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User-Story-Mapping – Kundengeschichten zielgerichtet nutzen

Im Kern des Verständnisses für Marketing steht von Beginn an die grundsätzliche Orientierung am Markt und am Kunden. Was will der Kunde? Was ist ihm wirklich wichtig? Welche Eigenschaften meiner Leistung werden vom Markt honoriert? In besonderem Maße bei Neu- oder Weiterentwicklung von Produkten und Marktleistungen muss die Orientierung an den Wünschen und Forderungen der Nachfrager hinreichend berücksichtigt werden.

Die Wirtschaft ist übersäht mit Beispielen des Misserfolgs, weil der Anbieter sein Produkt „am Markt vorbei“ entwickelt. Den Blickwinkel aus Sicht des Kunden einzunehmen ist häufig der entscheidende Ansatz führen, um einen Flop zu vermeiden. Als Beispiel kann die gern kolportierte Marketinggeschichte dienen, wie die Bullaugen in die Frontlader Waschmaschinen gelangten. Die ersten vollautomatischen elektrischen Waschautomaten kamen Mitte letzten Jahrhunderts massentauglich auf den Markt. Doch die Nutzer dieser Maschine vertrauten diesen zunächst nicht. Wäsche repräsentierte damals auch viel größere Werte, als dies heut im Allgemeinen der Fall ist. Das Bullauge letztendlich erlaubte es dem Kunden, sich jederzeit visuell von der ordnungsgemäßen Funktion des Waschens zu überzeugen. Sie wollten eine Möglichkeit haben, dass man den Waschvorgang beobachten kann.

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Was ist eine User Story Map?

Eine User Story Map skizziert die Reise, welche der Kunde mit der jeweilig angebotenen Leistung unternimmt. Im digitalen Kontext, insbesondere auf Webseiten, wird auch von User Journey gesprochen. Dies umschließt auch alle Tätigkeiten und Aufgaben, die dabei anfallen und erledigt werden müssen. Die User Story Map dient dem Verständnis für den Kunden und deren gewünschten Ergebnissen aller am Entwicklungsprozess Beteiligten gemeinsamen. Dieses Story Mapping ordnet die User Stories in ein strukturiertes Modell, wodurch die Funktionalität der Leistung verständlicher wird und weitere Entwicklungen ganzheitlich leichter geplant werden können.

„User Story Map ist ein Instrument, um einzelne Anwendergeschichten zu einem zweckdienlichen Modell zusammenzufassen, Anforderung-Leistung-Lücken zu identifizieren und Produktentwicklungen ganzheitlich zu planen, um einen Mehrwert zu generieren.“

Selbst bei vermeintlich simplen Prozessabläufen entsteht dabei schnell ein komplexes Gesamtbild mit vielzähligen Details und Varianten.

Vorgehensweise beim Story Mapping

Beim Story Mapping werden Anforderung gemäß dem Top-Down-Ansatz erfasst und in einer Art Baumdiagramm erfasst. Als Ursprung des Story Mapping in einer allumfassenden Übersicht stehen die Ziele, welche durch die Durchführung von Aktivitäten erreicht werden. Um diese wiederum zu vervollständigen, müssen die Nutzer Aufgaben bewerkstelligen. Diese Aufgaben zerlegen die Aktivitäten, auch Backbone genannt. Im Rahmen des Story Mappings werden diese Aufgaben in anschauliche und plakative User Stories umgewandelt.

Vorgehensweise User Story

Zur Entwicklung einer User Story Map empfiehlt sich folgende Vorgehensweise:

  • Bilden Sie eine Gruppe von Personen, die sowohl das Produkt als auch die Interessen und Wünsche der Zielgruppe gut verstehen, und organisieren Sie mit diesen eine User Story Mapping Workshop.
  • Erfassen Sie die Hauptaufgaben bzw. den Zweck, den die Nutzer der Leistung oder Anwendung verfolgen.
  • Jede Person der Gruppe benennt konkrete auch mehrere Aktivitäten, entlang der Aufgabenerfüllung, was insbesondere in der Softwareentwicklung auch als Walking Skeleton (laufendes Skelett) der Map bezeichnet wird.
  • In der Gruppe werden dann die einzelnen Aktivitäten respektive Notizzettel zu ähnlichen Aktivitäten gruppiert, bzw. sehr unterschiedliche Aktivitäten weiter entfernt positioniert.
  • Die so gebildeten Gruppen werden benannt und Oberkategorien gebildet.
  • Die Aktivitätsgruppen werden hinsichtlich ihrer typischen zeitlichen Abfolge geordnet. Diese User Tasks bilden das Gerüst der Map.
  • Detaillierte User Stories werden nun unterhalb dieser Aufgaben hinzugefügt und hinsichtlich der Priorität geordnet.
  • Die User Stories werden in Releases oder Sprints aufgeteilt.

Hilfreich zur Visualisierung ist klassisch die Nutzung von verschiedenfarbigen Notizkarten (Post-it‘s) auf einer größeren Freifläche oder entsprechende technische Lösungen über großdimensionierte Touchscreens für Präsenz-Workshops bzw. Online-Tools und kollaborative Plattformen mit Whiteboard Lösungen.

