Telefonbefragung

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Befragungen über das Telefon galten lange als „quick and dirty“-Methode. Aber Sie haben sich bewährt und sind alles andere als „billig“ und minderwertig. Gerade durch die schnelle Datenerhebung hat eine Telefonbefragung meist eine hohe Aktualität. Hier erfahren Sie alles über die Vor- und Nachteile einer Telefonbefragung.

Telefonbefragung

Telefonbefragung – Definition und Ziel

Die Telefonbefragung ist eine Methode zur Datenerhebung in der Marktforschung. Dabei werden Teilnehmer via Telefon mündlich von einem geschulten Interviewer befragt. Für Blitzumfragen, also schnell durchzuführende Befragungen, eignet sich die Telefonbefragung besonders gut. Meist wird sie computergestützt durchgeführt, so dass der Interviewer die Fragen vorliest und die Antworten direkt in ein Computerprogramm einpflegen kann. Diese Form der Methode wird CATI (Computer Assisted Telephone Interview) genannt. Bei einer telefonischen Befragung darf der Interviewer nicht vom Wortlaut der Fragen abweichen. Jedoch kann er dem Befragten etwas erläutern, wenn dieser unsicher ist oder Fragen hat. Der besondere Vorteil einer Telefonbefragung ist es, dass zusätzliche oder tiefergehende Informationen als bei einer schriftlichen oder einer Online- Befragung erfasst werden können.

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Bastian Foerster
Herr Bastian Foerster
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Telefonbefragung – Schulung der Interviewer

Vor den Befragungen sollten die Interviewer unbedingt geschult werden, um eine ungewollte Beeinflussung möglichst gering zu halten. Sie müssen auf verschiedene Situationen vorbereitet werden und sich mit den Fragen und Antwortmöglichkeiten vertraut machen. So sollten vorher Situationen durchgespielt werden, in denen ein Teilnehmer z.B. unfreundlich wird oder die Frage nicht beantworten möchte. Damit die soziale Erwünschtheit auf Seiten des Befragten gering bleibt, haben die Interviewer meistens vorgegebene Texte. In der Regel erwarten die Befragten kein Fachwissen vom Interviewer, er sollte jedoch mit den fachlichen Inhalten vertraut sein, um ggf. Fragen beantworten zu können. Grundsätzlich sollten sich die Interviewer im Kontakt mit den Teilnehmern immer freundlich und kompetent verhalten. Gerade der Beginn eines Telefonates, wo der Befragte zur Teilnahme motiviert werden soll, kann eine besondere Herausforderung darstellen.

Lehrgang Gepr. betrieblicher Marktforscher (DIM)

Telefonbefragung – Vorteile

Die telefonische Befragung hat viele Vorteile. Der Teilnehmer bleibt dem Interviewer größtenteils anonym. Außerdem sind Telefonbefragungen eine relativ schnelle Methode. Als Marktforscher muss man z.B. nicht darauf warten, dass schriftliche Befragungen zurückgesendet werden. Durch die schnelle Datenerhebung, kann die telefonische Befragung eine hohe Aktualität aufweisen. Besonders bei der computergestützten Variante der Telefonbefragung, wird dem Interviewer die Erhebung der Daten erleichtert, da sie direkt in digitaler Form vorliegen. Ein weiterer Vorteil ist, dass die Grundgesamtheit fast vollständig erreicht werden kann, da so gut wie jeder Haushalt einen Telefonanschluss besitzt. Sollte etwas bei dem Befragten unklar sein, kann der Interviewer sofort eingreifen und es klären.

Telefonbefragung – Nachteile

Ein Nachteil von Telefonbefragungen ist, dass die Ablehnungsquote in den letzten Jahren gestiegen ist. Die Teilnahmebereitschaft ist stark gesunken. Obwohl die Telefonbefragung weitgehend anonym ist, kann der Interviewer den Befragten dennoch durch seine Stimme, Tonlage etc. beeinflussen. Der Versuchsleitereffekt tritt höchstens in einem sehr geringen Maße auf, kann aber nicht ausgeschlossen werden. Weiterhin ist es für den Interviewer schwierig, die Situation zu kontrollieren. Er weiß nicht, in was für einer Situation sich der Befragte gerade befindet und der Interviewer kann dem Befragten auch nichts Visuelles zeigen. In dieser Hinsicht ist die Telefonbefragung eingeschränkt. Auch nonverbale Reaktionen können so nicht mitaufgenommen werden. Grundsätzlich eignet sich die Telefonbefragung nur für Befragungen mit einer geringen Komplexität, da ein Telefoninterview nicht länger als 15 Minuten dauern sollte.

Vor- und Nachteile von Telefonbefragungen im Überblick

Telefonbefragung

Telefonbefragungen – Fazit

Wie jede Methode der Marktforschung hat auch die Telefonbefragung Vor- und Nachteile. Besonders gut eignet sie sich für Blitzumfragen. Generell kann mit der Telefonbefragung ein großer Teil der deutschen Bevölkerung erreicht werden, auch wenn die Bereitschaft zur Teilnahme gesunken ist. Durch die zunehmende Mobilfunknutzung könnte das in Zukunft jedoch problematisch werden, wenn es weniger feste Telefonanschlüsse gibt. Wenn also wenige oder einfache Informationen über viele Personen hinweg erhoben werden sollen und diese Personen alle einen Festnetzanschluss besitzen, eignet sich die Telefonbefragung hervorragend.

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