Wenn Angststörungen zum Problem werden

Angst gehört zu den bedeutendsten Emotionen eines Menschen und dient in erster Linie dem eigenen Schutz. Doch wenn Ängste Überhand nehmen und sich nicht mehr steuern lassen, spricht man von einer krankhaften Angststörung. Wir veranschaulichen in unserem heutigen Artikel die fünf verschiedenen Arten einer Angststörung und gehen den möglichen Ursachen der Krankheit auf den Grund.

In der Psychotherapie werden fünf Angststörungen unterschieden

Personen, die von einer Angststörung betroffen sind, verspüren in der Regel einen enormen Leidensdruck. Grundsätzlich werden in der Psychotherapie fünf verschiedene Arten einer Angststörung differenziert. Damit die Angstpatienten ihren Alltag zunächst wieder meistern können, werden häufig Psychopharmaka eingesetzt. Wer beispielsweise vermehrt unter Schlafstörungen leidet, der kann eventuell gute Erfahrungen mit Mirtazapin machen.

Panikstörung

Im Falle einer Panikstörung treten bei den Betroffenen regelmäßige Angstattacken auf, die mit psychischen sowie körperlichen Beschwerden verbunden sein können. So gehören Atemnot, Herzrasen, Druckgefühle in der Brust sowie Kreislaufstörungen zu den gängigen Symptomen einer Panikattacke. Die Panikreaktionen werden in bestimmten Momenten hervorgerufen, sodass die Betroffenen beispielsweise Probleme mit öffentlichen Verkehrsmitteln sowie Menschenmengen haben. Die Panikattacken flachen in der Regel nach wenigen Minuten wieder ab, sodass auch die jeweiligen Symptome von allein verschwinden. Viele Betroffene entwickeln dennoch eine sprichwörtliche Angst vor der Angst und versuchen daher, die entsprechenden Situationen im Alltag zu umgehen.

Agoraphobie

Mit der Agoraphobie wird die Angst vor Menschenmengen bezeichnet. Demnach fühlen sich Betroffene mitunter in öffentlichen Verkehrsmitteln oder beim Einkaufen schutzlos ausgeliefert. Damit die Angstpatienten die jeweiligen Situationen nicht dauerhaft vermeiden, sollten bereits frühzeitig therapeutische Schritte eingeleitet werden.

Spezifische Phobie

Sehr viele Menschen weisen spezifische Phobien auf, die sich auf bestimmte Schlüsselreize beziehen. So werden die Ängste bei vielen Personen beispielsweise durch Spinnen, Insekten, Gewitter, enge Räume sowie Aufzüge geschürt. Wenn auch die Betroffenen ihre Phobie als irrational einstufen können, so tritt das Angstgefühl in der jeweiligen Situation ganz automatisch auf. Dennoch hat die Erfahrung gezeigt, dass sich auch Phobien mit dem richtigen therapeutischen Ansatz sehr gut behandeln lassen.

Soziale Phobie

Bei einer sozialen Phobie tritt das Angstgefühl vor allem im Zusammenspiel mit anderen Personen auf. Angetrieben wird eine soziale Phobie häufig von der Angst vor unangenehmen und beschämenden Situationen. Daher meiden viele Betroffene häufig den Kontakt mit fremden Personen und scheuen sich zudem vor größeren Menschengruppen.

Generalisierte Angststörung

Die generalisierte Angststörung wird, im Gegensatz zu den anderen Angststörungen, nicht von speziellen Schlüsselreizen bestimmt. Vielmehr geht eine generalisierte Angststörung mit dauerhafter Anspannung sowie irrationalen Sorgen einher. Die schier unbegründeten Ängste bestimmen schließlich den Alltag, sodass letztlich eine Gedankenspirale entsteht. Auch bei diesem Krankheitsbild manifestiert sich häufig eine Angst vor der Angst, sodass viele Betroffene ihren Alltag nur noch schwer meistern können. Da die dauerhaften Sorgen sich rational kaum erklären lassen, ist es umso wichtiger, dass ein erfahrener Therapeut dem Patienten einen Weg aus der Angst aufzeigt.

Depressionen sind oft mit Ängsten verknüpft

Zunächst sei erwähnt, dass Angststörungen und Depressionen häufig miteinander in Verbindung stehen. So ist der Mensch während einer depressiven Phase besonders anfällig für Zukunfts- und Versagensängste, innere Unruhe sowie Panikattacken. Sobald die Depressionen behandelt werden, verschwinden jedoch die Symptome und somit auch die Ängste. Natürlich ist es ebenso möglich, dass eine Angststörung dauerhaft in eine Depression mündet. Schließlich wenden viele Angstpatienten häufig eine Vermeidungsstrategie an, sodass durch den vermehrten Rückzug auch die Stimmung destabilisiert wird. In diesem Fall sollte die Therapie direkt bei der Angststörung ansetzen, sodass auch die Depressionen schließlich wieder verschwinden. Das gleichzeitige Auftreten einer Angststörung sowie einer Depression ist ebenfalls möglich, sodass sich in diesem Fall die Symptome beider Krankheitsbilder zeigen. Ganz grundsätzlich sollte stets eine Diagnose durch einen erfahrenen Psychotherapeuten gestellt werden, damit auch die richtigen Therapiemaßnahmen erarbeitet werden können.

Ständiger Druck verstärkt die Angst

Stress gehört zu den bedeutendsten Ursachen einer Angststörung. Viele Menschen stehen in der heutigen Leistungsgesellschaft dauerhaft unter Druck und können nur schwer abschalten. Wer sich dauerhaft zu hohen Belastungen aussetzt, der kann mit der Zeit eine Depression, eine Angststörung sowie sogar ein Burn-out-Syndrom entwickeln. Daher ist es unverzichtbar, stets den richtigen Ausgleich zu finden und sich genügend Ruhepausen zu gönnen. Schließlich kann ein gesunder Lebensstil erheblich dazu beitragen, ungesunde Denkmuster gar nicht erst entstehen zu lassen.

Weitere Ursachen

Neben Stress existieren viele weitere Faktoren, die die Entstehung einer Angststörung begünstigen können. So können schwere Lebenskrisen sowie auch traumatische Erlebnisse zu der Manifestierung von Ängsten führen. Auch schwere Erkrankungen schüren nicht selten vermehrt Ängste und Sorgen. Bestimmte Medikamente für psychische Erkrankungen, Störungen der Schilddrüsen sowie auch Antibiotika können ebenfalls vermehrte Angstgefühle erzeugen. Substanzen, die die Wahrnehmung beeinträchtigen, gelten auch als mögliche Auslöser für Ängste und Panikattacken. Insbesondere Drogen und Alkohol wirken sich erheblich auf die Psyche des Menschen aus. Alles in allem kommt eine gesunde Lebensweise sowohl dem Körper als auch der Psyche zugute. Wer dennoch im Laufe seines Lebens eine Angsterkrankung entwickelt, der sollte sich rechtzeitig an einen Psychotherapeuten wenden. Heutzutage lassen sich sehr gute Behandlungserfolge bei einer Angststörung erzielen, sodass die Betroffenen schnell wieder in ihren Alltag zurückfinden können.