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Market Finder – globale Märkte und dessen Potenziale entdecken

Sie wollen mit Ihrem Unternehmen international agieren und Ihre Marketingstrategien an die einzelnen Märkte genau anpassen? Der Market Finder ist DAS Tool für Start-ups und Gründer. Mithilfe der Unterstützung dieses Google Tools können Sie weltweit neue Märkte entdecken und vergleichen. Welche Möglichkeiten das Tool bietet und wie Sie es verwenden können, erfahren Sie hier.

Was ist der Market Finder?

Der Market Finder ist ein Google Tool der Plattform „Think with Google“. Google‘s eigene Werbeplattform brachte das Tool in Deutschland zusammen mit dem Bundesverband Deutsche Startups heraus. Der Market Finder richtet sich somit primär an Startups und Gründer kleiner und mittelständiger Unternehmen. Gemeinsam mit seinem Partner liefert Google hier ein Tool, dass der Entdeckung neuer Märkte dienen soll. So können Sie weltweit neue Märkte erschließen und Ihren Kundenstamm ausbauen.

Market Finder

Vor allem da Google‘s Keyword Planner seine Funktionen bei einem geringeren Werbebudget eingeschränkt hat, lohnt es sich bei der Diversifikation Ihres Unternehmens auf den Market Finder zurückzugreifen. Dieser unterstützt Sie bei der Erweiterung Ihres Geschäftsfeldes in Auslandsmärkte. Durch die Chance, globale Märkte anhand mehrerer Kennzahlen hinsichtlich ihres Erfolgspotenzials zu analysieren, unterstützt das Tool Sie bei der Expansion. Mithilfe des Market Finder werden wichtige Informationen zu Ihrem Geschäftsbetrieb gesammelt und daraus angepasste Empfehlungen für Ihren Verkauf generiert. Diese Informationen bestehen beispielsweise aus Details über das Nutzerverhalten sowie länderbezogenen Daten.

Der Market Finder ist eine Art Hilfsmittel für den Export, der Ihnen das nötige Know-how im internationalen Handel vermittelt. Das geschieht unter anderem anhand verschiedener Lernmodule und spezieller Werkzeuge des Tools. So können Sie sich beispielsweise das monatige Suchvolumen sowie das Potenzial von bis zu 100 Keywords ausgeben lassen und diese mit anderen Ländern vergleichen. Erkunden Sie globale Märkte und stellen Sie Ihre Zielmärkte in einen direkten Vergleich!

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Was kann Google’s Market Finder?

Wie bereits erwähnt, können Sie mithilfe des Market Finder weltweit neue Märkte erschließen. Unter anderem gelingt dies dadurch, dass Sie sich zu Ihren Keywords das Suchvolumen und Potenzial für mehrere Länder und Regionen ausgeben lassen können. So können Sie Ihre Wunschmärkte direkt miteinander vergleichen. Durch Analysen zu Ihrem Zielmarkt, wie beispielsweise zum Nachfrageverhalten nach den Produkten in fremden Märkten sowie Kundenpotenzialanalysen, erfahren Sie, wie erfolgsversprechend die Internationalisierung Ihres Unternehmens in den jeweiligen Regionen ist. Im Bereich E-Commerce sehen Sie beispielsweise anhand des Suchvolumens, dass ein von Ihnen angebotenes Produkt in Ihrer Zielregion besonders häufig gesucht wird. Das bedeutet, die Nachfrage scheint in diesem Zielmarkt sehr hoch zu sein.

Weiterhin erlaubt das Tool Ihnen, einen eigenen Unternehmensplan zu entwickeln und an Ihren Betrieb anzupassen. Zusätzlich bietet sich Ihnen die Möglichkeit, sich anhand von E-Learning Modulen in den Bereichen Online Marketing und E-Commerce schulen zu lassen und Antworten auf Fragen rund um das Thema Export und Internationalisierung zu erhalten.

Der Market Finder hat den Vorteil, dass er die meisten Insights aus den eigenen Quellen ziehen kann. Durch detailliertes datenbasiertes Marketing können diese Kennzahlen genutzt werden, um Prognosen für die Wachstumschancen von Unternehmen zu formulieren.

Nutzung des Market Finder - Anwendung

Um den Market Finder nutzen zu können, brauchen Sie zuallererst einen Google Account. Nachdem Sie sich mit Ihrem Google Profil angemeldet haben, stehen Ihnen verschiedene Funktionen zur Verfügung.

