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Core Web Vitals – was dahinter steckt und wie man sie umsetzt

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Die Core Web Vitals beschäftigen Webseitenbetreiber seit geraumer Zeit. Hierbei handelt es sich um wichtige Details bzw. Google Kennzahlen, mit deren Hilfe die User Experience einer Seite bewertet werden soll. Genauer gesagt bestehen die Core Web Vitals aus drei verschiedenen Säulen. Wer es hier schafft, den richtigen Fokus zu setzen, kann nicht nur dafür sorgen, dass Google die eigene Seite als hochwertiger einstuft, sondern bietet seinen virtuellen Besuchern einen noch höheren Nutzerkomfort.

Die neuen Schwerpunkte treten ab Juni 2021 in Kraft und könnten dafür sorgen, dass einige Seitenbetreiber hier noch ein wenig nacharbeiten müssen. Doch welche Bereiche rücken durch die Core Web Vitals nun genau in den Fokus? Und was gilt es, im Zusammenhang mit einem möglichst hohen Nutzerkomfort zu beachten?

Core Web Vitals

Welche Bereiche sind betroffen und welche Bedeutung haben die Core Web Vitals genau?

Die Core Web Vitals sind nicht über Nacht entstanden. Vielmehr stand ihre Entwicklung schon in der Mitte des Jahres 2020 im Raum. Das Ziel: eine noch bessere Erfahrung für den User. Die Core Web Vitals ersetzen die bisherigen Google Richtlinien nicht, sondern ergänzen sie. Doch was ist hier eigentlich genau neu?

Die folgenden drei Punkte werden im Rahmen der Bewertung einer Internetseite durch Google von nun an mehr in den Fokus gerückt:

  1. LCP
    LCP steht für „Largest Contentful Paint“ und steht für die Zeit, die es braucht, um das größte zu ladende Element auf der Seite anzuzeigen.
  2. FID
    FID ist die Abkürzung für „First Input Delay“ und gibt an, wie lange der Server braucht, um auf die erste Interaktion des Nutzers zu reagieren. Welcher Art besagte Interaktion ist, ist im ersten Schritt irrelevant. Hier muss es beispielsweise nicht um einen Klick auf einen bestimmten Button gehen. Mit „Interaktion“ ist auch schon das erste Herunterscrollen auf einer Seite gemeint. Generell wird mit den Details rund um den FID angegeben, wie schnell eine Seite auf eine solche Interaktion reagieren kann.
  3. CLS
    Der CLS, der „Cumulative Layout Shift“, zeigt – verallgemeinernd ausgedrückt – an, wie stabil eine Seite ist. Als „instabil“ gelten hier vor allem die Seiten, die sich noch während des Ladeprozesses immer wieder verändern und neu anpassen. Genau das kann – ab einem bestimmten Punkt – sehr verwirrend und diffus wirken.

Die Tragweite der Core Web Vitals sollte nicht vernachlässigt werden. Je überzeugender die entsprechenden Werte sind und je besser sie damit von Google eingeschätzt werden, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass die betreffende Seite im Ranking, also in den Google-Suchergebnissen, weiter nach oben rückt.

Neben den Core Web Vitals spielen nach wie vor natürlich auch noch andere Faktoren, wie zum Beispiel ein überzeugendes Responsive Design und die Suchmaschinenoptimierung, eine wichtige Rolle. Anhand der Tatsache, dass mittlerweile jedoch immer mehr Bereiche einfließen, zeigt sich, wie wichtig es Google mehr und mehr wird, den Komfort für seine Nutzer zu erhöhen.

Es wäre jedoch falsch, davon auszugehen, dass lediglich die Betreiber größerer Webseiten auf optimierte Core Web Vitals Wert legen sollten. Im Gegenteil! Die entsprechenden Bereiche spielen für jede Seite eine Rolle, wenn es darum geht, sich gegen die Masse der Mitbewerber zu behaupten und im Idealfall in der Suchmaschine weiter oben angezeigt zu werden. Im Rahmen einer modernen Suchmaschinenoptimierung darf entsprechend ein Blick auf die Core Web Vitals nicht fehlen.

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Tipps zur Implementierung der Core Web Vitals

Um eine Optimierung im Bereich der Core Web Vitals zu erreichen, ist es sinnvoll, die einzelnen Punkte am besten nach und nach abzuarbeiten.

