Chatbots – Die Zukunft der Kundenkommunikation?!

Chatbots – Die Zukunft der Kundenkommunikation?!
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Sind Chatbots die Zukunft der Kundenkommunikation? Es klingt allzu verlockend aus Sicht anbietender Unternehmen: Durch die neuen Medien kann das Marketing mit deutlich verringertem Aufwand interaktiv mit der Zielgruppe in Kontakt treten. Unmittelbar können sich Konsument und Anbieter austauschen.

Doch so günstig die Nutzung der Technologie auch ist, am Ende sind es ganz persönlich Mitarbeiter, die für diese Interaktion zur Verfügung stehen müssen. Der Anteil der Personalkosten steigt somit überproportional. Wer eine schnelle Lösung sucht, verlagert diese Aufgaben in billigere Regionen und nutzt spezialisierte Callcenter für diese Aufgaben. Nochmals erhebliche Kostenersparnisse versprechen rein technische Lösungen in Form von programmierten Dialogsystemen, welche den persönlichen Einsatz von Menschen an dieser Stelle unnötig machen.

1. Geschichte der Chatbots

Der Ursprung der Entwicklung von Chatbots entstammt bereits in den 60er Jahren medizinischen Motiven, genauer psychotherapeutischen Zielsetzungen. Sei es als virtuelle Psychotherapeutin (Eliza 1966), als Simulation einer Person, die an paranoider Schizophrenie leidet, (Parry 1972) oder mit Einsatz von Methoden der Künstlichen Intelligenz (Jabberwacky 1988), gemeinsam war diesen Ansätzen, dass sie rein textlich agierten. Eine Stimme erhielt ein Chatbot erstmalig in den 90er Jahren. Der Chatbot Smarterchild (2001), der als eines der Vorbilder für Siri von Apple gilt, konnte bereits personalisierte und humorvolle Unterhaltungen führen und wurde daher bei SMS und Instant Messaging eingesetzt.

2006 stellte IBM den Bot „Watson“ vor, der bei einer TV Quizshow im Jahr 2011 auch tatsächlich gewann und mittlerweile auch für Big Data Anwendungen eingesetzt wird, also um aus großen Datenmengen Schlussfolgerungen zu ziehen und Menschen damit zu unterstützen, diese zu verstehen. Apple entwickelte 2010 mit Siri einen Chatbot, der Sprachbefehle verstehen und interpretieren kann und dadurch wie eine persönliche Assistentin funktioniert. In den Jahren 2012-2015 brachten Google, Microsoft und Amazon mit Google Now, Cortana und Alexa ähnliche Bots auf den Markt.

2. Definition – Was sind Chatbots eigentlich?

In Chatrooms aber auch außerhalb davon agieren vermehrt sogenannte Chatbots, auch Chatterbots oder nur Bots genannt. Es handelt sich um eine Wortkombination aus Chat, ein englischer Begriff für direkte und individuelle Kommunikation im Internet, und Roboter. Diese simulieren einen realen Ansprechpartner und sollen möglichst authentische Antworten geben.

Prof. Dr. Michael BerneckerChatbots sind technische Dialogsysteme, die mit natürlicher Sprache textuell oder auditiv mit Menschen kommunizieren können und somit einen realen Ansprechpartner simulieren und durch einen Roboter ersetzen.“  – Prof. Dr. Michael Bernecker, GF des Deutschen Instituts für Marketing

Chatbots besteht grundsätzlich aus einer Texteingabe- und einer Textausgabemasken. Das Dialogsystem reagiert und antwortet auf gestellte Fragen seitens des Nutzers. Damit verarbeitet ein Chatbot eingehende Texte in der Art und Weise einer Volltextsuche. Einige sind so komplex programmiert, dass leicht der Eindruck entsteht, man kommuniziere tatsächlich mit einer natürlichen Person. Einfachere Chatbots können lediglich eine überschaubare, begrenzte Anzahl von Befehlen verarbeiten. Die Antworten eines Bots basieren üblicherweise auf speziellen Datenbanken. Um eine eingehende Fragestellung zu erkennen und verarbeiten zu können, betrachtet der Chatbot die einzelnen Wörter des Textes und entschlüsselt die Frage nach programmierten Erkennungsmustern.

3. Chatbots – Einsatzbereiche im Marketing

Chatbots können in all jenen Bereichen des Marketings eingesetzt werden, in denen ein kommunikativer Austausch zwischen Unternehmen stattfindet bzw. stattfinden soll.

Chatbots

Im Kundenservice ist es insbesondere die Kommunikation mit den Kunden, die deutliche Leistungsunterschiede zu den bisherigen Kommunikationsinstrumenten aufzeigt. Ob es dabei inhaltlich um eine konkrete Leistungsanfrage geht, oder der Kunde ein aktuelles Problem gelöst haben möchte, oder das Unternehmen ein Feedback über vergangene Leistungen einholen möchte, spielt keine Rolle. Ohne Zeitverzögerung kann der Kundenservice dem Kunden zugutekommen. Und das 24 Stunden am Tag, schnell und direkt ohne Warteschleifen oder anderen Verzögerungen. Die Qualität des Kundenservice ist dabei durchgängig gleichbleibend und ohne emotionale Beeinträchtigung seitens eines Menschen. Zudem sind alle Informationen vollständig personalisiert durch die komplette Historie nebst allen Chatverläufen angereichert, was wiederum die Qualität der Services verbessern kann.

