#heimkommen – Storytelling mit EDEKA, DB und IKEA

#heimkommen – Storytelling mit EDEKA, DB und IKEA
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Bei der neuen #heimkommen Kampagne erwarteten viele einen lustigen Clip à la supergeil der zum Schmunzeln einlädt. Doch es kam anders als erwartet – statt den Zuschauern ein Lächeln zu zaubern, setzt EDEKA beim neuesten Spot auf emotionales Storytelling und regt zum Nachdenken an.

Der EDEKA Weihnachtsclip – Die Story

Ein älterer Herr deckt den Essenstisch und schaut betrübt aus dem Fenster. Er sieht, wie sich die Familie der Nachbarn in die Arme schließt. Doch seine eigene Familie ist auf der ganzen Welt verteilt und hat keine Zeit mit ihm die Weihnachtstage zu verbringen. Doch dann geschieht das Unerwartete – die Angehörigen bekommen eine Nachricht, dass der ältere Mann gestorben ist.

Jetzt schlägt die Geschichte um und rührt viele Menschen zu Tränen:

Große Gefühle = Große Wirkung?

Das Weihnachtsvideo feiert in den sozialen Netzwerken große Erfolge. Allein auf Facebook wurde das Video über 550.000 Mal geteilt und über 300.000 Mal mit Gefällt-Mir markiert. Auch die Facebook-Präsenz von EDEKA boomt aktuell! Innerhalb von drei Tagen nach dem Launch der Kampagne, konnte EDEKA über 51.918 neue Facebook-Fans generieren. Allein auf Facebook wurde das Video über 18 Millionen Mal abgespielt. Doch auch auf Youtube ist der Spot ein größerer Kassenschlager als die alte #Kassensymphonie. Dort haben sich fast 26 Millionen Menschen die Weihnachtskreation angesehen. Auch auf Twitter sorgt der Clip für Gesprächsstoff. Der Hashtag #heimkommen wurde über 1.500 Mal eingesetzt.

Mittlerweile macht der Spot auch international auf sich aufmerksam:

Doch nicht alle sind begeistert

EDEKA bedient sich im Weihnachtsvideo einer sehr sensiblen Angelegenheit. Viele Internetnutzer sind empört über die Thematisierung von Tod und Familienproblemen zur Imageförderung der Supermarktkette.

Trittbrettfahrer: DB Bahn

Deutsche Bahn Edeka

Sehnsucht nach der Familie? #heimkommen gibt’s bei uns schon ab 19 Euro.

Posted by DB Bahn on Mittwoch, 2. Dezember 2015

Es hat nicht lange gedauert bis die Deutsche Bahn auf den Zug aufgesprungen ist. Auf Facebook wurde ein Foto veröffentlicht, das den Opa aus der EDEKA Werbung in der Bahn zeigt. Der Beitrag zählte nach nur 18 Stunden über 11.000 Likes und 1000 Shares. Doch trotz der stetig steigenden Like-Anzahl der Fanseite sind auch hier, wie bei vielen Beiträgen auf der Seite, die Kommentare nicht sehr positiv.

Dabei wird dem eigentlichen Beitrag sehr wenig Aufmerksamkeit geschenkt. Die Stimmung in den Kommentaren schwankte nach kurzer Zeit um, zum generellen #Bahn-Bashing. Die DB Bahn hat in den sozialen Netzen einen schwierigen Stand. Anfangs versuchten die Moderatoren der Facebookseite die Fragen noch zu beantworten, verloren jedoch schnell die Kontrolle über das Geschehen.

Auch IKEA wünscht sich mehr Zusammenhalt in der Weihnachtszeit

Ikea gästaurant weihnachten

Gemeinsam statt einsam.

Doch nicht nur EDEKA oder die Deutsche Bahn setzen dieses Jahr zu Weihnachten auf emotionsgeladenes Contentmarketing. Auch die Weihnachtskampagne von IKEA bedient sich der Einsamkeit um die Festtage und hat zu diesem Zweck eine eigene Landingpage eingerichtet. Auf der Seite kann man sich als Gast oder Gastgeber registrieren und sich mit neuen Leuten zum Kochen, Backen und Feiern verabreden. Mit dem eigenen „Gästaurant“-Konfigurator können registrierte Gastgeber online zu Tisch laden.

Gästekonfigurator Ikea

Die Botschaft der Nächstenliebe und der Appell zu mehr Menschlichkeit und trautem Familienleben scheint nicht nur der Leitgedanke von IKEA, EDEKA und der Deutschen Bahn zu sein. Denn auch der Verlagsriese OTTO schickte mit seinem Weihnachtsspot „Weihnachten ist in dir“ eine emotionale Weihnachtsbotschaft voraus.

Was halten Sie von den vorweihnachtlichen Werbekreationen: #supergeil oder #superkitsch?

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