In der Menüleiste finden Sie unter anderem die Funktion „Neue Möglichkeiten erkunden“. Hier können Sie unter „Edit“ die Informationen zu Ihrem Unternehmen eintragen und die URL Ihrer Webseite angeben. Der Market Finder entwickelt dann automatisch Produktkategorien aus den Keywords Ihrer Webseite. Diese können Sie jedoch auch modifizieren.

Unter „Land auswählen“ suchen Sie dann zunächst drei Länder aus, die Sie miteinander vergleichen möchten. Das sind Ihre Zielmärkte, die sich durch „Markt hinzufügen“ noch mit weiteren Ländern vergleichen lassen. Unter Keywords können Sie bis zu 100 Keywords eintragen und miteinander vergleichen. Hier wird Ihnen auch das exakte Suchvolumen angezeigt sowie weitere Keywords vorgeschlagen. So sehen Sie die Kennzahlen Ihres Marktes sowie der anderen Märkte. Weiterhin ist es möglich, sich das Potenzial der Keywords anzeigen zu lassen.

Folgende grundlegende Kennzahlen werden Ihnen im Market Finder angezeigt und sind länderspezifisch vergleichbar:

  • Potenzial: Potenzial eines möglichen Keywords für ein Land im Verhältnis zu den anderen, von Ihnen ausgewählten, Ländern bzw. Regionen (aus Anzahl von Suchanfragen und CPC errechnet)
  • Monatliches Suchvolumen: Durchschnittliche Suchanfragen pro Monat
  • Empfohlenes Gebot: Zeigt Ihnen das von Google Ads empfohlene Gebot für Ihr Keyword an
  • Ease of Doing Business Index Rang: Der Ease of Doing Business ist ein von der Weltbank jährlich neu entwickelter Index und umfasst die weltweit größte Studie zur Unternehmensregulation. Im Market Finder wird der Rang des jeweiligen Landes dargestellt

Weitere Funktionen

Das Tool bietet zudem weitere Kennzahlen wie das Nettoeinkommen pro Haushalt, Landesprofile, ökonomische Profile sowie Kennzahlen zum Onlineprofil, Kaufverhalten und Werbung. Mithilfe der Kennzahlen können Sie Ihre Chancen im Export und der Internationalisierung Ihres Unternehmens besser einschätzen.

Der Menüpunkt „Vorbereitungen treffen“ hat die Funktion, Sie bei der Planung Ihrer Ressourcen zu unterstützen. Auch hier erhalten Sie Erklärungen und Hilfe zu bestimmten Themen wie beispielsweise Kundenbetreuung, Lokalisierung sowie Steuern und vielem mehr. Der Market Finder schlägt Ihnen zudem passende Artikel, Studien, Interviews und Übersichten vor. Auch Checklisten helfen können Sie als Hilfe nutzen.

Vorteile des Market Finder

Vor allem Startups stehen bei der Unternehmensgründung sowieso schon vor einer großen Herausforderung. Für die Internationalisierung des Unternehmens werden diese Herausforderungen in der Regel noch größer. Oft fehlt es an Expertenwissen sowie vor allem auch an den notwendigen Ressourcen.

Mithilfe des Market Finder können Sie Ihre Diversifikation an den jeweiligen Markt besser anpassen. Beispielsweise können Sie sich auch Tipps zu Zahlungs- und Liefermethoden, dem Online Marketing oder der Kundenbetreuung einholen. Der Market Finder schlägt Ihnen hier diverse Hilfsmittel vor. Auch werden Sie über aktuelle Trends informiert und können Ihre Marketingstrategie daran anpassen. Durch den direkten Vergleich ist es Ihnen möglich, mit den richtigen Methoden in den internationalen Handel besser einzusteigen. Sie können neue Märkte über digitale Kanäle besser erkunden und werden so bei der Neukundengewinnung unterstützt. Zudem ist der Market Finder ein noch kostenloses Google Tool.

Natürlich ist der Market Finder nicht der Allrounder und Alleskönner für Ihre Diversifikation auf dem internationalen Markt, sondern ein nützliches Hilfsmittel für den Vergleich der verschiedenen Zielmärkte. Als Unternehmen müssen Sie ein ausgebildetes Team von Experten auf die Geschäftsfeldentwicklung ansetzen und das Unternehmenswachstum so fördern.