Innerhalb der Vertriebsberatung gestaltet sich die Produktberatung mit Hilfe Chatbots sehr individuell und zielgerichteter, was sich wiederum positiv auf die Conversion Rate auswirkt oder Cross Selling erleichtert. Typische Suchfeldgestaltung kann ersetzt und der gesamte Kaufprozess noch weiter automatisiert werden, bis hin zu einem finalen Warenkorb.

Auch im Bereich Meinungs- oder Imagebildung können Chatbots einen wesentlichen Beitrag leisten. So liefern spezielle Nachrichten-Bots journalistisch aufbereitete Informationen und aktivieren neue Zielgruppen. In geeigneter Weise lässt sich hier auch der Nachrichtenkonsum personalisieren, was den persönlichen Unterhaltungswert und Informationsgehalt optimiert. Alle Funktionen zusammen sind geeignet, um Aufmerksamkeit zu generieren, den Bekanntheitsgrad zu erhöhen und die Kundenbindung zu verbessern.

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4. Vorteile von Chatbots

Chatbots haben ein großes Potenzial – Mehr als jeder Dritte Deutsche nutzt Messenger auf dem Smartphone. So liegt es auf der Hand, dass mit Hilfe der Bots Unternehmen und Medien ihre Reichweite deutlich erhöhen können. Die Möglichkeit der individualisierten Kommunikation bei sehr moderaten Kosten im Vergleich zu den Kosten einer persönlichen Kommunikation ergeben ein hervorragendes Preis-Leistungs-Verhältnis.

Doch auch aus Sicht der Benutzer verfügen diese Chatbots über eine Reihe von Vorteilen. Smartphone-Nutzer können unterschiedliche Aktivitäten mit einer Anwendung nutzen und müssen nicht erst umständlich die richtige Website mit der benötigten Information suchen. Genau das übernimmt der interaktive Bot. Auf die Frage, wie das Wetter morgen wird oder wann ein bestimmter Kinofilm gezeigt wird, sucht der Bots standortbezogen die gewünschte Information im Internet. All die Informationen, für die ein Smartphone-Nutzer eine Vielzahl von Apps benötigte, bündelt ein Onlinebot z.B. über den Messenger. Die Person wird zentral erreicht.

Für die großen globalen Anbieter von Kommunikationsplattformen wie Facebook oder Google eröffnen sich hier enorme Chancen, den Nutzer noch stärker an die eigene Leistung zu binden und die Nutzungszeiten der eigenen Anwendung zu steigern.

5. Grenzen und Gefahren im Einsatz von Chatbots

Die technischen Lösungen für solche Chatbots werden immer ausgereifter und nicht selten können Benutzer gar nicht mehr wirklich unterscheiden, ob sie mit einem Menschen oder einer Maschine kommunizieren. Obwohl es bei der zwischenmenschlichen Kommunikation natürlich ebenfalls zu Missverständnissen kommen kann, wirken die möglichen Probleme bei der Interpretation und dem Verstehen von Eingaben über den Chatbot stärker. Sofort kommt ein gewisser Unmut bei dem Nutzer auf, da die Bandbreite der Sprache gegenüber einer Maschine deutlich eingeschränkter erscheint. Das Unternehmen, zu dem man Kontakt aufnehmen möchte, fertigt den Kunden quasi maschinell ab. Schnell werden Stereotypen und immer wiederkehrende Textbausteine erkannt. Der Aufbau eines Vertrauensverhältnisses ist so kaum möglich. Die viel gepriesene künstliche Intelligenz kommt in der Praxis selten zum Zuge und hinsichtlich der Ausgereiftheit und der Schwierigkeiten bei Lernprozessen sind in der Praxis noch klare Grenzen gezogen. Es darf noch nicht zu viel von Chatbots erwartet werden. Aber für eine Vielzahl von recht standardisierten Anwendungsbereichen existieren heute bereits hinreichende Lösungen.

6. Chatbots und Online Marketing – Wie entwickelt es sich weiter?

Chatbots stehen heute eher am Anfang ihrer Evolution, und dennoch bieten sich derzeit bereits eine enorm große Anzahl von Einsatzmöglichkeiten. Einen weiteren Meilenstein werden sie erreichen, wenn der Bot sich weitreichend menschlich gibt, so etwas wie Ironie versteht, die Kommunikation auch mit Mimik beherrscht und Selbstkritik bei eigenen Fehlern übt. Alles Eigenschaften, die wir auch bei Menschen nicht vollkommen erfüllt sehen.

Mit der Weiterentwicklung und den Möglichkeiten der sogenannten künstlichen Intelligenz wird die Akzeptanz von Chatbots und der Umfang ihrer Einsatzfelder weiter steigen. Die Verbraucher wandeln ihr Verhalten deutlich. Auch der Einsatz in Social Media wäre dann in verstärktem Maße denkbar. Instant-Messaging-Dienste dienen zukünftig als universelle Service-Anwendung und ersetzen zahlreiche andere App.

Der Einsatz von Chatbots wird für sehr verschiedenen Bereiche im Marketing zunehmend lukrativ und vielleicht auch unverzichtbar.

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