Beispiel Onlineshop Bestellabwicklung:

User-Story-Mapping

Der illustrierte Zusammenhang durch eine User Story Map ermöglicht es einem Entwicklungsteam, die Gesamtsicht besser im Auge zu behalten. Dadurch gelingt eine bessere Abstimmung der relevanten Erfolgsfaktoren in der Weiterentwicklung der Leistung. Deutlich kommen noch offene Arbeiten und fehlenden Lösungen zutage, die zu Aufgaben und Anforderungen – sogenannte Backlogs – führen. Mittels User Story Map erreichtes besseres Verständnis ermöglicht einfachere Entscheidungsfindung und somit bessere Resultate.

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User Story Mapping – die perfekte Methode zur Definition von Anforderungen?

Vorteile von User Story Mapping

User Story Mapping birgt vielfältige Vorteile in sich, die in der Praxis schnell deutlich werden.

  • Story Mapping gestattet den Gesamtzusammenhang.
  • Es erleichtert die Entscheidungsfindung bezüglich anstehender Aufgaben und Priorisierungen können leichter vorgenommen werden.
  • User Story Mapping fördert die Kreativität und generiert eine gemeinschaftliche Herangehensweise.
  • Alle Beteiligten erlangen ein gemeinsames Verständnis des Entwicklungspotentialen und der weiteren Planung.
  • Story Mapping kann wiederholt und fortlaufend genutzt werden.
  • User Story Mapping stellt sich als eine gute visuelle Alternative zu traditionellen Projektplanungen.
  • Funktionsbereiche lassen sich leichter diskutieren und aufeinander abstimmen.
  • Auch über einen längeren Planungshorizont bleiben einzelnen Anforderungen im Blick.
  • Abstimmungen zwischen unterschiedlichen Stellen und Verantwortlichkeiten werden erleichtert.
  • Durch physische und visuelle Darstellung werden Zusammenarbeit, Kommunikation und ein gemeinsames Verständnis gefördert.
  • Die Visualisierung der Backlogs bringt alle Interessensvertreter auf gleichen Stand.
  • Neue Mitarbeiter oder Teammitglieder lassen sich schneller und effizienter integrieren.

Nachteile von User Story Mapping

Demgegenüber sind auch einige Nachteile bzw. die daraus erwachsenen Anforderungen an die Durchführung eines User Story Mappings zu beachten:

  • Ohne reale Interaktion mir oder Einbindung des Kunden bleiben viele Elemente auf einer spekulativen Ebene. User Story Mapping ersetzt nicht die direkte Auseinandersetzung und Kommunikation mit der Zielgruppe, kann diese aber unterstützen und verbessern.
  • User Story Mapping führt nicht zu einem Abschluss oder Schlussergebnis. Wiederkehrende Anpassungen und laufende Überprüfungen müssen eingeplant werden.
  • User Story lassen sich hinsichtlich Priorität und zeitliche Reihenfolge ordnen, aber Wechselwirkungen und gegenseitige Abhängigkeiten sind in diesem Konzept schwierig darstellbar. Sie müssen dennoch Berücksichtigung finden.
  • Die Qualität von User Story Maps basiert auf tiefgreifendem Verständnis sämtlicher technischer oder fachlicher Aspekte die Leistung betreffend. Je komplexer diese ist, umso größer die Anforderungen an das Team.
  • Besonders komplexe Projekte machen eine Aufteilung in mehrere Story Maps erforderlich, was wiederum der Übersichtlichkeit schadet. Bis zu welchem Komplexitätsgrad die Anwendbarkeit von User Story Maps zweckdienlich gegeben ist, kann nur subjektiv fallweise entschieden werden.

User Story Mapping – ein knappes Fazit

Die User Story Map ist zweifelsfrei ein hilfreiches Instrument, um schnell und tief in die Vielzahl der zu beachtenden Aspekte rund um eine Marktleistung zu ergründen. Dadurch lassen sich leichter Features, die lediglich eine Nice-To-Have-Wertschätzung erfahren, entsprechend zu priorisieren, und somit erfolgsentscheidende Eigenschaften, welche die Wertschätzung und den Nutzen deutlich steigern, in den Vordergrund zu rücken. Die Erwartungen der Kunden lassen sich zielgerecht umsetzen.
Die visuelle und graphische Aufbereitung trägt entscheidend dazu bei, dass einzelne Stories leichter einzuordnen und zu bewerten sind. Mittels der Struktur im Story Map können leicht die Anforderungen in Releases aufgeteilt werden. Die Aufteilung und Umwandlung in Backlogs der Marktleistung kann relativ direkt aus dem Story Maps erfolgen. Story Mapping ist ein effektives Tool, um von Beginn an einen visuell strukturierten Produkt Backlog zu erstellen und Lücken in diesem zu identifizieren. Außerdem hilft es bei der Aufteilung und der Release geplanter Aktivitäten.
Das User Story Mapping zeichnet sich durch konsequente Fokussierung auf die User Experience und die Erwartungen der jeweiligen Stakeholder aus. Diese zukunftsorientierte Perspektive ist für die Workshop-Teilnehmer leicht zu beherrschen und umzusetzen.
Auch wenn User Story Mapping allein kein Patentrezept ist, so liefert es ein gemeinsames Verständnis für die Marktleistung und den Kunden bei allen Teammitgliedern. Es ist ein exzellentes Werkzeug für agile Teams. Lösung lassen sich klar umreißen bei klarer Konzentration auf die Produktentwicklung.

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Autor

Carsten Pohlmann