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Open Innovation: Definition, Vorteile & Herausforderungen

Für jegliche Branchen der Wirtschaft sind Innovationen der wohl wichtigste Treiber. Drastischer ausgedrückt bedeutet ein Mangel an Innovationskraft früher oder später einen Stillstand. In den vergangenen Jahren hat sich die Innovationskraft vieler Unternehmen deutlich verschoben. Statt die Innovation vollständig selbst in die Hand zu nehmen, beteiligten viele Unternehmen durch die sogenannte Open Innovation auch externe Kräfte. Ein vollkommen neuer Einfluss entsteht, der auch unter den Begriffen der Co-Creation oder als Crowdsourcing bekannt ist.

Obwohl es sich bei der Open Innovation noch um einen vergleichsweise jungen Ansatz handelt, haben viele Unternehmen bereits kräftige Fortschritte erzielt. In vielen Fällen existieren mittlerweile sogenannte Brand Communities, auf die sich Konzerne dauerhaft im Rahmen der Produktentwicklung verlassen können.

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Open Innovation Definition: Was bedeutet Open Innovation?

Im herkömmlichen Sinne fällt das Innovationsmanagement in Unternehmen den internen Abteilungen zu. Einen anderen Ansatz verfolgt die Open Innovation. In diesem Fall öffnen die Unternehmen ihr Innovationsmanagement und die weiteren Abteilungen wie das Design oder die Produktentwicklung für externe Einflüsse. So können Ideen und Wissen von Kunden oder externen Experten übernommen werden und in den Innovationsprozess einfließen. Entwickelt wurde das Konzept der Open Innovation vom US-Amerikaner Henry Chesbrough als möglicher Ansatz bei der Entwicklung neuer Geschäftsmodelle oder neuer Produkte. Heutzutage findet die Open Innovation in zahlreichen Bereichen Anwendung. Darunter die Produktion oder im Dienstleistungsgewerbe.

Unterschieden wird dabei generell zwischen zwei Richtungen für die Open Innovation. Als Inbound-Methode wird verstanden, wenn Unternehmen oder Personen vom fremden Wissen oder fremden Ideen profitieren. Eingereichte Ideen werden anschließend durch Mitarbeiter des Unternehmens bearbeitet. Das Gegenteil dazu stellt die Outbound-Methode dar. In diesem Fall stellen Unternehmen oder Personen ihr Wissen Dritten zur Verfügung, um so von diesen Unterstützung zu erhalten.

Unterschied zu Closed Innovation

Der Unterschied zwischen Open Innovation und Closed Innovation lässt sich einfach erklären – und verbirgt sich im Prinzip bereits im Namen. Wie schon erwähnt, öffnet die Open Innovation den Innovationsprozess für externe Einflüsse. Closed Innovation ist das genaue Gegenteil und öffnet den Innovationsprozess folglich nicht. Stattdessen fällt der Innovationsprozess vollständig in die Hände der internen Abteilungen.

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Vorteile der Open Innovation

Der Ansatz der Open Innovation bringt Unternehmen einige Vorteile ein. Der wohl offensichtlichste Vorteil ist der Perspektivwechsel. Im Vergleich zu den internen Mitarbeitern legen externe Kräfte oder gar Kunden oftmals den Fokus auf ganz andere Bereiche von Produkten oder Dienstleistungen als erwartet. Ein Perspektivwechsel hilft dabei, diese Bereiche zu erkennen und sorgt gleichzeitig dafür, dass die „Betriebsblindheit“ umschifft werden kann. Ein weiterer Vorteil ist natürlich die Steigerung des Wissens, das von Externen eingebracht wird.

Einen spürbaren Vorteil dürften Unternehmen auch mit Blick auf die Time-to-Market erkennen. Da zahlreiche Schritte eines regulären Produkteinführungsprozesses bereits abgewickelt wurden, kann die Time-to-Market deutlich verkürzt werden. Die Cost-to-Market wiederum sinken im gleichen Atemzug in der Regel, da beispielsweise kostengünstige Kundenbefragungen statt des Arbeitseinsatzes von Mitarbeitern genutzt werden. Ein weiterer Vorteil ist der New-to-Market-Faktor, der sich schon allein durch die Teilnahme der Verbraucher deutlich erhöht wird.