In Bezug auf den LCP, bei dem gemessen wird, wie lange es braucht, das größte Element auf einer Seite zu laden, ist es im ersten Schritt wichtig, genau dieses Element ausfindig zu machen. Handelt es sich um Beispiel um ein Bild oder ein Video kann es schon helfen, die Dateigröße zu verringern oder sich für ein anderes Format zu entscheiden.

Um den FID-Wert zu optimieren, ist es sinnvoll, Dateien gegebenenfalls inline zu laden. Auf diese Weise kann die Zeitspanne zwischen Aktion und Reaktion der Seite oft verringert werden. Das Laden spielt schlussendlich auch im Hinblick auf eine Verbesserung des CLS eine wichtige Rolle. Dabei kann es helfen, beispielsweise Schriftarten vorzuladen. Damit es auf der Seite zu keinen Verschiebungen kommt, die das komplette Design „sprengen“, hilft es oft auch, auf chronologische Ladeprozesse zu setzen.

Weitere Tipps in der Übersicht

  1. Das Bildformat WebP kann dabei helfen, Bilder verlustfrei zu komprimieren. Gerade im Verhältnis zu PNG und JPEG ergeben sich hier mitunter deutliche Unterschiede.
  2. HTML-, CSS- oder JavaScript-Codes, die nicht benötigt werden, entfernen.
  3. Nicht zu viele Seiteninhalte von Drittanbietern verwenden. Diese können zu längeren Ladezeiten führen.
  4. Layouts und Menüführungen sollten vor dem jeweiligen Inhalt geladen werden. Auf diese Weise fungieren die betreffenden Bereiche als „Platzhalter“ und ploppen nicht spontan auf.

Wer sich ein wenig genauer mit den Tipps rund um Core Web Vitals auseinandersetzt, bemerkt schnell, dass es Google hier sicherlich nicht darum geht, die Seitenbetreiber zu ärgern. Stattdessen können die Tipps tatsächlich dabei helfen, den Nutzerkomfort auf der eigenen Seite nachhaltig zu erhöhen.

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Fazit

Der Erfolg einer Webseite wird heute im Wesentlichen durch ihre Position in den Suchergebnissen bestimmt. Hierbei ist es wichtig, die jeweils aktuellen Vorgaben zu kennen. Diese haben wiederrum einen merklichen Einfluss darauf, ob eine Seite vergleichsweise weit oben oder unten angezeigt wird.

Unabhängig davon, ob eine neue Seite gerade erstellt wird oder ob es darum geht, die Core Web Vitals einer bestehenden Internetpräsenz zu checken: ein hoher Nutzerkomfort lässt sich nicht an nur einem Punkt ausmachen. Vielmehr ist es die Berücksichtigung mehrerer Faktoren, die den Nutzerkomfort und den Erfolg einer Webseite steigern. Wer keine Lust darauf hat, sich selbst mit Core Web Vitals und Co. zu befassen, kann seine Seite selbstverständlich auch von professionellen Marketingagenturen betreuen lassen. Diese bringen nicht nur den jeweiligen Status Quo in Erfahrung, sondern zeigen auch auf, wie die entsprechenden Werte möglicherweise noch verbessert werden können.

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Responsive Webdesign: Darauf kommt es an

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Das Nutzerverhalten der Internet-User hat sich in den vergangenen Jahren massiv verändert. War es vor einigen Jahren noch der „Personal Computer“, der die Massen reihenweise ins World Wide Web zog, greifen heutzutage immer mehr Nutzer auf ihr Smartphone oder Tablet zurück. Damit sind auch ganz neue Anforderungen auf die Webseitenbetreiber zugekommen. Wer heutzutage mit seiner Homepage ansprechend auftreten und gute Rankings erzielen möchte, sollte sich mit dem Responsive Webdesign beschäftigen. Hierbei handelt es sich um ein wichtiges Element der Webseiten-Erstellung, mit dem Sie Ihre Homepage fit für alle Endgeräte der Besucher machen. Wie genau das Responsive Webdesign funktioniert und worauf es dabei ankommt, zeigen wir Ihnen im Folgenden.

