Per Klick zum Kauf: Wie Social Media unser Kaufverhalten beeinflusst

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In der heutigen digitalen Ära sind soziale Medien zu einem integralen Bestandteil unseres Lebens geworden. Plattformen wie Instagram, Facebook und TikTok sind nicht nur Orte des sozialen Austauschs, sondern auch mächtige Einflussfaktoren auf unsere Konsumgewohnheiten geworden. Doch wie beeinflussen die sozialen Medien unser Kaufverhalten?

 

Die Macht der visuellen Reize

Ein Bild sagt mehr als tausend Worte, heißt es, und in der Welt der sozialen Medien könnte das nicht wahrer sein. Plattformen wie Instagram und Pinterest sind auf visuelle Inhalte ausgerichtet und die Bilder, die wir im Feed sehen, sind oft perfekt inszeniert. Influencer und Marken setzen auf ästhetische und ansprechende Bilder, um ihre Produkte und Lebensstile zu präsentieren. Dies erzeugt den ersten Schritt auf dem Weg zum Kauf: visuelle Anziehungskraft. Die Sehnsucht nach einem bestimmten Lebensstil oder Produkt ist der erste Schritt in Richtung Kaufverhalten.

Influencer und Marken verwenden professionelle Fotografie, Bildbearbeitungssoftware und Filter, um ihre Produkte und Lebensstile in bestmöglichem Licht darzustellen. Dies führt dazu, dass Menschen Produkte oder Lebensstile als begehrenswerter wahrnehmen, die in der Realität möglicherweise weniger perfekt erscheinen würden.

Plattformen wie Instagram sind auch bekannt dafür, Schönheitsideale und Körperstandards zu idealisieren. Bilder von perfekten Körpern, Gesichtern und Lebensstilen lassen Menschen sich selbst kritischer betrachten und das Verlangen nach Produkten entwickeln, die ihnen helfen sollen, diesen Standards näher zu kommen.

Der ständige Wechsel von Bildern und Inhalten kann dazu führen, dass Menschen eine kurzfristige Aufmerksamkeitsspanne entwickeln und immer mehr visuelle Anreize benötigen, um ihr Interesse aufrechtzuerhalten. Dies kann zu einem vermehrten Konsum von visuellen Inhalten und Produkten führen.

Bilder haben die Fähigkeit, Emotionen auf eine sehr direkte und kraftvolle Weise auszulösen. Bilder von glücklichen Menschen, die ein Produkt genießen, können positive Emotionen hervorrufen und das Verlangen wecken, dieses Glücksgefühl durch den Kauf des Produkts zu erleben.

 

Die Kraft des sozialen Beweises

Soziale Medien sind nicht nur Schaufenster für Produkte, sondern auch für Lebensstile. Wenn Influencer und Freunde Produkte verwenden und empfehlen, neigen Follower dazu, diesen Empfehlungen zu vertrauen. Positive Bewertungen und lobende Kommentare von anderen Käufern dienen als sozialer Beweis, der das Vertrauen der potenziellen Käufer in ein Produkt stärkt und sie eher dazu ermutigt, es zu kaufen.

Influencer mit großer Reichweite beeinflussen das Kaufverhalten erheblich. Bewerben sie ein Produkt positiv und ihre Erfahrungen damit, sehen ihre Follower dies oft als sozialen Beweis dafür, dass das Produkt von hoher Qualität und den Kauf wert ist. Die Anzahl der Follower und Likes auf den Profilen ist ein Anhaltspunkt für die Glaubwürdigkeit. Profile mit vielen Followern werden oft als vertrauenswürdiger wahrgenommen und Produkte, die von solchen Profilen unterstützt werden, gewinnen an Ansehen.

 

Die Bequemlichkeit des Online-Shoppings

Die nahtlose Integration von Einkaufsfunktionen in sozialen Medien hat dem schnellen Kauf per Klick den Weg geebnet. Wenn ein Produkt auftaucht, das den Nutzern gefällt, können sie oft direkt auf die Website gehen und es mit nur wenigen Klicks kaufen.

Online-Shopping boomt. Es ermöglicht den Verbrauchern, Produkte bequem von zu Hause oder unterwegs aus zu kaufen, ohne die Zeit und Mühe aufbringen zu müssen, in Geschäfte zu gehen. Das fördert jedoch Impulskäufe, denn kann etwas ohne Aufwand direkt mit einem Klick erworben werden, sind Menschen eher bereit, diesen Kauf zu tätigen.

Zudem ist es 24 Stunden am Tag, 7 Tage die Woche verfügbar. Verbraucher können zu jeder Tages- oder Nachtzeit einkaufen, was Flexibilität und Bequemlichkeit bietet, die über die Geschäftszeiten traditioneller Einzelhandelsgeschäfte hinausgeht.

Online-Marktplätze bieten oft eine breite Auswahl an Produkten aus verschiedenen Kategorien und von verschiedenen Marken. Dies ermöglicht es den Verbrauchern, genau das zu finden, was sie suchen, ohne von Geschäft zu Geschäft zu gehen.