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Schwachstellen des Google Tools

Da der Keyword Planner von Google AdWords bei einem geringeren Webbudget für kleinere Unternehmen nicht mehr in allen seinen Funktionen nutzbar ist, scheint der Market Finder eine gute Alternative. Allerdings hat das kostenlose Tool auch einige Schwachstellen, die man in Kauf nehmen muss.

Zum einen zeigt das Tool Keywords, die nicht automatisch vom Google Translator übersetzt werden können, nicht an. Dasselbe gilt auch für Markennamen und nicht übersetzbare Synonyme des Keywords. Auch werden Keywords mit einem Suchvolumen unter 200 nicht mit in die Analyse aufgenommen.

Fazit

Letztendlich ist der Market Finder von Google und seinem Partner Bundesverband Deutsche Startups ein hilfreiches Instrument für Startups bzw. Gründer kleiner und mittlerer Unternehmen, die sich auf dem internationalen Markt vergrößern wollen. Durch die vielen Anregungen, Checklisten, Studien und Lernmodule können Anfänger sowie auch Fachleute ihr Wissen erweitern und die Hilfe der Plattform bei Fragen nutzen. Anhand der Analysefunktionen können Potenziale von Auslandsmärkten verglichen werden und die Wachstumschancen für Unternehmen so besser prognostiziert werden.

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Diversifikation – Theorie & Praxis

Wenn Unternehmen heutzutage in Märkten agieren, in denen zunehmender Wettbewerb, verkürzte Lebenszyklen und extremer Wandel herrschen, sind Strategien umso wichtiger, die helfen das Risiko zu mindern und den Fortbestand des Unternehmens zu sichern. Unternehmen als Ganzes müssen sich wandeln und fortlaufend nach neuen Geschäftsfeldern suchen, um die Existenz und den Erfolg zu sichern. Der Einstieg in für das Unternehmen neue Märkte mit neuen Leistungen bildet somit eine kaum zu umgehende Handlungsoption insbesondere für Unternehmen, die sich dem Wachstum verschrieben haben. Und da kommt Diversifikation ins Spiel!

1. Definition

Mit Hilfe der Produktdiversifikation strebt ein Unternehmen die Erweiterung seiner Geschäftsfelder an. Die Motive dazu können vielschichtig sein. Neben dem Wachstumsgedanken können auch bessere Kapitalisierung von Investitionen, wirtschaftliche Nutzung vorhandener Ressourcen oder Risikostreuung und Existenzsicherung des Unternehmens als Beweggründe in Betracht kommen.

Diversifikation oder auch Produktdiversifikation beschreibt die Ausweitung des Leistungsprogramms eines Unternehmens, um mit diesen neuen Produkten neue Märkte und damit auch neue Kundengruppen zu erschließen.“

Eine solche Expansionsstrategie ist in der Regel mit einer Verbreiterung des Produktprogramms und somit der Hinzufügung einer zusätzlichen Produktlinie verbunden, da es sich hier gegenüber dem bisherigen Leistungsprogramm um eine für das Unternehmen eigenständige Wertschöpfungskette handelt.

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2. Produktdiversifikation als Wachstumsstrategie der Ansoff-Matrix

Bereits in den 60er Jahren des vergangenen Jahrhunderts spielten die von Harry Igor Ansoff beschriebenen Wachstumsstrategien eine herausgehobene Rolle. Mit dem Ziel zusätzlichen Wachstumsschub für das Unternehmen zu erzeugen, stehen hier zwei Entscheidungsebenen gegenüber. Soll in neue Märkte vorgedrungen werden oder möchte man es bei den bisherigen Märkten belassen? Und möchte man das bestehende Leistungsprogramm erweitern oder nicht?

Trägt man diese Überlegungen in einer sogenannten Produkt-Markt-Matrix, oder auch Z-Matrix genannt, ab, ergeben sich die vier grundsätzlichen strategischen Stoßrichtungen.

Offensichtlich entfernt sich das Unternehmen mit einer Produktdiversifikation am weitesten von der bisherigen Ausrichtung im Unternehmen. Einerseits betritt man neue Märkte bzw. Marktsegmente, andererseits müssen zusätzlich neue Leistungen neben den bestehenden Produkten entwickelt werden. Vermeintlich handelt es sich also hierbei um die aufwendigste Alternative, was sich aber de facto so nicht pauschal werten lässt. In der Umsetzung kann es sich durchaus als schwieriger erweisen, in den alten Märkten und mit unveränderter Leistung dennoch einen Wachstumsschub auszulösen.