Responsive Webdesign: Definition

Als Responsive Webdesign wird eine Vorgehensweise bei der Gestaltung von Webseiten bezeichnet. Konkret geht es darum, die Darstellung der Webseite und ihrer Inhalte für alle Ausgabegeräte gleichermaßen zu optimieren. Es soll für den Besucher einer Webseite also keinen spürbaren Unterschied machen, ob dieser mit einem Desktop-PC, einem Smartphone oder einem Tablet auf die Webseite zugreift. Aber wie funktioniert das? Umgesetzt wird das Responsive Webdesign mit Hilfe von HTML5 und den CSS3 Media-Queries. Mit diesen können Sie das Layout Ihrer Webseite so flexibel gestalten, dass eine ansprechende und benutzerfreundliche Darstellung auf allen Endgeräten geboten wird.

Als einer der Grundsätze beim Responsive Webdesign gilt dabei der Satz „Form follows Function“. Das Design, die Inhalte und die Funktionen folgen also der jeweiligen Bildschirmauflösung des Endgerätes und „richten“ sich nach dieser. In gewisser Weise kommuniziert Ihre Webseite also mit dem Endgerät, welches so die korrekte Darstellung übermittelt. Anders gesagt: Beim Responsive Webdesign richtet sich die Darstellung Ihrer Webseite nach dem Besucher. Und nicht andersherum.

Responsive Webdesign

Darum ist das Responsive Webdesign wichtig

Gerade in der heutigen Zeit ist das Responsive Webdesign für Webmaster von großer Bedeutung. In den vergangenen Jahren hat die Zahl der mobilen Nutzer deutlich zugenommen, und die Tendenz ist weiter steigend. Wer als Webmaster zeitgemäß auftreten möchte, muss sich diesen Umständen anpassen, um eine gute User Experience bieten zu können. Schon seit 2015 hat Google zudem den Leitspruch „Mobile First“ ausgerufen. Seit jenem Jahr ist die mobile Darstellung ein wichtiger Ranking-Faktor. Google selbst hat darüber hinaus die responsive Darstellung der eigenen Webseite empfohlen - auch das zeigt die Bedeutung für das Ranking in der Suchmaschine.

Ein gutes responsives Webdesign wirkt sich heutzutage unweigerlich auf die Verweildauer der Besucher aus. Fühlen sich diese wohl, bleiben sie natürlich gerne etwas länger auf der Seite und studieren möglicherweise zahlreiche Beiträge oder Artikel. Die Time-on-Page wird also verlängert. Darüber hinaus kann das Responsive Webdesign die Bounce-Rate Ihrer Webseite deutlich verringern. Mit einer geringeren Absprungrate hinterlassen Sie bei der Suchmaschine ebenfalls ein positives Signal, was wieder zu einem positiven Ranking führen wird. Und es spricht noch ein weiteres Argument für das Responsive Webdesign. Zwar ist die Einrichtung erstmalig umfangreich, anschließend hält sich die Pflege jedoch spürbar in Grenzen.

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Alternative zum Responsive Webdesign? Darum lohnt sich keine reine Mobilseite

Gerade zu Beginn der „Mobile First“-Zeit im Jahre 2015 sind viele Webseitenbetreiber dazu übergegangen, eine eigene mobile Subseite zu erstellen. Diese wurde aufgrund des angesprochenen Aufwands bei der Einrichtung anstelle des Responsive Webdesign gewählt. Allerdings ist diese Alternative mit einem deutlichen höheren Pflegeaufwand verbunden. Die einzelnen Inhalte und Darstellungen müssen auf lange Sicht immer wieder angepasst werden. So ergibt sich natürlich automatisch auch ein generell deutlich größerer Aufwand. Immerhin müssten Sie neben der mobilen Subseite auch Ihre reguläre Desktop-Seite aktuell halten. Sie müssten also zwei Seiten pflegen, während sich der Aufwand beim Responsive Webdesign auf nur eine Seite beschränkt.

Wichtigste Eigenschaften responsiver Webseiten

Beim Responsive Webdesign ist es wichtig, dass eine optimale Funktionsfähigkeit gewährleistet werden kann. Damit diese erreicht wird, wird zur Umsetzung auf HTML5 und CSS3 gesetzt. Mit den sogenannten Media-Queries können verschiedene Informationen von den Endgeräten abgerufen werden. Hierzu gehören zum Beispiel das Format und die Auflösung, aber auch die Displaygröße oder Eingabemöglichkeiten. Damit das Design reibungslos funktioniert, müssen das Layout und der Inhalt einer Seite strikt voneinander getrennt werden. Nicht selten ist ein leicht abgewandeltes mobiles Design im Vergleich zur Desktop-Version erforderlich. Möglicherweise sollten Sie sich auch Gedanken um die Reduzierung einiger Elemente zu machen, falls diese Ihre mobile Webseite ansonsten zu „überladen“ wirken lassen. Ein wichtiger Aspekt ist in diesem Zusammenhang auch der mögliche Wechsel von Darstellungsformaten. Statt des Querformats wie am Desktop kann bei einer mobilen Seite das Hochformat die bessere Lösung sein.

