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Kreativitätstechniken – Der Ideenfindung auf die Sprünge helfen

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Großen Erfolg auch mit kleinem Budget, durch Innovation Vorreiter in neuen Geschäftsbereichen werden, Trendsetter statt Nachahmer sein – Vieles scheint möglich, wenn nur genügend Kreativitätstechniken im Geschäft vorhanden ist. Kreativität scheint gerade auch im Marketing ein herausragender Erfolgsfaktor zu sein.

Viele Menschen halten Kreativität für Eigenschaften ähnlich veranlagt wie Talent oder Phantasie. Als müsse man das Ausmaß an Kreativität, über das man verfügt, als gegeben hinnehmen. Dies ist – wenn überhaupt – nur in kleinem Umfang zutreffend. Kreativität kann man lernen, vielleicht sogar ein Stück weit erzwingen. Auf die richtige Kreativitätstechnik kommt es an!

1. Kreativitätstechniken im Kern des Innovationsprozesses

In vielen Bereichen ist Kreativität gefragt! Ob bei der Entwicklung neuer Slogans oder Nutzenbotschaften einer Kampagne bis hin zu innovativen Leistungen in neuen oder alten Märkten.

Kreativitätstechniken

Kreativitätstechniken bilden z.B. einen wesentlichen Baustein des Innovationsprozesses, wenn es um die Ideenproduktion geht und um die Frage: Woher sollen die Ideen kommen?

Die Gewinnung von neuen Ideen für das eigene Leistungsprogramm ist der Ausgangspunkt jeglicher Innovationen. Auch wenn auf diese kreative Startphase noch wichtige Schritte bis hin zur erfolgreichen Kommerzialisierung des Produktes folgen, ohne eine kreative Ideenproduktion findet Innovation nicht statt. Keine Kreativität – keine Innovation. Kreativitätstechniken dienen also u.a. der Steigerung der Innovationskraft im Unternehmen.

2. Techniken zur Förderung der Kreativität

Im Laufe der Jahre wurden vielzählige Techniken zur Kreativitätsentfaltung entwickelt, die sich mal mehr und mal weniger in ihren Grundsätzen unterscheiden. Vielfach finden sich dabei Gemeinsamkeiten. Manche bestehen im Kern lediglich aus konkreten Hilfsmitteln (z.B. Knete oder Pinwand), andere aus geregelten Vorgehensweisen. Letztere sollen dann den Kreativitätsfluss befördern.

„Kreativitätstechniken sind Instrumente zur effizienten Unterstützung des Denkens und Generierung ungewöhnlicher Denkansätze im Ideenfindungsprozess.“

Prof. Dr. Michael Bernecker, Geschäftsführer beim Deutschen Institut für Marketing

 

Kreativitätstechniken

Auch wenn manche Methoden den Eindruck erwecken, verspielt, spontan und mit großem Freiraum ausgestattet zu sein, erfordern diese Techniken tatsächlich ein hohes Maß an Disziplin und klare Regelungen. Von der teilweisen kreativen Namensgebung darf man sich nicht beirren lassen. Eine kleine Auswahl wird im Folgenden kurz charakterisiert.

Brainstorming

Das Brainstorming zählt zu den Klassikern unter den Kreativitätstechniken. Tatsächlich werden außer der teilnehmenden Personen und einer entsprechenden Räumlichkeit auch keine weiteren Hilfsmittel benötigt. Die Bezeichnung als „Hirnsturm“ darf aber niemanden dazu verleiten, diese Methode als eine ungeordnete, stürmische oder chaotische Veranstaltung zu interpretieren. Gerade das Brainstorming verlangt ein hohes Maß an Struktur und Disziplin der Teilnehmer, sowie eine gut durchdachte Vorbereitung. Zur Verdeutlichung dessen hier ein paar Eckpunkte:

  • Eine Person muss mit Planung, Moderation und Motivation des Brainstormings betraut werden. Diese Person bestimmt geeignete Teilnehmer und informiert diese hinreichend.
  • Ca. 5 – 10 Teilnehmer sollten hinsichtlich Hierarchie und Fachwissen möglichst breit gestreut sein, was für das Funktionieren als Gruppe ebenso wichtig wie auch problematisch ist.
  • Je nach Komplexität der Fragestellung, zu der eine kreative Lösung gefunden werden soll, können die teilnehmenden Personen auch vorab bestimmte Information bekommen. Auf diese Weise arbeitet es in den Köpfen der Teilnehmenden schon einmal vorbereitend.
  • Der Höhepunkt des Brainstormings ist die etwas 30- bis 60-minütige Zusammenkunft der Teilnehmenden. Dieses möglichst in einer zwanglosen und von Ablenkungen befreiten Atmosphäre.
  • Während der Durchführung muss die moderierende Person die Beträge der Teilnehmenden sammeln und für die Beachtung elementarer Verhaltensregeln sorgen:
    1. Kritik jeglicher Art (auch ein Räuspern oder Lachen) ist zu unterlassen.
    2. Jeder darf seiner Phantasie freien uneingeschränkten Lauf lassen.
    3. Quantität geht vor Qualität, also je mehr Ideen um so besser. Eine Bewertung der Ergebnisse hat in dieser Phase keinen Raum.
    4. Jede einzelne Idee darf von jeder Person aufgenommen, kombiniert und weiterentwickelt werden und ist sozusagen Allgemeingut.

Bei genauerer Auseinandersetzung mit dieser Methodik wird schnell deutlich, wie schwierig die Umsetzung tatsächlich im Detail sein kann. Bereits eine teilnehmende Person, die nicht in die Gruppe passt, kann die gesamte Prozedur scheitern lassen.

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Bastian FoersterBastian Foerster

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Zu guter Letzt schließt eine hinreichende Zusammenfassung und Dokumentation des Brainstormings diesen Prozess ab.

Mindmapping

Mindmappping ist ein kreatives logisches Hilfsmittel, um einen Informationsaustausch visuell auf einer Map (Karte) zu gestalten. Gemeinsam ist allen Mindmaps die Struktur, die sich aus einem Zentrum heraus fortpflanzt, wobei Linien, Symbole, Farben, Bilder oder Worte zum Einsatz kommen. Das so entstehende Gebilde ist seitens des Gehirns wesentlich besser begreifbar und erinnerbarer gegenüber simplen Listen, und ist dennoch wohlgeordnet.

Minmap Kreativitätstechniken

Am besten lässt sich ein Mindmap mit einem Landkarte vergleichen. Vom Zentrum ausgehend führen Hauptstraßen / Gedankengänge zu anderen Orten / Assoziationen und von dort zu weiteren nachgeordneten Straßen / Gedanken. Beliebig können Bilder und graphische Elemente, oder in digitaler Form auch bewegte Spots, eingebaut werden. Diese graphische Darstellung ist ein wesentlicher Schlüssel zur Unterstützung menschlicher Denkfähigkeiten und Potenzialnutzung. Charakteristisch für Mindmaps sind:

  • Das Thema wird zentral platziert.
  • Die wichtigsten Ideen verzweigen sich um dieses Zentrum herum.
  • Auf den Linien / Zweigen können Schlüsselbilder oder -worte angebracht werden.
  • Weitere Unterverzweigungen beinhalten Themen mit abnehmender Wichtigkeit.
  • Zweige werden durch Knotenstrukturen verbunden.

Mindmaps funktionieren ähnlich wie das Brainstorming als Mittel zur Inspirationsfindung, gehen aber dabei strukturierter vor.

