Viele Mitarbeiter sind unzufrieden mit ihren derzeitigen Arbeitsbedingungen – Der DGB-Index Gute Arbeit 2014

Viele Mitarbeiter sind unzufrieden mit ihren derzeitigen Arbeitsbedingungen – Der DGB-Index Gute Arbeit 2014
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Die Arbeitsbedingungen in Deutschland sind aus Sicht der Arbeitnehmer nicht optimal – so oder so ähnlich könnte man die Ergebnisse des aktuellen DGB-Index Gute Arbeit zusammenfassen. Der DGB-Index Gute Arbeit wird jährlich durchgeführt und stellt ein Instrument des Deutschen Gewerkschafts-Bundes dar, der zur Erhebung einer Beurteilung der Arbeitswelt durch abhängig Beschäftigte in Deutschland dient.

Unzufriedenstellende Arbeitszeitgestaltung und Längen der Arbeitszeiten

In der heutigen Zeit ist eine ausgeglichene Work-Life-Balance für Arbeitnehmer von großer Bedeutung. Der aktuelle DGB-Index Gute Arbeit zeigt jedoch, dass in vielen deutschen Unternehmen immer noch eine diesbezügliche Unflexibilität herrscht. Zudem müssen viele Arbeitnehmer mehrere (unbezahlte) Überstunden wöchentlich erbringen. Ein Vergleich zwischen der Wunscharbeitszeit, der vertraglich festgesetzten Zeit und der tatsächlichen Arbeitszeit bringt zutage, dass eine Beschäftigungsdauer von 40 Std. pro Woche nur von 35% der Beschäftigten gewünscht ist. Tatsächlich arbeiten 62% aller betroffenen Beschäftigten 40 Std. oder mehr, jedoch ist es in nur 42% der Fälle die vertraglich festgesetzte Arbeitszeit. Der Rest sind Überstunden.

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Pausenregelungen, Home Office und Arbeitshetze

Die Ergebnisse des DGB-Index Gute Arbeit 2014 zeigen auch, dass viele Beschäftigte mit den Pausenregelungen unzufrieden sind. Zwar können knapp 63% der Befragten kurzfristig einen Tag freinehmen, jedoch haben nur 14% die Möglichkeit, kurzfristig Arbeit von zu Hause aus zu erledigen. Hier besteht also nur ein geringer Grad an Flexibilität. Interessanterweise zeigen die Ergebnisse auch Folgendes: Je größer die Möglichkeiten der Beschäftigten sind, sich kurzfristig einen arbeitsfreien Tag zu nehmen, desto geringer ist unter Ihnen auch der Anteil der gehetzten Beschäftigten. Einen ähnlichen Zusammenhang zeigt ein Vergleich zwischen Pausenzeiten und gefühlter Wertschätzung: Je weniger die Beschäftigten über Ihre Pausenzeiten selbst bestimmen können, desto höher ist auch der Anteil derjenigen, die sich von ihren Vorgesetzten nicht wertgeschätzt fühlen. Aus diesen Ergebnissen lässt sich ableiten, dass eine gewisse Flexibilität hinsichtlich Arbeitszeit und Pausenregelung die Motivation und Arbeitsleistung der Beschäftigten fördern kann.

Das Gesamtergebnis nach Kriterien der Arbeitsqualität

Neben dem Themenschwerpunkt der Arbeitszeitgestaltung wurde auch in diesem Jahr ein Gesamtindex aus elf übergeordneten Kriterien gebildet. Dabei beträgt der Gesamtindex in diesem Jahr 61 (von 100). Damit liegt dieser auf dem gleichen Niveau wie im Vorjahr. Immer noch liegt ist die Arbeitsintensität sowie das Einkommen auf einem negativen Niveau.

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Employer Branding: Die Ergebnisse als Chance für Arbeitgeber

Die Ergebnisse des DGB-Index Gute Arbeit machen deutlich, dass die Erwartungen und Wünsche in Bezug auf die Arbeit, insbesondere auf die Arbeitszeitgestaltung, nur unzureichend erfüllt werden. Für Arbeitgeber ergibt sich hier eine Chance, sich als attraktiver Arbeitgeber zu positionieren. Insbesondere durch die Tatsache, dass eine Flexibilität der Arbeitszeitgestaltung für mehr Motivation, bessere Arbeitsleistungen und einen höheren Grad an gefühlter Wertschätzung führt, kann es sich für Arbeitgeber lohnen, die Arbeitszeitflexibilität gegenüber potenziellen Arbeitnehmern als zentralen Wert im Rahmen des Employer Branding zu kommunizieren. Vor dem Hintergrund des „War for Talents“ kann dies zu einem echten Wettbewerbsvorteil für Unternehmen werden.

 

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