  • Perspektivwechsel („Betriebsblindheit“ wird umschifft)
  • Steigerung des Wissens
  • Time-to-Market kann verkürzt werden
  • Cost-to-Market wird verringert
  • New-to-Market wird erhöht
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Open Innovation Herausforderungen

Es wäre natürlich nicht richtig, nur die Vorteile der Open Innovation zu beschreiben und nicht auf die möglichen Herausforderungen einzugehen. Auch diese sind im Prozess durchaus vorhanden. So sollten Sie sich bereits im Vorfeld überlegen, wie Sie einen Anreiz zur Teilnahme schaffen können. Wie die Beispiele im weiteren Verlauf zeigen, kommen hierfür zum Beispiel Wettbewerbe oder Beteiligungen der Ideengeber an den Umsätzen in Frage. In diesem Zusammenhang sollten auch die Compliance-Anforderungen geklärt werden. So sollten Sie ausschließen können, dass ein Ideengeber möglicherweise im weiteren Verlauf vom Urheberrecht Gebrauch machen möchte.

Eine zusätzliche Herausforderung liegt in der Risikoklassifizierung. Sie sollten sich im Rahmen der Prozessöffnung genau überlegen, welche Informationen und Strukturen mit der Öffentlichkeit geteilt werden. Im weiteren Verlauf müssen Sie zudem an einer engen Verknüpfung zwischen den Ideengebern und der Forschungsabteilung arbeiten. Nicht unterschätzen sollten Sie dabei den Aufwand bei der Koordinierung der Prozesse. Je nach Größe der Beratungs-Community kann diese Koordinierung mit Auswertung, Sortierung und Ähnlichem zu einem echten Kraftakt werden.

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Open Innovation Beispiele

Erfolgreiche Beispiele für die Open Innovation lassen sich in der Wirtschaft reichlich finden. Ein prominentes Beispiel ist der Kaffeeröster Tchibo, der im Jahre 2008 eine Crowdsourcing-Community startete und hier Produktideen von Kunden sammelte. Die Kunden konnten die Produkte der anderen Kunden bewerten. Im Falle einer sehr hohen Bewertung wurden die Produkte schließlich auf ihre Markttauglichkeit hin überprüft. Auch der italienische Automobil-Hersteller Fiat hat bereits erfolgreich mit der Open Innovation Erfahrungen gesammelt. Vor der Markteinführung des berühmten Fiat 500 forderte das Unternehmen die Kunden dazu auf, kreative Ideen für die Entwicklung einzureichen. Mehr als 170.000 Vorschläge gingen anschließend beim Konzern ein.

Ebenfalls ein prominentes Beispiel findest sich beim Gastronomie-Unternehmen Mc Donalds. Vor einigen Jahren hatten die Kunden die Möglich, Burger ganz nach ihren eigenen Wünschen zu gestalten. Auch hier stimmten die Konsumenten über die Produkte ab, einige schafften es in die Restaurants. Der Spielzeug-Hersteller Lego setzt ebenfalls in einem Ideenwettbewerb auf die Kreativität und Innovationskraft seiner Kunden. Diese können Vorschläge für neue Produkte einreichen und werden im Falle von Verkäufen sogar an den Gesamtumsätzen beteiligt. Air Berlin führte vor einigen Jahren einen Hochschulwettbewerb ein, um die Studenten nach ihren Vorschlägen für das umweltbewusstere Fliegen zu befragen. Die S-Bahn Mitteldeutschland setzt regelmäßig auf Befragungen der Kunden zur Verbesserung des Service.

Fazit

Der Prozess der Open Innovation kann durchaus als eine Art Paradigmenwechsel bezeichnet werden. Jahrelang waren die Unternehmen der Überzeugung, dass die Produktentwicklung und die Innovationsprozesse ausschließlich intern gehandhabt werden können. Mit der Open Innovation hat sich dies verändert. Unternehmen setzen mehr und mehr auf die Innovationskraft von externen Experten oder Verbrauchern. Dies bringt zwar einige besondere Herausforderungen mit sich, wobei die Vorteile in der Regel überwiegen. So können Sie mit Hilfe der Open Innovation die Time-to-Market verringern und die Cost-to-Market spürbar minimieren. Gerade aufgrund der Beteiligung der Verbraucher ist das Interesse am neuen Produkt oftmals zudem deutlich gesteigert.

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DIM-Team