Nicht immer sind die Grenzen zwischen den vier aufgeführten Wachstumsstrategien klar zu ziehen. Wenn ein Hersteller von mp3-Playern sein bisheriges Produktprogramm leicht differenziert, z.B. indem die Gehäuse nun auch bin poppigeren Gehäusefarben fertigt, um zusätzlich jüngere Käuferschichten anzusprechen, so könnte man dies als eine Kombination aus Marktentwicklung und Produktentwicklung einordnen, ohne sogleich von einer typischen Diversifikation zu sprechen. Wesentlich bei einer Produktdiversifikation ist sicherlich, dass tatsächlich ganz neue Wertschöpfungsketten vom Unternehmen bearbeitet werden. Dabei lassen sich wiederum unterschiedliche Ausrichtungen charakterisieren.

3. Unterschiedliche Richtungen der Diversifikation

Es lässt sich also festhalten, dass typischer Weise durch Produktdiversifikation programmpolitisch eine neue Produktlinie eingeführt wird, und die vorsichtige Kombination aus Produktdifferenzierung und Marktentwicklung weniger im Fokus steht, so sind drei grundsätzlich verschiedene Arten der Diversifikation zu konstatieren.

Mit vertikaler Produktdiversifikation bleibt der Hersteller einer seiner bisher bearbeiteten Wertschöpfungsketten treu. Jedoch bedient die neue Produkt-Markt-Kombination eine andere Stufe innerhalb dieser Wertschöpfungskette. Rückwärtsgerichtet kann dies bedeuten, dass der Hersteller auf einem Markt als Anbieter auftritt, auf welchem er bisher selbst als Nachfrager direkt oder indirekt tätig war bzw. ist. Vorwärtsgerichtet, also dem Endkunden entgegen, entlang der Wertschöpfungskette übernimmt der Hersteller nun einen Teil der Wertschöpfung, die er bisher seinem direkten Kunden überlassen hatte. Aus Sicht einer Metzgerei stellt das Geschäftsfeld der Rinderzucht z.B. eine rückwärtsgerichtete Diversifikation dar. Auf der anderen Seite könnte der Metzger auch mittags frisch zubereitete Rinderfrikadellen verkaufen und würde somit jene Wertschöpfung, die seine bisherigen Kunden selbst verrichteten, zusätzlich übernehmen und neue Kunden ansprechen.

Offensichtlich können bei der vertikalen Diversifikation glaubhaft vorhandene Kompetenzen genutzt werden und das Unternehmen verringert die Abhängigkeit von ursprünglichen Lieferanten oder bisherigen Bestandkunden. Andererseits bindet man den wirtschaftlichen Erfolg stärker an die Entwicklung innerhalb bestimmter Märkte. Wenn z.B. das Rindfleisch generell drastisch weniger nachgefragt wird (man erinnere sich an die BSE-Krise, Stichwort Rinderwahn), so ist das Unternehmen gleich mehrfach davon betroffen.

Wertschöpfungskette

Von horizontaler Produktdiversifikation wird gesprochen, wenn die neue Produkt-Markt-Kombination eine vergleichbare Position in ihrer (eigenständigen) Wertschöpfungskette besitzt wie die alte, bereits im Programm befindliche Produkt-Markt-Kombination. Am Beispiel eines klassischen Metzgers würde die Aufnahme von selbst hergestellten Nudeln als horizontale Diversifikation zählen können. Sowohl die bisherigen Kunden als auch Neukunden könnten mit dieser Produktlinie angesprochen werden und man würde einen vergleichbaren Part in der neuen Wertschöpfungskette spielen.

Bei horizontaler Diversifikation erreicht man ein gewisses Maß an Risikostreuung bei gleichzeitiger Nutzung von Synergien. Am Beispiel des Metzgers sind die Mehrkosten beim zusätzlichen Verkauf von Nudelprodukten überschaubar und dennoch lassen sich neue Kunden ansprechen oder es bieten sich die Möglichkeiten, bei einem Einbruch der Fleischverkäufe auf Substitute im Angebot ausweichen zu können.

