Ad-Fraud: Definition, Probleme und Schutzmaßnahmen

Ad-Fraud bezeichnet den Betrug bei digitalen Werbeanzeigen. Das Online-Marketing ist nicht nur in Deutschland, sondern weltweit ein Milliardenmarkt. Wo große Summen im Umlauf sind, ist zwangsläufig jedoch auch das Interesse von Betrügern zu finden. Im Bereich der digitalen Werbung kursiert das Phänomen Ad-Fraud bereits seit mehreren Jahren – mit großen Schäden für die werbetreibenden Unternehmen. Was genau Ad-Fraud ist, welche Formen es gibt und wie Sie sich davor schützen können, erfahren Sie im Folgenden.

Was ist Ad-Fraud?

Das Internet ist für Unternehmen ein optimaler Kanal, um auf sich aufmerksam zu machen. Auch deshalb investieren Unternehmen jedes Jahr horrende Summen in die digitale Werbung. Nicht immer jedoch erfüllen die Investitionen ihren gewünschten Zweck. Dahinter steckt oftmals Ad-Fraud. Hierbei handelt es sich um einen Anzeigenbetrug, der falsche Werbeleistungen vortäuscht. Konkret „gaukeln“ die Betrüger dem Werbetreibenden vor, seine Werbung regulär ausgeliefert zu haben. In Wirklichkeit wurden jedoch manuelle Klicks bzw. Bots verwendet. Der Werbetreibende hat also Kosten, wird mit seinen Anzeigen und Bannern jedoch keine echten Erfolge erzielen.

So funktioniert Ad-Fraud

Mit dem Boom der digitalen Werbung haben sich auch die Betrüger weiterentwickelt. Mittlerweile setzen nur noch wenige Kriminelle auf die manuellen Betrügereien. Stattdessen kommen Bots zum Einsatz. Und diese können den Schaden auf Seiten der Werbetreibenden noch einmal deutlich erhöhen. Für Ad-Fraud greifen Betrüger auf verschiedene Hilfsmittel zurück. Zum Beispiel:

  • Manuelle Klicks: Die manuellen Klicks sind die „Ur-Version“ des Ad-Fraud. Diese Methode ist für Betrüger enorm zeitintensiv, aufwendig und wenig lukrativ. Die Werbeanzeigen werden einfach selbst manuell geklickt. Oder aber ein paar Freunde oder Bekannte steigen als Unterstützung mit ein.
  • Klickfarmen / Klickcenter: Spürbar professioneller wird es mit sogenannten Klickfarmen. Hierbei handelt es sich also um echte Unternehmen, die Mitarbeiter*innen mit dem Klicken der Werbebanner beauftragen. Noch immer manuell, aber bereits wesentlich effektiver als die rein manuellen Klicks in Eigenverantwortung.
  • Klickroboter: Das Maß aller Dinge für die Betrüger sind beim Ad-Fraud die Klickroboter. Diese erledigen die Klicks automatisch.
  • Botnetze: Botnetze sind noch einmal ein Stück professioneller. Hier werden Unbeteiligte zu Mittätern. Schadsoftware wird auf Servern oder Computern platziert und so unbemerkt vom Computer-Nutzer Klicks generiert. Besonders hinterlistig: Die Klicks erfolgen von verschiedenen IP-Adressen, wodurch der Nachweis eines Betrugs komplizierter wird.
  • Ad-Stuffing: Beim Ad-Stuffing werden Werbeanzeigen zwar vom Publisher eingebaut. Jedoch so, dass User diese gar nicht wahrnehmen können.

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Welche Formen des Ad-Fraud gibt es?

Heutzutage wird zwischen vier grundlegenden Formen des Ad-Fraud unterschieden: Dem Klickfraud, dem Impressionfraud, dem Domain-Spoofing und der Änderung der ads.text-Zertifikate. Alle vier Varianten sind weit verbreitet. Die älteste Methode ist jedoch der Klickfraud.

Arten von Ad-Fraud

Klickfraud

Wann immer das Abrechnungsmodell „Pay per Click“ zum Einsatz kommt, werden Ad-Fraud-Betrüger hellhörig. Der Klickfraud ist die traditionellste Form des Ad-Fraud und basiert auf einer Manipulation der Klickzahlen. Werbetreibende zahlen für die einzelnen Klicks einen festgelegten Betrag. In der Hoffnung oder dem Glauben, so einen potenziellen Kunden auf sich aufmerksam machen zu können. In Wirklichkeit steckt hinter dem Klick jedoch ein Bot oder eine Klickfarm. Die Werbewirkung liegt bei Null. Zahlen muss der Werbetreibende trotzdem. Dieser Umstand hat dazu geführt, dass sich einige Unternehmen mittlerweile vom Pay-per-Click-Modell im Abrechnungssystem verabschiedet haben. Längst aber nicht alle Werbetreibende.