Am erfolgreichsten hat sich bei der Umsetzung übrigens die Herangehensweise „Mobile First“ entpuppt. Sie stellen also beim Responsive Webdesign zunächst die Version für die kleinen Bildschirme der Smartphones her. Anschließend passen Sie das kleine Design Stück für Stück für die größeren Bildschirme an. Diese Richtung ist deutlich einfacher zu realisieren als der entgegengesetzte Weg. Die wichtigsten Eigenschaften haben wir für Sie hier auch noch einmal übersichtlich aufgeführt:

  • Mobile First (von klein zu groß)
  • Etwaige Wechsel der Formate beachten (von Quer- zu Hochformat o.Ä.)
  • Umsetzung mit Hilfe von HTML5 und CSS3
  • Abfragen verschiedener Informationen (Displaygröße, Auflösung, Format etc.) durch Media Queries
  • Strikte Trennung von Layout und Inhalt einer Seite
Online Marketing Manager

Fazit: Responsive Webdesign ist das Design der Zukunft

Wo wir uns auch umschauen, sind Smartphones und Tablets allgegenwärtig. Wer heutzutage Informationen nachschauen, Produkte kaufen oder einen Serviceanbeiter finden möchte, greift meist direkt in seine Tasche und fährt nicht erst nach Hause, um dort am Computer zu googlen. Für Webseitenbetreiber ist dieses veränderte Nutzerverhalten eines der wichtigsten Argumente für das Responsive Webdesign. Darüber hinaus hat auch die Suchmaschine Google schon vor geraumer Zeit die responsive Darstellung empfohlen. Als Webseitenbetreiber sollten Sie den erhöhten Aufwand bei der Gestaltung der responsive Homepage also in Kauf nehmen. Dieser bringt für den weiteren Lauf Vorteile im Ranking bei Google, erleichtert Ihnen aber auch die Pflege Ihrer Inhalte und Webseite spürbar.

Damit der Design-Umschwung von Erfolg gekrönt ist, sollten Sie allerdings auf die wichtige Grundeigenschaften achten. Empfehlenswert ist es, mit den kleinsten Geräten zu beginnen. Die Optimierungen können Sie dann leicht für größere Displays anpassen. Zudem sollten Sie daran denken, das Layout und die Inhalte Ihrer Seite jederzeit strikt voneinander zu trennen.

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Eye Tracking – Ich schau‘ dir in die Augen, Kunde

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Dank Eye Tracking können Webseitenbetreiber herausfinden, wie Nutzer ihre Webseite sehen – und dadurch das Optimierungspotenzial ihrer Webseite ermitteln. Wohin schaut ein Webseitenbesucher zuerst? Wo verweilt der Blick besonders lange? Welche Bereiche der Webseite werden weniger beachtet? Diese und weitere Fragen lassen sich durch den Einsatz von Eye Tracking beantworten. Im nächsten Schritt kann die Webseite dann so angepasst werden, dass die wichtigsten Informationen, wie Telefonnummer oder Call-to-Action-Button, an häufig fokussierten Stellen stehen. Das Ziel: Eine nutzerfreundliche und zielorientierte Webseiten-Gestaltung!

Definition - Worum geht es beim Eye Tracking?

Unter Eye Tracking versteht man eine wissenschaftliche Methode aus dem Bereich der Verhaltensbeobachtung. Dabei werden Blicke, die eine Person auf ein Testobjekt wirft, detailliert verfolgt. Im Rahmen von sogenannten Usability Tests verfolgen Wissenschaftler die Fixationen von Testpersonen auf einem Testfeld, z. B. anhand eines Bildes oder auf dem Monitor. Eine Fixation ist die Fokussierung des Blicks auf einen bestimmten Punkt. Es wird gemessen, wohin der Blick der Testperson wandert und wie lange Fixationen dauern. Weiterhin misst der Eye Tracker auch Sakkaden und Regressionen im Blickverlauf. Sakkaden bezeichnen schnelle Blickbewegungen, während Regressionen Rückwärtssprünge der Augen zu einem vorangegangenen Fixationspunkt umfassen. Eye Tracker sind demnach Softwares bzw. Systeme, die menschliche Blickbewegungen aufzeichnen und entsprechende Daten für eine nachfolgende Analyse bereitstellen.

