KMT 4: Rechtliche Aspekte des Social Media Marketing – Vortrag und Interview

KMT 4: Rechtliche Aspekte des Social Media Marketing – Vortrag und Interview
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Zum Thema Social Media Marketing gab es beim Kölner Marketingtag 2011 nicht nur Tipps und Strategien, sondern auch wichtige Hinweise zu den rechtlichen Aspekten. Worauf müssen Unternehmen achten, wenn sie sich in den sozialen Netzwerken engagieren? Wie sieht es mit der rechtlichen Beurteilung der Social Plugins aus? Wo lauern die häufigsten Fallen?

Auf diese und viele weitere Fragen gab Rechtsanwalt Dr. Markus Robak von der JONAS Rechtsanwaltsgesellschaft mbH tiefgehende Antworten. Dr. Robak ist Fachanwalt für Urheber- und Medienrecht und Junior-Partner bei JONAS. Die Teilnehmer erfuhren in seinem spannenden Vortrag, wie man sich rechtssicher durch den Social Media Jungle navigiert.

Den Vortrag können Sie hier herunterladen:

Außerdem hat sich Dr. Robak noch für ein Interview zur Verfügung gestellt.

1. Bei welchen Punkten sehen Sie für Unternehmen den dringendsten Handlungsbedarf, was rechtliche Aspekte in den Social Media angeht?

Unternehmen sollten möglichst Wettbewerbern keine Gelegenheit für Beanstandungen nach dem UWG geben, denn von dieser Seite droht erfahrungsgemäß das größte faktische Risiko, abgemahnt zu werden. Vor allem sind Formalien wie Impressum und korrekte Preisangaben (bei Werbung mit Preisen) zu beachten. Schleichwerbung ist ein weiterer Aspekt, der beim Social Media Marketing künftig die Gerichte verstärkt beschäftigen könnte. Bei Gewinnspielen müssen die Teilnahmebedingungen klar und eindeutig angegeben werden. Schließlich dürfen die User von Facebook, Twitter & Co. nicht mit unerwünschter Werbung belästigt werden.

2. Wie wird sich die rechtliche Beurteilung der Facebook-Plugins auf Websites entwickeln? Wird die Nutzung komplett verboten, toleriert oder erlaubt?

Das Schicksal der Social Plugins wird wesentlich davon abhängen, ob insbesondere Facebook in Zukunft die datenschutzrechtlichen Aspekte dieser Funktionen transparenter gestalten und auf nicht erfoderliche Datenübertragungen verzichten wird. Außerdem wird man abwarten müssen, ob das Ausmaß der durch das „Liken“ verursachten Werbebotschaften auf Pinnwänden solcher User, die diese Werbung nicht bestellt haben, ein Belästigungsniveau erreichen wird, das den Gesetzgeber zum Handeln veranlassen könnte.

3. Worauf sollten Unternehmen achten, die jetzt ins Social Media Marketing starten, um rechtliche Probleme zu vermeiden?

Social Media Marketing ist als Werbe- und Kommunikationskanal zu wichtig geworden, als dass sich Unternehmen erlauben könnten, zum Einstieg die Marketing-Abteilung einfach mal machen zu lassen. SMM bedarf vielmehr einer Strategie, zu der auch die rechtliche Prüfung des Auftritts gehört. Wichtig ist in diesem Zusammenhang ferner, vorab die Nutzungsbedingungen der Social Media Plattformen zu kennen und einzuhalten, denn Verstöße können dazu führen, dass eine gerade erst etablierte Unternehmensseite vom Anbieter gesperrt wird.