Methode 6-3-5

Mit der Methode 6-3-5 – auch 6-3-5 Brainwriting genannt – werden ähnlich der zuvor beschriebenen Kreativitätstechniken Ideen durch die Teilnehmer geäußert und niedergeschrieben. Dabei sind folgende Regularien empfohlen:

  • 6 Teilnehmer schreiben zeitgleich 3 Ideen auf ein eigenes Blatt auf, welches anschließend in eine Richtung an den Nachbarn weitergegeben wird.
  • Jeder Teilnehmer entwickelt die so erhaltenen 3 Ideen mit eigenen Gedanken weiter und gibt dies Blatt anschließend erneut in gleicher Richtung weiter.
  • Diese Vorgänge werden insgesamt 5-mal durchgeführt, sodass jedes ursprüngliche Blatt mit 3 Ideen von 5 weiteren Personen weiterentwickelt wird.

Das Resultat sind 6 Blätter mit jeweils 108 Einzelideen. Das Weiterentwickeln und Verfeinern von Ausgangsideen innerhalb eines Teams und dadurch die Gewinnung neuer Gedankengänge steht hier im Vordergrund.

Kopfstandmethode

Die Grundidee besteht bei der Kopfstandmethode – auch Methode der umgekehrten Fragestellung – darin, sich einem Ausgangsproblem in entgegengesetzter Richtung zu nähern. Soll z.B. der Marktanteil eines Produktes vergrößert werden, ist zunächst die Frage zu klären, wodurch der Marktanteil verloren gehen würde. Durch Sammlung von Antworten auf diese umgekehrte Fragestellung lassen sich eventuell leichter Ideen für das tatsächliche Ausgangsproblem entwickeln.

Walt-Disney-Methode

Die Teilnehmer bei der Walt-Disney-Methode übernehmen gemeinsam nacheinander drei unterschiedliche Rollen, um die Kreativität zu steigern und ein Ausgangsproblem zu lösen:

  • In der Rolle als Träumer dürfen ungehemmt Ideen gesponnen werden, ohne Rücksicht auf Machbarkeit und Umsetzbarkeit zu nehmen.
  • Als Realist werden anschließend alle aufgeworfenen Ideen einer kritischen Prüfung unterzogen. Umsetzbarkeit und Ressourcen werden nun in die Waagschale geworfen.
  • Schließlich sorgt sich die Rolle der Kritiker um die Chancen und Risiken, die sich bei einer Umsetzung der jeweiligen Idee ergeben.
    Insbesondere bei grundlegenden Entscheidungen und Strategieausrichtungen kann die Walt-Disney-Methode mit geringem Aufwand eingesetzt werden.

6-Hüte-System

Auch das 6-Hüte-System folgt der Grundidee des Rollenspiels. Symbolisch werden verschiedenfarbige Hüte aufgesetzt, die jeweils eine spezielle Betrachtungsweise repräsentieren:

  • Der Kreative: Beschreitet ausschließlich und ungehindert neue Wege, die so noch nicht beschritten wurden.
  • Der Analytiker: Frei von Emotionen und Vorurteilen werden Fakten gesammelt.
  • Der Emotionale: Positive und negative Gefühle bilden die Basis für die Argumentation.
  • Der Pessimist: Durch Such nach Schwächen und Risiken werden emotionslos Zweifel geschürt.
  • Der Optimist: Durch Suche nach Stärken und Chancen werden ohne Emotionen Argumente für einzelne Ideen formuliert.
  • Der Strukturierte: Betrachtet das Große und Ganze, fasst einzelne Aussagen zusammen und übernimmt die Gruppenleitung.

Dabei müssen nicht real Hüte im Spiel sein, z.B. können entsprechende Karteikarten zufällig gezogen werden und müssen dann von den einzelnen Personen entsprechend spontan und unmittelbar umgesetzt werden. Es lassen sich auch noch andere und weitere Rollen je nach Aufgabenstellung und Rahmenbedingung einbauen.

