteckungsraten nachhaltig zu senken. Stattdessen gilt es nun, technische Optionen zu nutzen. Die IT ist gefragt, um Online-Plattformen einzurichten, die den Austausch online ermöglichen – und das Marketing ist gefragt, um gezielt und punktgenau über die Alternativen zu berichten. Zur Verfügung stehen könnten dafür etwa 30 bis 40 Prozent des Marketingbudgets. So viel wird ohne Corona-Krise nämlich in Messesponsoring, Reisen und Co. investiert.

Wer sich bereits im Vorfeld der Corona-Krise zuverlässig um seine Zielgruppe gekümmert hat, weiß nun, mit wem er es zu tun hat und kann dort ansetzen. Das heißt, der Kundenkontakt beginnt hier bereits im Advanced-Level. Wer hingegen nun erst versucht herauszufinden, wie der Kundenstamm in Zeiten von Ausgangssperren und Co. erreicht werden kann, startet von Null – quasi auf dem Beginner-Level. Zu den Professionals zählen diejenigen, die bereits ein funktionierendes Online-System haben – inklusive Kommunikation, Vertrieb, Absatz und Gewinn. Und eines ist sicher: Alle drei Levels sind nur mit PR-Profis zu bewerkstelligen – sei es was das Content-Marketing angeht als auch andere SEO- und SEA-Maßnahmen und all das, was Online-PR zu bieten hat.