Übrigens: Abgesehen vom finanziellen Schaden ist hier ein Schaden an anderer Stelle spürbar. Die Konkurrenz wird gleich doppelt gestärkt. Das Werbebudget wird schnell „verbraten“. Dadurch werden die Anzeigen den eigentlich relevanten Kunden möglicherweise nicht mehr angezeigt. Zudem sinkt der Cost-per-Click für die Werbung auf einem Keyword, schließlich sind weniger Bieter bei der Auktion mit dabei.

Impressionfraud

Werden nicht die Klicks, sondern die Einblendungen vergütet, besteht die Gefahr des Impressionfraud. In diesem Fall spielen die Betrüger vor, dass die Werbeanzeigen wie gewünscht bei einem User eingeblendet wurden. In Wirklichkeit allerdings sind diese für den Webseitenbesucher gar nicht sichtbar. Gewertet werden diese trotzdem als Impression beim Aufruf einer Webseite. Beim Impressionfraud lässt sich noch einmal zwischen verschiedenen Varianten unterscheiden. So gibt es beispielsweise das Pixel-Stuffing, bei dem die Werbung in einer Größe von 1 x 1 Pixel ausgegeben wird. Ebenfalls bekannt ist zudem das Ad-Stacking. Hier werden also mehrere Werbeanzeigen übereinander ausgespielt. Sichtbar ist für den User aber nur eine der Anzeigen.

ads.text-Zertifikat-Fraud

Eine ganz neue Herangehensweise für Betrüger ist der ads.text-Zertifikat-Fraud. In diesem Fall löschen die Botnetze Inhalte von Webseiten und fügen gefälschte Werbeplätze für die gehackten Webseiten hinzu. Diese werden unter gefälschten Domains dann an Reseller verkauft, die in der ads.text-Datei eines Publishers zu finden sind.

Domain-Spoofing

Bereits seit mehreren Jahren bekannt ist zudem das Domain-Spoofing. In diesem Fall fälschen die Betrüger die Domains von bekannten Publishern und infizieren die Browser auf Endgeräten mit einer Schadsoftware. Eine ähnliche Herangehensweise wie das „Hijacking“, bei dem die Werbeplätze auf Webseiten von Kriminellen heimlich übernommen werden.

Schutzmaßnahmen: Was kann ich gegen Ad-Fraud tun?

Für den Schutz gegen Ad-Fraud sind verschiedene Wege möglich. Der Suchmaschinenriese Google etwa nutzt einen Filter, mit dem verdächtige Klicks herausgefiltert werden können. Die Werbeanzeigen werden hierfür überprüft, zudem die Kombinationen aus IP-Adresse, Zeit und Datum kontrolliert. Liegt hier eine verdächtige Übereinstimmung vor, wird der Klick von Google abgefangen. Mitarbeiter*innen des Suchmaschinenriesen prüfen die Entdeckung anschließend manuell. Sollten Sie das Gefühl haben, von einem Betrug betroffen zu sein, können Sie als Google-Ads-Kunde dieses auch melden. Google wird sich den Fall dann intensiv ansehen.

Aufspüren können Sie ungültige Klicks zudem mit Hilfe einer Implementierung auf dem Server durch Google Analytics. Hier können Sie bequem die Fluktuationen in den Klickzahlen überprüfen. Sinken Ihre Conversions, aber es steigen die Klickzahlen, deutet dies auf einen Anzeigenbetrug hin. Zum Schutz gegen den ads.text-Zertifikat-Fraud dient hingegen vor allem ein aufmerksames Auge. Werbetreibende sollten auf eine kurze „Lieferkette“ bei ihren Werbebuchungen achten. Zudem sollten sich Werbetreibende auf die Wege beschränken, die in der ads.text-Datei aufgeführt sind. Generell gilt zudem: Sie sollten Werbung nur über vertrauensvolle Partner buchen.

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Fazit: Ad-Fraud ist und bleibt ein Problem

Schon seit Beginn des digitalen Marketings sind findige Kriminelle mit im Geschäft. Der Ad-Fraud ist dabei nur eine von vielen kriminellen Methoden, allerdings auch eine der wohl am schädlichsten Formen überhaupt. Jahr für Jahr verlieren Werbetreibende weltweit Milliarden an die Betrüger. Die gute Nachricht: Trotz zunehmender Professionalität der Kriminellen ist der Schutz vor Anzeigenbetrügereien weiterhin möglich. Überprüfen Sie deshalb regelmäßig Ihre Auswertungen. Je früher Sie einen Betrug entdecken, desto geringer können Sie den Schaden halten. Wichtig ist außerdem, nur bei seriösen Anbietern Anzeigenplatzierungen zu buchen.

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