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Die Schattenseiten des Online-Shoppings per Klick

Die Kritik ist vielfältig und betrifft verschiedene Aspekte dieses Phänomens. Folgende sind einige der wichtigsten Kritikpunkte:

 

  • Manipulative Marketingtaktiken

Einer der Hauptkritikpunkte ist, dass Unternehmen und Influencer oft manipulative Marketingtaktiken einsetzen, um die Verbraucher zum Kauf zu verleiten. Dies kann die Verwendung von Filtern und Bearbeitung, um Produkte attraktiver darzustellen, oder die gezielte Schaffung von Kaufanreizen und Angeboten beinhalten.

 

  • Förderung des Konsums von unnötigen Produkten

Soziale Medien können dazu führen, dass Menschen Produkte kaufen, die sie eigentlich nicht wirklich benötigen. Der ständige Fluss von Trends und Empfehlungen kann dazu führen, dass Verbraucher in einen Zyklus des Überkonsums geraten.

 

  • Impulsiver Konsum

Anzeigen auf Social Media können zu impulsivem Konsum führen. Menschen sehen auf ihren Social-Media-Feeds ständig neue Produkte, Trends und Empfehlungen. Aufgrund des Drucks, mit den neuesten Trends Schritt zu halten und dem Wunsch nach sozialer Anerkennung, neigen sie dazu, Produkte zu kaufen, die sie vielleicht nicht wirklich brauchen oder die nur kurzzeitig attraktiv sind. Dieser impulsive Konsum fördert die Wegwerfkultur, da Produkte oft nach kurzem Gebrauch weggeworfen werden.

 

  • Mentale Gesundheit

Der Druck, den soziale Medien ausüben, um ein perfektes Leben oder Aussehen zu präsentieren, kann negative Auswirkungen auf die mentale Gesundheit haben. Dies kann zu Stress, Angst und Depressionen führen, da Menschen sich ständig mit anderen vergleichen.

 

  • Übermäßige Zeitinvestition

Das ständige Scrollen durch soziale Medien, um nach Produkten oder Trends zu suchen, kann zu einer übermäßigen Zeitinvestition führen und die Produktivität oder die zwischenmenschlichen Beziehungen beeinträchtigen.

 

  • Mangelnde Transparenz

Ein weiterer Kritikpunkt betrifft die mangelnde Transparenz in Bezug auf gesponserte Inhalte. Einige Influencer und Marken geben nicht immer klar an, wenn sie für die Bewerbung eines Produkts bezahlt werden, was die Glaubwürdigkeit und das Vertrauen der Verbraucher untergraben kann.

 

  • Abhängigkeit von sozialer Anerkennung

Der Wunsch nach sozialer Anerkennung in Form von Likes und Kommentaren kann zu einer Abhängigkeit von sozialen Medien führen, was wiederum das Kaufverhalten beeinflusst und die Online-Selbstpräsentation priorisiert.

 

  • Filterblase und Echokammer

Soziale Medien neigen dazu, Inhalte basierend auf den persönlichen Vorlieben und Interessen der Nutzer zu filtern. Dies kann dazu führen, dass Menschen nur noch Informationen und Produkte sehen, die ihren bestehenden Ansichten und Gewohnheiten entsprechen, und dadurch den Horizont für neue Ideen und Perspektiven einschränken.

 

Ein Lichtblick: Gesteigertes Nachhaltigkeitsbewusstsein

In jüngster Zeit gibt es jedoch auch ein wachsendes Bewusstsein für die negativen Auswirkungen der Wegwerfkultur und des übermäßigen Konsums, das durch soziale Medien verbreitet wird. Einflussreiche User auf sozialen Medien nutzen ihre Reichweite, um nachhaltige Produkte zu bewerben und zu empfehlen.

Influencer und Aktivisten nutzen verschiedene Kanäle, um Themen wie Minimalismus, Secondhand-Shopping und Müllvermeidung zu behandeln. Dies ermutigt Menschen dazu, weniger zu kaufen, mehr zu reparieren und Gegenstände länger zu nutzen. Besonders bei elektronischen Geräten lohnt sich ein zweiter Blick, ob es nicht doch noch zu retten ist.

Jährlich fallen zwei Millionen Tonnen Elektroschrott an, wovon einiges mit ein bisschen Wissen wieder funktionieren könnte. Fehlt das technische Knowhow, können die defekten Geräte möglicherweise in Reparatur-Cafés oder mit Hilfe verschiedener Anbieter wieder gangbar gemacht werden.

Das Konzept des Teilens und Verleihens von Produkten, das auf Social Media gefördert wird, trägt ebenfalls zur Reduzierung der Wegwerfkultur bei. Plattformen für den Austausch und die Vermietung von Produkten ermöglichen es den Nutzern, Ressourcen effizienter zu nutzen und weniger zu verschwenden.

Dank Instagram und TikTok werden DIY (Do It Yourself) und Upcycling-Trends populärer. Menschen teilen ihre kreativen Ideen zur Neugestaltung und Wiederverwendung von Gegenständen. Dies fördert die Idee, dass Produkte eine längere Lebensdauer haben können, wenn sie umgestaltet oder repariert werden.

 

Fazit

Durch die Möglichkeit, schnell und einfach per Klick in verschiedenen sozialen Medien Waren zu kaufen, wurde das Kaufverhalten grundlegend verändert hat. Indem wir uns seiner Auswirkungen bewusstwerden und bewusster einkaufen, können wir die Kontrolle über unsere Konsumentscheidungen zurückgewinnen und sicherstellen, dass unsere Einkäufe unseren tatsächlichen Bedürfnissen entsprechen.