Eye Tracking wird in der Forschung oft und gerne genutzt. Die Augenbewegungen werden von Müdigkeit, Koffeinpegel, Alter und anderen individuellen Faktoren beeinflusst. Auch das Interesse am betrachteten Gegenstand ist hierbei von Bedeutung. Zusätzlich nimmt natürlich auch der Gegenstand selbst Einfluss auf die Augenbewegungen. Komplexität oder farbliche Gestaltung von Grafiken sowie der Schwierigkeitsgrad eines Textes spielen beispielsweise eine Rolle.

Prof. Dr. Michael Bernecker"Eye Tracking ist eine effiziente Möglichkeit für Unternehmen, ihre Webseite aus Kundensicht wahrzunehmen. Die Ergebnisse stellen eine Chance dar, die Webpräsenz zielführender und nutzerorientierter zu gestalten. Außerdem hilt der Einsatz von Eye Tracking nachzuvollziehen, wie Kunden die Produkte wahrnehmen." 

Prof. Dr. Michael Bernecker, GF des Deutschen Instituts für Marketing

Was können Sie mit Eye Tracking analysieren?

Eye Tracking

Im Rahmen von sogenannten Usability-Tests können Sie die Augenbewegungen Ihrer Nutzer, während diese Ihre Webseite oder Ihr Angebot auf einem Bildschirm anschauen bzw. lesen, durch den Eye Tracker nachverfolgen.

Im Einzelnen wird bei den Blickverteilungen und Blickverläufen folgendes analysiert:

  • auf welche Punkte eine Testperson als Erstes schaut,
  • wie der Blick der Testperson wandert,
  • an welchen Stellen er am längsten verweilt,
  • an welche Punkte sein Blick am häufigsten zurückkehrt.

Die Analysen geben beispielsweise Aufschluss darüber, ob die Testpersonen nur die Überschriften einer Webseite gelesen haben oder den gesamten Quelltext. Es kann ebenfalls festgestellt werden, ob Bilder oder Texte eher fokussiert wurden. Aus diesen Ergebnissen lässt sich ableiten, wo zum Beispiel auf einer Webseite die wichtigsten Fakten und Informationen von Besuchern am schnellsten wahrgenommen werden. Genau dort sollten diese später platziert werden. Der Tracker liefert Aufschluss über die Aufmerksamkeit des Nutzers, während dieser einen Quelltext liest oder ein Produkt betrachtet. Mithilfe der Analyseergebnisse der Software können Sie diese Produktdarstellung sowie Quelltexte bearbeiten und anpassen, sodass Sie zukünftig mehr Aufmerksamkeit der Nutzer erhalten.

 

Eye Tracking Technik

Um die Blickverläufe und ihre Verteilung auf einem Testfeld festhalten zu können, werden verschiedene Methoden verwendet. Die Mittel zur Durchführung des Eye Trackings haben sich seit Beginn des Verfahrens stark weiterentwickelt. Alle Hilfsmittel sind in der Lage, die Blicke der Testperson exakt festzuhalten und später virtuell wiederzugeben. Beim Eye Tracking kommen vor allem folgende Varianten zum Einsatz:

  • Eye Tracking via Webcam: Analyse der Augenbewegungen durch Mustererkennung und Algorithmen;
  • Mobile Eye Tracking Systeme: Kameras in der Trackingbrille nehmen Umwelt und Bewegung der Pupillen wahr, beides wird mittels Algorithmus aufeinander projiziert;
  • Eye Tracking über den Desktop: Remote-Eye-Tracking-System nimmt mittels Infrarot-Technik die Blickbewegungen wahr; das bedeutet, der Eye Tracker umfasst in diesem Fall ein externes System
  • Virtual Reality Eye Tracking: 3D-Brillen zeichnen in einer virtuell erzeugten Realität die jeweiligen Blickrichtungen auf.

Es gibt also sowohl berührungslose Technik als auch Methoden, bei denen die Testteilnehmer Brillen zur Erfassung der Augenbewegung tragen. Mit den unterschiedlichen Methoden lassen sich ganz verschiedene Aspekte betrachten. So lassen sich Gesichtsausdrücke analysieren, Emotionsanalysen vornehmen oder auch Reaktionszeiten messen.