3. Auswahl geeigneter Kreativitätstechniken

Die Liste entwickelter und vermarkteter Methoden und Techniken zur Förderung der Kreativität erscheint endlos. Bei genauer Betrachtung ähneln sich manche Verfahren sehr, und nur einzelne Regeln scheinen den Unterschied auszumachen. Allen Methoden gemeinsam ist sicherlich, dass sie mit Griff in die psychologische Trickkiste versuchen, mehr Potenzial aus dem Hirnstübchen der Teilnehmenden herauszuholen. Und tatsächlich kann dies auch sehr gut funktionieren. Es erfordert ein gewisses Maß an Erfahrung, um in der jeweiligen Situation auch die beste Methode auszuwählen. Ganz entscheidend sind dabei die einzelnen Personen, deren Kreativität zur Entfaltung gebracht werden soll.

Marketingleiter

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Methode 635 – Mit Brainwriting zu mehr Ideen

Methode 635 – Mit Brainwriting zu mehr Ideen
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Die Methode 6-3-5 ist seit Jahrzenten eine etablierte Methode in Gruppenreaktivprozessen. Sie lässt sich gut einsetzen, um in Innovationsprozessen mit einem ausgewählten Team von Probanden (Kunden, Mitarbeitern, Vertriebspartnern) eine Vielzahl von Ideen zu produzieren. Die Methode 635 wird gelegentlich auch als Brainwriting bezeichnet.

Die Methode hat ihren Namen von der Inszenierung der Kreativitätsmethode:

  • 6 Teilnehmer
  • 3 Ideen
  • 5 Minuten / 5x weitergeben

6 Teilnehmer erhalten ein Blatt Papier und eine konkrete Aufgabenstellung, zu der sie Ideen bzw. Alternativideen sammeln sollen. Die Teilnehmer notieren 3 konkrete Ideen. Dann wird der Zettel weitergegeben und auf der Basis der drei Ideen des Vorgängers werden drei weitere Ideen notiert. Jeder Proband sollte nur die drei Ideen seines Vorgängers sehen. Nachdem der Zettel 5x weiter gereicht wurde, ist die Methode 635 abgeschlossen. So werden 6 x 3 x 5 Ideen produziert.

Methode 635

Die Qualität und Nachhaltigkeit der Ideen sollte in der ersten Runde noch nicht diskutiert und kommentiert werden. Dies ist regelmäßig Aufgabe eines weiteren Schrittes im Innovationsprozess. Die Qualität der Ideen und damit der Output der Methode lässt sich positiv beeinflussen, wenn man die Probanden frühzeitig mit dem Thema bzw. der Aufgabestellung konfrontiert (etwa bei der Einladung) und die Probanden heterogen, aber doch kompatibel auswählt.

Ein wenig Flexibilität im Einsatz schadet der Methode 635 übrigens nicht. Also: Wenn Sie fünf oder sieben Teilnehmer haben, ist dies auch kein Problem. Dann machen Sie halt ein Kreativmeeting nach 735. Haben Sie 24 Personen, dann lassen Sie einfach 4 Gruppen parallel die Übung ausführen!

Gelegentlich wird ein Formular für die Methode eingesetzt, dies ist aber nicht unbedingt notwendig. Ein einfacher DIN A4 Zettel reicht in aller Regel aus.

Methode 635

Die Methode des Brainwriting hat einige Vorteile

  • Ideen können nicht versehentlich in der Diskussion untergehen, da sie schriftlich fixiert sind.
  • Es ist nicht notwendig, ein Protokoll zu führen. Ein Protokollant entfällt deshalb.
  • Die Anonymität der Teilnehmer kann meist gewahrt werden. Die Teilnehmer sind somit nicht persönlich angreifbar.
  • Es herrscht Gleichberechtigung in der Gruppe. Introvertierte Teilnehmer haben dieselbe Chance, ihre Ideen einzubringen wie Extrovertierte. Auch hat die Stellung der Teilnehmer keinen Einfluss auf die Besprechung der Ideen, sofern Anonymität vorherrscht. In der Diskussion werden beispielsweise die Ideen des Abteilungsleiters dann nicht aus Furcht vor Kritik ausgespart.