 

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Im Falle einer lateralen Produktdiversifikation lassen sich nun wegen der deutlich anders gearteten Wertschöpfungsketten keine Beziehungen herstellen. Eine vermeidliche Nähe zu einer Kombination aus Produktdifferenzierung und Markterweiterung – quasi als Diversifikation Light – kann hier nicht konstatiert werden. Die Gründe und Überlegungen, die eine solche Strategie geeignet erscheinen lassen, sind weniger in dem bisherigen Leistungsprogramm zu suchen, sondern entstammen eher dem elementaren Unternehmensziel der Existenzsicherung. Ein weiterer großer Vorteil bei der Erweiterung des Leistungsprogramms außerhalb des Kerngeschäfts kann bekanntlich sein, dass der Einstieg in den neuen Markt für etablierte Marken wesentlich leichter ist. „Der gute Name ist bereits bekannt“ und Kunden schenken dem neuen Produkt vorab mehr Vertrauen. Bei einer lateralen Produktdiversifikation wird aber teilweise sogar darauf verzichtet.

Im Fall eines Metzgers lassen sich natürlich nahezu unendlich viele Geschäfte einfallen, die eine Diversifikation darstellen: z.B. die Eröffnung einer Fahrschule. Direkt erkennbar haben die Wertschöpfungsketten keinerlei Berührungspunkte oder lassen sich irgendwelche Synergien erkennen. Die Risikostreuung lässt sich aber sehr wohl nachvollziehen. Sollte die Nachfrage nach Fleischprodukten deutlich nachlassen, dürfte dies keinerlei Auswirkungen auf den Geschäftserfolg der Fahrschule haben. Der Unternehmer schafft sich ein weiteres Standbein zur Existenzsicherung.

4. Diversifikation im Rahmen der Portfolio-Analyse

Nutzt ein Unternehmen zur strategischen Entwicklung das Management-Tool Portfolio-Analyse, z.B. klassisch Marktanteil-Marktwachstum-Portfolio nach Boston Consulting Group, wird deutlich, dass Produktdiversifikation ein wesentlicher Bestandteil der strategischen Unternehmensführung bildet.

BCG Matrix

Nur über eine entsprechend ausgeprägte Diversifikationsstrategie bilden sich unterschiedliche Strategische Geschäftseinheiten (SGE), die bekanntlich die Objekte eines Portfolios darstellen. Als Anforderung an solche SGEs gehört u.a., dass sie völlig unabhängig voneinander verschiedene Strategien verfolgen können und eigenständige Produkt-Markt-Kombinationen bilden.

Ein optimales Portfolio ist u.a. dadurch gekennzeichnet, dass in allen vier Felder ausreichend viele und starke SGEs vorhanden sind. Poor Dogs werden zwar nicht unbedingt benötigt, sie sind jedoch ehemalige Cash Cows und somit Zeuge einer erfolgreichen Vergangenheit. Cash Cows bilden die aktuellen Geldbringer und Stars sind aktuell sehr erfolgreich, sollen aber ihre Gewinne zum weiteren Ausbau der starken Position nutzen. Questionmarks schließlich sind typischer Weise neue Produkt-Markt-Kombinationen, die sich aus jüngster Produktdiversifikation ergeben haben können. Um also eine hinreichende Anzahl von SGEs zu generieren, führt kaum ein Weg an der Diversifikation vorbei.

5. Praxisbeispiele zur Diversifikation

Besonders bei etablierten starken Marken lassen sich viele Beispiele finden, bei denen diese ihr eigentliches Kerngeschäft verlassen, um in dem eigentlichen Markt fernen Branchen zu expandieren. Das Unternehmen und die Marke Esprit, bekannt für Damen- und Herrenbekleidung, führt u.a. auch Uhren, Schmuck oder Brillen.

Als Paradebeispiel für laterale Diversifikation, obwohl es scheinbar weniger strategisch motiviert startete, können die Würste von Volkswagen gelten. Bei den Absatzzahlen haben die Würstchen die Absätze von PKWs mittlerweile überflügelt.

Seit 1973 werden in Wolfsburg nicht nur Fahrzeuge gebaut, sondern auch Würste hergestellt. Ursprünglich sogar mit eigener Schweinemast, die jedoch zwischenzeitlich ausgesourct wurde. 2015 lag der Wurstausstoß bei 850 Tonnen bzw. 7,2 Millionen und damit etwa eine Million mehr als im Vorjahr. Der Absatz der Marke VW fiel hingegen 2015 auf 5,82 Millionen Autos gegenüber 6,12 im Vorjahr.

Dabei werden die VW-Würste nicht nur in den Werkskantinen von Volkswagen verarbeitet, sondern neben dem Verkauf im Stadion des Fußball-Bundesligisten VfL Wolfsburg vor allem über den Einzelhandel, und dies in elf Ländern und immer mit dem Hinweis "Volkswagen Originalteil".

 

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