F-Commerce: Eignet sich Facebook als neuer Vertriebskanal?

F-Commerce: Eignet sich Facebook als neuer Vertriebskanal?
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Was ist eigentlich „F-Commerce“? Unter F-Commerce (= Abkürzung für Facebook-Commerce) versteht man die Integration eines Online-Shops auf Facebook. Oder einfacher ausgedrückt: E-Commerce via Facebook. Mit einer Community von fast 700 Millionen Menschen weltweit und diversen Weiterempfehlungsmöglichkeiten (z.B. Like-Button), könnte Facebook durchaus das Potenzial haben sich zusätzlich als Shopping Plattform zu etablieren. Welche Erfahrungen haben Händler bisher gemacht und lohnt sich dieser Absatzkanal auch für Ihr Unternehmen?

Ob sich ein Vertrieb auf Facebook für Sie lohnt, hängt von vielen Faktoren ab. Ihre Branche, Zielgruppe und Produktpalette sind nur einige davon. Im Bezug auf die Zielgruppe gibt es z.B. auffallende Unterschiede zwischen dem Shoppingverhalten von Frauen und Männern. Verlassen sich Männer eher auf Daten und Fakten, ziehen Frauen doch lieber die Meinung ihrer Freunde hinzu. Womöglich auch ein Grund, weshalb bisher eher Modeunternehmen gute Erfahrungen auf Facebook gemacht haben. Positive Erfahrungsberichte von Elektronikunternehmen sind hingegen Mangelware. Und wenn sich doch eines unter vielen finden lässt, dann erzielt es diesen Umsatz meist nur mit Restposten und Sonderangeboten. Ein weiteres Beispiel ist www.fahrrad.de. Als einer der erfolgreichsten Online-Händler in Deutschland hat Fahrrad.de ebenfalls einen Shop bei Facebook integriert, verkauft hingegen dort meist nur ein Fahrrad pro Tag.

Trotz allem wächst die Nachfrage kontinuierlich, was auch immer mehr Anbieter für  Facebook-Shopsysteme auf den Markt ruft. Waren anfangs meist nur reine Produktpräsentationen möglich, finden sich heute sogar Shop-Lösungen, die eine Schnittstelle zu dem eigentlichen Web-Shop der Online-Händler zulassen. Die meisten Shop-Lösungen sind kostenpflichtig, was für viele Unternehmen eine weitere Barriere darstellt. Mit „Shopshare“ und „Payvment“ befinden sich hingegen zwei Anbieter auf dem Markt, die in der Grundversion kostenlos, bzw. sehr günstig sind.

Momentan partizipiert Facebook noch nicht an den Umsätzen, die über das Portal generiert werden. Experten prognostizieren jedoch, dass Facebook bald ein neues Bezahlsystem einführen wird, sobald sich eine bestimmte Anzahl von Online-Shop etabliert hat. Vermutlich würde dann mit sogenannten Credits bezahlt, ähnlich wie bei vielen Online-Games. Shopbetreiber müssten sich dann darauf einstellen bis zu 30 Prozent des Umsatzes an Facebook abzuführen. Ein weiteres Risiko stellt die Abhängigkeit von Facebook dar. Ein Online-Händler der Waren dort vertreiben möchte, muss sich darüber im Klaren sein, dass er sich stets der Firmenpolitik von Facebook unterzuordnen hat.

 

Es gibt noch einige Gründe, die bisher noch gegen Facebook als Vertriebskanal sprechen:

  • Viele Nutzer akzeptieren Facebook nicht als Shopping-Plattform
  • Das Umsatzvolumen der meisten Shops ist schwindend gering und lohnt sich für die meisten Unternehmen nicht, was kürzlich auch durch eine Studie von Forrester Research bestätigt wurde.
  • Klick- und Conversion-Raten sind verhältnismäßig gering. Die durchschnittliche Klickrate liegt bei einem Prozent (E-Mail-Marketing im Vergleich rund 11 Prozent) und die Conversion-Rate bei rund zwei Prozent (Email: vier Prozent)

 

Dass Facebook in den nächsten Jahren Google, eBay oder Amazon ernsthaft Konkurrenz im Kaufentscheidungsprozess machen wird, ist eher unwahrscheinlich. Lediglich ein Prozent der Amerikaner priorisieren Facebook als Hilfe für ihre Kaufentscheidung. Im Vergleich dazu: Google 38 Prozent, 28 Prozent besuchen die Website des Herstellers, 23 Prozent Amazon und 10 Prozent eBay.

Was empfiehlt sich nun für Online-Händler? Sein gesamtes Sortiment auf Facebook abzubilden macht zum gegenwärtigen Zeitpunkt nur in Ausnahmefällen Sinn. Wenn Sie mit dem Gedanken spielen einen Online-Shop auf Facebook zu platzieren, sollten Sie anfangs diesen nutzen um Traffic auf Ihre Homepage oder auf Ihren eigenen Shop zu leiten. Das heißt es ist ratsam eher eine begrenzte Artikelzahl zu bewerben. Das könnten Ihre Top-10 Bestseller sein, Saisonartikel und Restposten. Aber auch Couponings und Give Away zu Trafficgeneratoren. Mit diesen Anreizen sollten Sie versuchen die Besucher auf Ihren eigentlichen Online-Shop zu ziehen und sie dort zu Kunden umzuwandeln.

 

 

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