 

Eye Tracking - Beispiel Gazeplot

Im Eye Tracking entscheiden die ersten Sekunden – Exploration oder Absprung

Anhand des Blickes kann also verfolgt werden, wohin eine Person als Erstes schaut und wie lange sie mit den Augen auf einem Punkt verweilt. Daraus können später Rückschlüsse gezogen werden, ob das, was betrachtet wird, interessant ist und die Person sozusagen in seinem Bann halten kann oder ob es so uninteressant ist, dass der Blick sofort weiterwandert. In der Regel fällt die Entscheidung zum Verweilen oder zum Verlassen innerhalb weniger Sekunden oder gar Sekundenbruchteile.

Es gibt keine zweite Möglichkeit, einen guten ersten Eindruck zu hinterlassen. Vor allem dieser Umstand ist für Betreiber von Webseiten ungemein wichtig. Er hilft ihnen dabei, ihre Seite so zu strukturieren, dass der Besucher eben nicht sofort weiterklickt oder die Seite verlässt. Als Webseitenbetreiber hat man häufig eine genaue Vorstellung, wie die Webseite aussehen soll – obwohl das nicht immer der nutzerorientierten Sicht entspricht. Eye Tracking ist eine hilfreiche Methode, im wahrsten Sinne des Wortes den Blickwinkel der Webseitenbesucher kennenzulernen. So erfährt der Betreiber, ob sein Design die Aufmerksamkeit des Betrachters wie gewünscht lenkt. Und kann gegebenenfalls Optimierungen vornehmen.

Betrieblicher Marktforscher

Durch Eye Tracking zu gutem Personal

Die Analysemethode lässt sich nicht nur nutzen, um eine Webseite zu optimieren. Eye Tracking kann auch bei Stellenausschreibungen wichtig sein („Employer Branding“), damit potenzielles Personal nicht sofort weiterklickt, sondern die geschaltete Unternehmensanzeige aufmerksam liest. Untersuchungen haben außerdem ergeben, dass Anzeigen mithilfe des Eye Trackings sehr viel mehr Aufmerksamkeit erregen, wenn diese mit Fotos, kurzen Videos beziehungsweise der Möglichkeit zum Navigieren versehen sind.

Eye Tracking - Beispiel Heatmap

Seminar Neuromarketing

Wie wäre es, wenn Sie Ihren Zielgruppen in die Köpfe schauen könnten? In unserem Neuromarketing Seminar erhalten Sie einen kompakten und professionellen Einblick in die Möglichkeiten des Neuromarketings. Informieren Sie sich jetzt über genaue Inhalte und aktuelle Termine:

Auswahl eines Eye Tracking Anbieters

Um Eye Tracking durchzuführen, sind Hard- und Software nötig, um die Messungen durchzuführen und anschließende Analysen zu erstellen. Zwar gibt es bereits Open Source Software, dennoch empfiehlt es sich, einen professionellen Anbieter in Anspruch zu nehmen. Nur so sind korrekte Messungen und Auswertungen garantiert. Informieren Sie sich im Vorfeld darüber, wie Sie Eye Tracking durchführen können und in welcher Form die Ergebnisse präsentiert werden. Mögliche Darstellungen sind:

  • Heatmaps
  • Opacity Maps
  • Gazeplots

Heatmaps zeigen anhand verschiedenfarbiger Darstellungen, wie oft und wie lange bestimmte Bereiche von der Testperson betrachtet wurden. So wird der Textbereich, dem der Proband am meisten Aufmerksamkeit schenkt meist in orange oder rot dargestellt. Völlig unbeachtete Bereiche können so leicht identifiziert und die Daten können für weitere Maßnahmen im Marketing abgerufen und berücksichtigt werden.

Opacity Maps hingegen heben den Blick des Betrachters dadurch hervor, dass nicht betrachtete Bereiche verdunkelt werden. Nur die Stellen, die von der Testperson in den Blick gefasst wurden, werden hell dargestellt. Gazeplots wiederum zeigen nicht nur die Fokussierung, sondern den kompletten Blickverlauf. So kann die Reihenfolge der Fixationen nachvollzogen werden. Die Betrachtungsdauer wird dabei ebenfalls durch entsprechend große Kreise visualisiert.

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